Palm Pre Testbericht

Heute wird das Palm Pre (8 GB) einem Test von uns unterzogen. Wir hoffen, einigen wird dieser Handy Testbericht weiterhelfen.

Viele wissen ja bereits, dass sich Palm mitten in einer Krise befindet und das Unternehmen kurz vor dem Bankrott steht bzw. gestanden ist. Durch das neue Pre will Palm dem allen ein Ende setzen und hofft so wieder schwarze Zahlen schreiben zu können.

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Doch gleich vorweg, das Palm Pre ist nicht Perfekt. Durch die ganze Promotion, die wir alle vor der Vorstellung des Handys erfahren haben bzw. den ganzen Medienhype, hat Palm sich die Messlatte selbst sehr hoch gelegt, dementsprechend ist auch die Erwartungshaltung vor dem Kauf sehr hoch, dies war auch bei uns der Fall.

Zum Testbericht:

Der Lieferumfang des Palm Pre erinnert sehr stark an das Gegenprodukt von Apple. Winzige Verpackung, darin jedoch die notwendigsten Zubehörteile, wie z.B. USB Datenkabel, Ladegerät mit USB Adapter, sämtliche Bedienungsanleitungen, Kopfhörer bzw. Headset und eine Handy Tasche aus Wildleder. Was wir ein wenig ungerechtfertigt finden ist, dass man den sogenannten „Touchstone“ (Alternative Auflademöglichkeit für das Palm Pre) und den dazugehörigen Touchstone Akku-Rückdeckel (Sonst funktioniert der Touchstone nicht) extern kaufen muss. Der Preis ist mit 70.- Euro im O2 Shop auch sehr hoch bemessen. Vom Touchstone raten wir daher ab, gewiss ist es ein sehr stylisches Extra, jedoch tut es das normale Ladekabel ebenso.

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Bild: Palm Pre Verpackung

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Kommen wir nun zu der Verarbeitung des Pre und somit bereits zum ersten Kritikpunkt.
Leider wurde von Palm fast überall nur billiges Plastik zur Herstellung des Pre verwendet. Wieso kann man bei einem Handy, dass ca. 480 Euro (O2) ohne Vertrag gekostet hat nicht mehr erwarten? Andere Hersteller können dies bereits wesentlich besser und das sogar mit Einsteigergeräten ab 100 Euro. Die Haptik ist ebenso zu bemängeln, das Gerät biegt sich immer beim aufschieben nach rechts. Im geschlossenen Zustand kann man die Slider-Oberseite sogar ca. 4mm leicht nach Rechts biegen, dies stört auf Dauer extrem, sowie auch das permanente „knarzen“ des Akkudeckels beim SMS schreiben. (Jedoch beugt hier der Touchstone Akkudeckel vor (Kosten 19,95.- Euro), dieser ist nämlich um einiges besser verarbeitet. Die nächste Katastrophe ist das einfache Aufschieben des Pre. Dieser normale Vorgang entpuppt sich hin und wieder zu einem regelrechten Abenteuer, da das Gerät nach ca. 1cm aufschieben immer hängen bleibt an der Unterseite des Sliders. Wenn man es dann einmal Geschafft hat, das Handy aufzuschieben, sind die Ränder an der Unterseite neben der mechanischen Tastatur sehr scharf, dies ist also kein sonderlich gutes Gefühl beim SMS oder eMail schreiben.

Mit 100,5x59,5x16,95mm Außenmaß liegt das Palm Pre jedoch sehr gut in der Hand und ist somit kleiner bzw. handlicher als sein Konkurrent aus dem Hause Apple. Das Gewicht liegt mit 135 Gramm im Mittelbereich.

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Bild: Palm Pre

Die mechanische QWERTZ Tastatur des Palm Pre ist eigentlich sehr gut gelungen. Sie bietet sehr gute Druckpunkte, jedoch liegen die Tasten etwas nahe beieinander, man muss somit schon mit den Fingerspitzen tippen. Jedoch kommt man damit nach einiger Eingewöhnungszeit bestens zurecht. Wer etwas größere Finger hat, sollte auf jeden Fall zu einem anderen Handy greifen.

Die Auflösung des LCD-TFT Displays beträgt 320 x 480 Pixel und bietet satte 16,8 Millionen Farben. Bilder, Filme etc. wirken auf dem Display des Palm Pre sehr scharf. Unter dem Display des Palm Pre sitzt nur ein einziger Navkey, mit dem man geöffnete Anwendungen schließen bzw. verkleinern kann. Die Hauptsteuerung funktioniert nämlich größtenteils über Touchscreen. In dieser Hinsicht muss man den Pre loben. Die Empfindlichkeit des Touchscreen ist mindestens genau so gut, wie beim iPhone und das hätten wir uns ehrlich gesagt nicht Gedacht. Beim Thema Steuerung spielt das Pre nämlich seine starken Karten aus. Die Bedienung des neuen WebOS Betriebssystems ist bisher unerreicht und geht spielend von der Hand. Palm hat sich zudem noch eine Besonderheit einfallen lassen. Direkt unter dem Display ist eine Gestensteuerung integriert. Ist nun eine Anwendung geöffnet und man bewegt den Finger in diesem Feld leicht nach links, wird das Fenster verkleinert und man kann es einfach nach oben schieben, um die Anwendung letztendlich komplett zu schließen. Hat man erst einmal die Notwendige Übung, so kann man sich mit dem Pre rasend schnell zwischen den jeweiligen Menüs bewegen.

Natürlich dürfen auch Multimedia Eigenschaften mit MP3-Player, unterstützte Formate: MP3, AMR, AAC, AAC+, AAC++ und WAV als Audioformate nicht fehlen. Videos kann man mit den Formaten 3GPP, H.263, H.264 und MPG4 genießen. Als Bildformate kann man BMP, GIF, JPG und PNG verwenden.

Die Sprachqualität des Palm Pre ist leider ungenügend. Den gegenüberliegenden Gesprächspartner hört man nur sehr leise und unverständlich, zudem ist hin und wieder ein „rauschen“ zu hören.

Kommen wir jedoch schnell noch genauer zu den Stärken des Pre, nämlich dem WebOS bzw. das Betriebssystem. Aktuell haben wir die Version 1.3.1 zum Test vorliegen. „Serienmäßig“ findet man auf dem Pre einen eigenen YouTube Clienten, der speziell für Smartphones ausgelegt wurde, Google Maps, einen PDF Viewer und viele weitere nützliche PIM Funktionen. Der eMail POP3 Abruf funktioniert ebenfalls spielend leicht mit z.B. Web.de, GMX oder Google Mail. Eine Besonderheit beim Palm Pre ist noch, dass man einfach mitten im Menü einen Text eingeben kann, mit dem man das ganze Telefon oder auch Dienste wie Twitter, Google, Google Maps oder Wikipedia abfragen kann. Eine durchaus nützliche Funktion also. Auch gibt es beim Pre einen sogenannten App Catalog, wo man sich genau wie bei Apple nützliche Zusatzsoftware auf seinen Pre downloaden kann. Jedoch steckt dieser noch sehr stark in den Kinderschuhen, es sind bisher nur um die 60 Apps zu finden.

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Bild: Palm WebOS

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Prozessor des Pre, dieser wird von ARM Cortex geliefert. Die Untermenüs brauchen leider bis zu 3 Sekunden, bis Sie sich öffnen. Der Arbeitsspeicher ist mit 256 MB ebenfalls zu niedrig bemessen für ein Smartphone in dieser Preisklasse.

Der interne Speicher des Palm Pre beträgt 8 GB. Eine Erweiterung des Speichers per Micro SD Karte ist leider nicht möglich, jedoch sollten jedem die 8 GB Hauptspeicher ausreichen.

Als Kamera kommt eine 3,2 Megapixel Cam zum Einsatz. Die Bildqualität ist sehr gut und die Kamera bewegt sich sehr flüssig. Jedoch wäre ein Autofokus hier nicht schlecht gewesen.

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Bild: Palm Pre Rückseite

Der integrierte Li-Ionen Akku ist mit 1200 mAh leider sehr knapp bemessen. Bei häufiger Nutzung bzw. Telefonie muss man das Palm Pre jeden Tag aufladen. Die Standby Zeit gibt der Hersteller mit 300 Stunden und die maximale Sprechzeit mit 5 Stunden an.

Der SAR Wert (Strahlungswert) liegt mit 0,90 W/Kg im normalen Bereich.

Beim Palm Pre ist zudem ein Lagesensor verbaut. Außerdem ist eine 3,5 mm Klinkenbuchse verbaut, sodass man z.B. auch seine eigenen Kopfhörer anschließen kann.

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Fazit: Wer im Palm Pre den neuen iPhone Killer erwartet, wird leider massiv enttäuscht, jedoch bietet das Gerät mit seinen erstklassigen Multitasking Eigenschaften andere Qualitäten und bringt zudem noch eine mechanische QWERTZ Tastatur mit. Auch stecken im neuen WebOS von Palm noch sehr viele Möglichkeiten, man kann also noch einiges an Updates erwarten. Wer ein gut verarbeitetes Lifestyle Handy sucht, ist jedoch mit dem Pre falsch beraten. Leider konnte es im großen und ganzen unsere Erwartungshaltung nicht erfüllen.


Positiv : Erstaunliche Multitasking Fähigkeiten, Sehr gutes Betriebssystem (WebOS), ausziehbare QWERTZ Tastatur neben Touchscreen Eingabe, Sehr nützliche PIM Funktionen, sehr gute Browser Eigenschaften.

Negativ : Miese Verarbeitung und Haptik, sehr schlechte Sprachqualität, Lahmer Prozessor und Arbeitsspeicher, stolze Aufpreispolitik (Touchstone + Akkudeckel 70 Euro.), relativ hoher Anschaffungspreis für diese Technik, Unterkante bei aufgeklapptem Zustand zu scharf.


Bewertung: **** von ******(4 von 6 möglichen Punkten)