Heute wird das Motorola Milestone 2 mit Android 2.2 Froyo einem Test unterzogen. Wir hoffen, dass dieser Handy-Testbericht einigen bei der Kaufentscheidung weiterhilft.
Schon das erste Milestone war mit ein Grund dafür, dass Motorola seine Smartphone-Krise wieder besser in den Griff bekam. Kein Wunder: Ein modernes Smartphone mit starker Hardware, Android als Betriebssystem und einer ausziehbaren, mechanischen QWERTZ-Tastatur war damals eine Mischung, die bei vielen Nutzern genau ins Schwarze traf. Warum also die erfolgreiche Milestone-Reihe einstellen? Motorola legt nach und bringt mit dem Milestone 2 einen Nachfolger, der vieles schneller, runder und insgesamt besser machen soll.
Was das neue Smartphone im Alltag wirklich bietet, erfahrt ihr hier im ausführlichen Testbericht.

Bild: Motorola Milestone 2
Lieferumfang des Motorola Milestone 2
Das Milestone 2 wird in einer sehr kompakten Verpackung geliefert, die fast schon an das Format einer iPhone-Box erinnert. Auf der Verpackung findet sich bereits der Hinweis auf MOTOBLUR, Motorolas eigene Android-Oberfläche, auf die wir später noch genauer eingehen.
Motorola löst die Verpackung wie gewohnt etwas origineller. Zieht man den unteren Teil nach unten, erscheint direkt das Milestone 2. Darunter liegt das Zubehör, das insgesamt ordentlich, aber nicht übertrieben umfangreich ausfällt.

Bild: Milestone 2 Verpackung

Bild: Mototola Milestone 2 geöffnete Verpackung
Mitgeliefert werden ein USB-Datenkabel, ein Netzadapter, der sich mit dem USB-Kabel kombinieren lässt, ein Headset mit Ohrpassstücken, eine bereits eingesetzte 8-GB-microSD-Karte sowie verschiedene Anleitungen zum Gerät und zu MOTOBLUR. Das ist praktisch und platzsparend gelöst.

Bild: Mototola Milestone 2 Lieferumfang
Design und Verarbeitung
Am Design des Milestone 2 hat sich im Vergleich zum Vorgänger auf den ersten Blick nicht übermäßig viel verändert. Erst beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass das Gerät insgesamt etwas runder und an der Unterseite angenehmer in der Hand liegt. Gerade dadurch wirkt es im Alltag etwas handlicher als das erste Milestone.
Auch die Tasten außen am Gerät, also Kamerabutton und Lautstärkeregler, sind etwas kleiner geworden. Den größten Unterschied bemerkt man allerdings beim Aufschieben: Das rechte Steuerkreuz der alten QWERTZ-Tastatur ist verschwunden und wurde direkt in die Tastatur integriert. Dadurch wirkt das Layout aufgeräumter und besser durchdacht.

Bild: Milestone 2 mit Display-Schutzfolie
Farblich hebt sich das Milestone 2 ebenfalls etwas vom Vorgänger ab. Der Rahmen ist in einem edlen Mercury Silver gehalten, die Rückseite wirkt in einem dunkleren, matten Blau. Auch die Lautsprecherabdeckung auf der Rückseite passt optisch gut dazu. Insgesamt ist das Gerät farblich und gestalterisch sehr stimmig.

Bild: Milestone 2 (Droid2) QWERTZ Tastatur
Die Verarbeitung des Motorola Milestone 2 ist insgesamt sehr solide. Zwar besteht das Gerät zum großen Teil aus Kunststoff, doch das fällt im Alltag kaum negativ auf, weil alles sauber verarbeitet ist. Spaltmaße, Knarzen oder andere Schwächen sucht man hier vergeblich. Gerade die Haptik des Sliders wirkt sehr stabil und hochwertig.
Die Maße liegen bei 116 x 61 x 14 mm, das Gewicht bei rund 170 Gramm. Damit gehört das Milestone 2 nicht gerade zu den Leichtgewichten, wirkt dafür aber entsprechend robust und hochwertig.
Display und Tastatur
Das Motorola Milestone 2 bietet ein 3,7 Zoll großes kapazitives LCD-TFT-Display mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln und 16,8 Millionen Farben. Texte, Grafiken, Videos und Menüs werden darauf angenehm scharf dargestellt. Auch die Berührungsempfindlichkeit des Touchscreens ist überraschend gut und vor allem sehr präzise.
Die virtuelle Tastatur im Hochformat ist für meinen Geschmack etwas eng geraten. Im Querformat sieht das aber schon ganz anders aus. Dort lässt sich die virtuelle QWERTZ-Tastatur sehr ordentlich bedienen.

Bild: Milestone - Virtuelle Tastatur im Hochformat

Bild: Milestone - Virtuelle Tastatur im Querformat
Das eigentliche Highlight ist natürlich die ausziehbare mechanische Tastatur. Sie ist wirklich gelungen, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und wirken leicht gummiert. Gerade für Nutzer, die viele SMS, E-Mails oder längere Texte schreiben, ist das Milestone 2 dadurch ein echtes Arbeitsgerät. Die Integration der Pfeiltasten unten rechts gefällt mir persönlich besser als die Lösung beim Vorgänger. Motorola hat den verfügbaren Platz diesmal deutlich sinnvoller genutzt.
Gerade im Alltag merkt man schnell: Das Milestone 2 ist ein Smartphone für Vielschreiber.

Bild: Milestone 2 ausziehbare QWERTZ-Tastatur

Bild: Milestone 2 SMS Test
Multimedia-Funktionen
Auch bei den Multimedia-Funktionen ist das Milestone 2 sehr gut aufgestellt. Was nicht schon vorinstalliert ist, lässt sich meist problemlos aus dem Android Market nachrüsten. Das betrifft zusätzliche Player, Tools oder Verbesserungen für einzelne Funktionen.
Der integrierte Musikplayer ist übersichtlich aufgebaut. Musik lässt sich nach Interpreten, Alben, Titeln oder Playlists sortieren. Praktisch ist auch die integrierte Suche nach Musikvideos, etwa über YouTube oder GoTV. Dazu kommt ein eingebautes Radio sowie die Möglichkeit, Songs per SoundHound zu erkennen. Ich persönlich nutze für so etwas lieber Shazam, aber die Funktion ist trotzdem nützlich.
Der Lautsprecher auf der Rückseite liefert einen ordentlichen Klang. Blecherne Töne sind dem Milestone 2 weitgehend fremd, was positiv auffällt.
Natürlich fehlt auch ein YouTube-Client nicht. Zusätzlich lassen sich dank Adobe Flash viele Inhalte auch direkt im Browser sauber wiedergeben. Spiele findet man über den Android Market in großer Auswahl, darunter bekannte Titel wie Angry Birds oder Robo Defense. Wer möchte, kann sich auch kostenpflichtige Vollversionen laden.

Bild: Milestone 2 Rückseite mit 5-Megapixel Kamera
Die integrierte 5-Megapixel-Kamera ist auf dem Papier nichts Außergewöhnliches mehr, reicht für gute Schnappschüsse aber völlig aus. Mit an Bord sind Autofokus, Makromodus, Bildstabilisator und LED-Blitz. Neu beim Milestone 2 ist die Möglichkeit, HD-Videos mit 1280 x 720 Pixeln aufzunehmen, und das ist im Alltag durchaus ein spürbarer Fortschritt.
Android 2.2, MOTOBLUR, Social Networks, Navigation und Speicher
Im Motorola Milestone 2 kommt Android 2.2 Froyo zum Einsatz. Android war zu dieser Zeit bereits eines der erfolgreichsten mobilen Betriebssysteme überhaupt, und das merkt man auch hier. Der Android Market bietet eine riesige Auswahl an Apps, Spielen und Zusatzprogrammen, sodass sich das Gerät sehr flexibel anpassen lässt.
Wie bei anderen Android-Smartphones kann man Widgets, Schnellzugriffe und verschiedene Tools direkt auf dem Homescreen platzieren. Insgesamt stehen sieben Homescreens zur Verfügung, zwischen denen man schnell hin- und herwechseln kann. Unten sieht man jederzeit, auf welchem Screen man sich gerade befindet. Neu ist zudem, dass man direkt zu einem bestimmten Homescreen springen kann, ohne sich erst komplett durch alle anderen wischen zu müssen.

Bild: Milestone 2 Hauptmenü
Spannend ist die Oberfläche MOTOBLUR, die Motorola über Android gelegt hat. Vergleichbar ist das am ehesten mit HTC Sense, nur eben im Motorola-Stil. MOTOBLUR wirkt nicht ganz so elegant wie HTC Sense, bietet aber dennoch einige sinnvolle Anpassungen. Dazu zählen Änderungen am Lockscreen, an Widgets, an der Galerie, am Dateimanager, an Kameraoptionen und weiteren Bereichen. Wer Motorola-Geräte kennt, wird hier schnell zurechtkommen.

Bild: MOTOBLUR Oberfläche am Milestone2
Im Bereich Social Networks ist das Milestone 2 ebenfalls gut aufgestellt. Facebook, Twitter und ähnliche Dienste lassen sich über Apps oder Widgets problemlos einbinden. Das funktioniert insgesamt gut und gehört heute ohnehin fast schon zur Standardausstattung.
Auch GPS ist natürlich mit an Bord. Navigieren kann man entweder über Google Maps oder über zusätzliche Apps wie Navigon oder TomTom, die sich aus dem Store laden lassen. Neben kostenpflichtigen Lösungen gibt es auch kostenlose Alternativen.
Der interne Speicher des Milestone 2 beträgt 8 GB, zusätzlich liegt eine 8-GB-microSD-Karte bei. Damit stehen insgesamt bereits 16 GB Speicherplatz zur Verfügung. Wer mehr braucht, kann auf größere Karten bis 32 GB aufrüsten.
Browsing und E-Mail
Beim Surfen im Internet muss sich das Milestone 2 definitiv nicht verstecken. Auf dem 3,7-Zoll-Display und vor allem mit der QWERTZ-Tastatur fühlt sich das Browsen fast schon wie auf einem kleinen Mini-Netbook an. Der Android-Browser arbeitet im Test flott, bietet Pinch-Zoom, Lesezeichen, RSS-Erkennung und mehrere geöffnete Seiten gleichzeitig.
Dank HSDPA mit 10,2 MBit/s läuft auch der Download angenehm schnell. Uploads mit bis zu 5,7 MBit/s können sich ebenfalls sehen lassen.

Bild: Browser-Test am Milestone 2
Auch als E-Mail-Smartphone macht das Motorola Milestone 2 eine gute Figur. E-Mail-Konten von Web.de, GMX, Gmail, Yahoo und anderen Diensten lassen sich einfach einrichten. Neue Nachrichten werden danach bequem in der oberen Benachrichtigungsleiste eingeblendet. Gerade für Nutzer, die unterwegs viel mit E-Mail arbeiten, ist das Milestone 2 damit sehr gut geeignet.
Gesprächsqualität, Akku und SAR-Wert
Die Gesprächsqualität des Motorola Milestone 2 ist überzeugend. Gesprächspartner sind klar und verständlich zu hören, störendes Rauschen bleibt aus. Praktisch ist auch, dass man bei den Anrufeinstellungen verschiedene Sprachprofile wählen kann, etwa Standard, Ausgeglichen, Hell oder Sehr hell. Das ist eine sinnvolle Zusatzfunktion, die man nicht bei jedem Smartphone findet.
Die Empfangsleistung ist insgesamt ordentlich, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau besonders starker Nokia-Geräte wie dem N8.

Bild: Anruf-Tastenfeld des Milestone 2
Der 1400-mAh-Akku ist grundsätzlich gut dimensioniert, ein 1500-mAh-Akku hätte dem Gerät aber trotzdem gutgetan. Bei mittlerer Nutzung musste ich das Milestone 2 etwa alle 2 bis 5 Tage laden, bei intensiver Nutzung eher nach 1 bis 2 Tagen. Praktisch ist immerhin der integrierte Akku-Manager, der anzeigt, welche Funktionen gerade wie viel Strom verbrauchen.
Der SAR-Wert liegt bei nur 0,64 W/kg und fällt damit erfreulich niedrig aus.

Größenvergleich: Milestone 2, Nokia N8, Nokia C5, Motorola DEFY, Samsung S5230
Fazit zum Motorola Milestone 2
Viele werden sich wahrscheinlich fragen, ob sich ein Umstieg vom ersten Milestone auf das Milestone 2 lohnt. Die Antwort ist für mich klar: Ja.
Auf den ersten Blick scheint sich nicht allzu viel verändert zu haben, doch dieser Eindruck täuscht. Das Milestone 2 bietet neben dem schnelleren 1-GHz-Prozessor auch eine verbesserte QWERTZ-Tastatur, HD-Videoaufnahme, mehr Feinschliff bei Bedienung und Design sowie einige kleinere Verbesserungen, die sich im Alltag deutlich bemerkbar machen. Der Preisunterschied von rund 100 Euro zum Vorgänger war damit aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt.
Das Motorola Milestone 2 ist vor allem für Vielschreiber, Android-Fans und Nutzer interessant, die ein robustes Smartphone mit echter Tastatur suchen. Gerade in dieser Kombination war es damals eines der spannendsten Geräte auf dem Markt.
Den Testbericht zum Vorgänger kann man sich übrigens ebenfalls ansehen: Motorola Milestone Test
Positiv
Negativ
Bewertung: 9,3 von 10 Punkten (93%)
Schon das erste Milestone war mit ein Grund dafür, dass Motorola seine Smartphone-Krise wieder besser in den Griff bekam. Kein Wunder: Ein modernes Smartphone mit starker Hardware, Android als Betriebssystem und einer ausziehbaren, mechanischen QWERTZ-Tastatur war damals eine Mischung, die bei vielen Nutzern genau ins Schwarze traf. Warum also die erfolgreiche Milestone-Reihe einstellen? Motorola legt nach und bringt mit dem Milestone 2 einen Nachfolger, der vieles schneller, runder und insgesamt besser machen soll.
Was das neue Smartphone im Alltag wirklich bietet, erfahrt ihr hier im ausführlichen Testbericht.

Bild: Motorola Milestone 2
Lieferumfang des Motorola Milestone 2
Das Milestone 2 wird in einer sehr kompakten Verpackung geliefert, die fast schon an das Format einer iPhone-Box erinnert. Auf der Verpackung findet sich bereits der Hinweis auf MOTOBLUR, Motorolas eigene Android-Oberfläche, auf die wir später noch genauer eingehen.
Motorola löst die Verpackung wie gewohnt etwas origineller. Zieht man den unteren Teil nach unten, erscheint direkt das Milestone 2. Darunter liegt das Zubehör, das insgesamt ordentlich, aber nicht übertrieben umfangreich ausfällt.

Bild: Milestone 2 Verpackung

Bild: Mototola Milestone 2 geöffnete Verpackung
Mitgeliefert werden ein USB-Datenkabel, ein Netzadapter, der sich mit dem USB-Kabel kombinieren lässt, ein Headset mit Ohrpassstücken, eine bereits eingesetzte 8-GB-microSD-Karte sowie verschiedene Anleitungen zum Gerät und zu MOTOBLUR. Das ist praktisch und platzsparend gelöst.

Bild: Mototola Milestone 2 Lieferumfang
Design und Verarbeitung
Am Design des Milestone 2 hat sich im Vergleich zum Vorgänger auf den ersten Blick nicht übermäßig viel verändert. Erst beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass das Gerät insgesamt etwas runder und an der Unterseite angenehmer in der Hand liegt. Gerade dadurch wirkt es im Alltag etwas handlicher als das erste Milestone.
Auch die Tasten außen am Gerät, also Kamerabutton und Lautstärkeregler, sind etwas kleiner geworden. Den größten Unterschied bemerkt man allerdings beim Aufschieben: Das rechte Steuerkreuz der alten QWERTZ-Tastatur ist verschwunden und wurde direkt in die Tastatur integriert. Dadurch wirkt das Layout aufgeräumter und besser durchdacht.

Bild: Milestone 2 mit Display-Schutzfolie
Farblich hebt sich das Milestone 2 ebenfalls etwas vom Vorgänger ab. Der Rahmen ist in einem edlen Mercury Silver gehalten, die Rückseite wirkt in einem dunkleren, matten Blau. Auch die Lautsprecherabdeckung auf der Rückseite passt optisch gut dazu. Insgesamt ist das Gerät farblich und gestalterisch sehr stimmig.

Bild: Milestone 2 (Droid2) QWERTZ Tastatur
Die Verarbeitung des Motorola Milestone 2 ist insgesamt sehr solide. Zwar besteht das Gerät zum großen Teil aus Kunststoff, doch das fällt im Alltag kaum negativ auf, weil alles sauber verarbeitet ist. Spaltmaße, Knarzen oder andere Schwächen sucht man hier vergeblich. Gerade die Haptik des Sliders wirkt sehr stabil und hochwertig.
Die Maße liegen bei 116 x 61 x 14 mm, das Gewicht bei rund 170 Gramm. Damit gehört das Milestone 2 nicht gerade zu den Leichtgewichten, wirkt dafür aber entsprechend robust und hochwertig.
Display und Tastatur
Das Motorola Milestone 2 bietet ein 3,7 Zoll großes kapazitives LCD-TFT-Display mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln und 16,8 Millionen Farben. Texte, Grafiken, Videos und Menüs werden darauf angenehm scharf dargestellt. Auch die Berührungsempfindlichkeit des Touchscreens ist überraschend gut und vor allem sehr präzise.
Die virtuelle Tastatur im Hochformat ist für meinen Geschmack etwas eng geraten. Im Querformat sieht das aber schon ganz anders aus. Dort lässt sich die virtuelle QWERTZ-Tastatur sehr ordentlich bedienen.

Bild: Milestone - Virtuelle Tastatur im Hochformat

Bild: Milestone - Virtuelle Tastatur im Querformat
Das eigentliche Highlight ist natürlich die ausziehbare mechanische Tastatur. Sie ist wirklich gelungen, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und wirken leicht gummiert. Gerade für Nutzer, die viele SMS, E-Mails oder längere Texte schreiben, ist das Milestone 2 dadurch ein echtes Arbeitsgerät. Die Integration der Pfeiltasten unten rechts gefällt mir persönlich besser als die Lösung beim Vorgänger. Motorola hat den verfügbaren Platz diesmal deutlich sinnvoller genutzt.
Gerade im Alltag merkt man schnell: Das Milestone 2 ist ein Smartphone für Vielschreiber.

Bild: Milestone 2 ausziehbare QWERTZ-Tastatur

Bild: Milestone 2 SMS Test
Multimedia-Funktionen
Auch bei den Multimedia-Funktionen ist das Milestone 2 sehr gut aufgestellt. Was nicht schon vorinstalliert ist, lässt sich meist problemlos aus dem Android Market nachrüsten. Das betrifft zusätzliche Player, Tools oder Verbesserungen für einzelne Funktionen.
Der integrierte Musikplayer ist übersichtlich aufgebaut. Musik lässt sich nach Interpreten, Alben, Titeln oder Playlists sortieren. Praktisch ist auch die integrierte Suche nach Musikvideos, etwa über YouTube oder GoTV. Dazu kommt ein eingebautes Radio sowie die Möglichkeit, Songs per SoundHound zu erkennen. Ich persönlich nutze für so etwas lieber Shazam, aber die Funktion ist trotzdem nützlich.
Der Lautsprecher auf der Rückseite liefert einen ordentlichen Klang. Blecherne Töne sind dem Milestone 2 weitgehend fremd, was positiv auffällt.
Natürlich fehlt auch ein YouTube-Client nicht. Zusätzlich lassen sich dank Adobe Flash viele Inhalte auch direkt im Browser sauber wiedergeben. Spiele findet man über den Android Market in großer Auswahl, darunter bekannte Titel wie Angry Birds oder Robo Defense. Wer möchte, kann sich auch kostenpflichtige Vollversionen laden.

Bild: Milestone 2 Rückseite mit 5-Megapixel Kamera
Die integrierte 5-Megapixel-Kamera ist auf dem Papier nichts Außergewöhnliches mehr, reicht für gute Schnappschüsse aber völlig aus. Mit an Bord sind Autofokus, Makromodus, Bildstabilisator und LED-Blitz. Neu beim Milestone 2 ist die Möglichkeit, HD-Videos mit 1280 x 720 Pixeln aufzunehmen, und das ist im Alltag durchaus ein spürbarer Fortschritt.
Android 2.2, MOTOBLUR, Social Networks, Navigation und Speicher
Im Motorola Milestone 2 kommt Android 2.2 Froyo zum Einsatz. Android war zu dieser Zeit bereits eines der erfolgreichsten mobilen Betriebssysteme überhaupt, und das merkt man auch hier. Der Android Market bietet eine riesige Auswahl an Apps, Spielen und Zusatzprogrammen, sodass sich das Gerät sehr flexibel anpassen lässt.
Wie bei anderen Android-Smartphones kann man Widgets, Schnellzugriffe und verschiedene Tools direkt auf dem Homescreen platzieren. Insgesamt stehen sieben Homescreens zur Verfügung, zwischen denen man schnell hin- und herwechseln kann. Unten sieht man jederzeit, auf welchem Screen man sich gerade befindet. Neu ist zudem, dass man direkt zu einem bestimmten Homescreen springen kann, ohne sich erst komplett durch alle anderen wischen zu müssen.

Bild: Milestone 2 Hauptmenü
Spannend ist die Oberfläche MOTOBLUR, die Motorola über Android gelegt hat. Vergleichbar ist das am ehesten mit HTC Sense, nur eben im Motorola-Stil. MOTOBLUR wirkt nicht ganz so elegant wie HTC Sense, bietet aber dennoch einige sinnvolle Anpassungen. Dazu zählen Änderungen am Lockscreen, an Widgets, an der Galerie, am Dateimanager, an Kameraoptionen und weiteren Bereichen. Wer Motorola-Geräte kennt, wird hier schnell zurechtkommen.

Bild: MOTOBLUR Oberfläche am Milestone2
Im Bereich Social Networks ist das Milestone 2 ebenfalls gut aufgestellt. Facebook, Twitter und ähnliche Dienste lassen sich über Apps oder Widgets problemlos einbinden. Das funktioniert insgesamt gut und gehört heute ohnehin fast schon zur Standardausstattung.
Auch GPS ist natürlich mit an Bord. Navigieren kann man entweder über Google Maps oder über zusätzliche Apps wie Navigon oder TomTom, die sich aus dem Store laden lassen. Neben kostenpflichtigen Lösungen gibt es auch kostenlose Alternativen.
Der interne Speicher des Milestone 2 beträgt 8 GB, zusätzlich liegt eine 8-GB-microSD-Karte bei. Damit stehen insgesamt bereits 16 GB Speicherplatz zur Verfügung. Wer mehr braucht, kann auf größere Karten bis 32 GB aufrüsten.
Browsing und E-Mail
Beim Surfen im Internet muss sich das Milestone 2 definitiv nicht verstecken. Auf dem 3,7-Zoll-Display und vor allem mit der QWERTZ-Tastatur fühlt sich das Browsen fast schon wie auf einem kleinen Mini-Netbook an. Der Android-Browser arbeitet im Test flott, bietet Pinch-Zoom, Lesezeichen, RSS-Erkennung und mehrere geöffnete Seiten gleichzeitig.
Dank HSDPA mit 10,2 MBit/s läuft auch der Download angenehm schnell. Uploads mit bis zu 5,7 MBit/s können sich ebenfalls sehen lassen.

Bild: Browser-Test am Milestone 2
Auch als E-Mail-Smartphone macht das Motorola Milestone 2 eine gute Figur. E-Mail-Konten von Web.de, GMX, Gmail, Yahoo und anderen Diensten lassen sich einfach einrichten. Neue Nachrichten werden danach bequem in der oberen Benachrichtigungsleiste eingeblendet. Gerade für Nutzer, die unterwegs viel mit E-Mail arbeiten, ist das Milestone 2 damit sehr gut geeignet.
Gesprächsqualität, Akku und SAR-Wert
Die Gesprächsqualität des Motorola Milestone 2 ist überzeugend. Gesprächspartner sind klar und verständlich zu hören, störendes Rauschen bleibt aus. Praktisch ist auch, dass man bei den Anrufeinstellungen verschiedene Sprachprofile wählen kann, etwa Standard, Ausgeglichen, Hell oder Sehr hell. Das ist eine sinnvolle Zusatzfunktion, die man nicht bei jedem Smartphone findet.
Die Empfangsleistung ist insgesamt ordentlich, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau besonders starker Nokia-Geräte wie dem N8.

Bild: Anruf-Tastenfeld des Milestone 2
Der 1400-mAh-Akku ist grundsätzlich gut dimensioniert, ein 1500-mAh-Akku hätte dem Gerät aber trotzdem gutgetan. Bei mittlerer Nutzung musste ich das Milestone 2 etwa alle 2 bis 5 Tage laden, bei intensiver Nutzung eher nach 1 bis 2 Tagen. Praktisch ist immerhin der integrierte Akku-Manager, der anzeigt, welche Funktionen gerade wie viel Strom verbrauchen.
Der SAR-Wert liegt bei nur 0,64 W/kg und fällt damit erfreulich niedrig aus.

Größenvergleich: Milestone 2, Nokia N8, Nokia C5, Motorola DEFY, Samsung S5230
Fazit zum Motorola Milestone 2
Viele werden sich wahrscheinlich fragen, ob sich ein Umstieg vom ersten Milestone auf das Milestone 2 lohnt. Die Antwort ist für mich klar: Ja.
Auf den ersten Blick scheint sich nicht allzu viel verändert zu haben, doch dieser Eindruck täuscht. Das Milestone 2 bietet neben dem schnelleren 1-GHz-Prozessor auch eine verbesserte QWERTZ-Tastatur, HD-Videoaufnahme, mehr Feinschliff bei Bedienung und Design sowie einige kleinere Verbesserungen, die sich im Alltag deutlich bemerkbar machen. Der Preisunterschied von rund 100 Euro zum Vorgänger war damit aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt.
Das Motorola Milestone 2 ist vor allem für Vielschreiber, Android-Fans und Nutzer interessant, die ein robustes Smartphone mit echter Tastatur suchen. Gerade in dieser Kombination war es damals eines der spannendsten Geräte auf dem Markt.
Den Testbericht zum Vorgänger kann man sich übrigens ebenfalls ansehen: Motorola Milestone Test
Positiv
- sehr solide Verarbeitung
- Android 2.2 Froyo mit großer App-Auswahl
- starke mechanische QWERTZ-Tastatur
- sehr gute Sprachqualität mit vielen Einstellmöglichkeiten
- schneller 1-GHz-Prozessor
- 16 GB Speicherplatz insgesamt
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Negativ
- ein 1500-mAh-Akku wäre wünschenswert gewesen
Bewertung: 9,3 von 10 Punkten (93%)