Wer auf dem Wasser mit dem Smartphone navigieren möchte, braucht deutlich mehr als eine hübsche Karte mit blauem Hintergrund. Entscheidend sind saubere Gewässerdaten, eine verlässliche Routenführung, brauchbare Informationen zu Brücken und Schleusen, Offline-Karten für schwächere Verbindungen und möglichst auch Zusatzdaten, die auf einer realen Fahrt tatsächlich weiterhelfen. Genau hier setzt die Waterkaarten-App an.

Die App richtet sich klar nicht an Leute, die nur aus Neugier ein wenig über den nächsten Yachthafen wischen wollen, sondern an Bootsfahrer, die ihre Strecke vernünftig planen und unterwegs relevante Informationen griffbereit haben möchten. Interessant ist dabei vor allem die Kombination aus klassischer Boot-Navigation, umfangreichen Streckendaten und dem viel beworbenen AIS-Thema. Gerade dort zeigt sich, wie viel Substanz hinter der App steckt.

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Bild 1: Die Waterkaarten-App im Test: Boot-Navigation mit AIS, Offline-Karten und Routenplanung für Android und iPhone.

Was ist die Waterkaarten-App?

Waterkaarten ist eine spezialisierte Navigations-App für Bootsfahrer mit Fokus auf Binnengewässer und Wasserstraßen in Europa. Im Kern verbindet sie digitale Gewässerkarten mit einer praxisnahen Routenplanung und vielen Zusatzinformationen entlang der Strecke. Dazu gehören unter anderem Angaben zu Brücken, Schleusen, Marinas, Liegeplätzen und nautischen Punkten, die für eine Fahrt auf dem Wasser deutlich mehr Wert haben als bloße Kartendarstellung.

Damit geht Waterkaarten klar über eine einfache Karten-App hinaus. Die Anwendung versteht sich eher als digitales Werkzeug für Törnplanung, Orientierung und Navigation auf dem Wasser. Vor allem die Verbindung aus Kartenmaterial, Offline-Funktion und streckenrelevanten Zusatzdaten macht die App für Bootsfahrer interessant, die nicht nur ihren Standort sehen, sondern ihre Route sinnvoll vorbereiten wollen.

Diese Funktionen bringt Waterkaarten mit

Der Funktionsumfang von Waterkaarten ist klar auf ernsthafte Navigation ausgelegt. Neben den eigentlichen Gewässerkarten bündelt die App eine große Menge an Zusatzdaten zu Marinas, nautischen Punkten, Brücken, Schleusen und weiteren streckenrelevanten Informationen. Dadurch entsteht der Eindruck eines durchdachten Navigationswerkzeugs, das nicht nur die Route abbilden, sondern auch die Planung und Orientierung auf dem Wasser spürbar erleichtern soll.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Gewässerkarten für mehrere europäische Reviere
  • Routenplanung für Fahrten auf Binnengewässern und Wasserstraßen
  • Offline-Karten für Abschnitte ohne stabile Mobilfunkverbindung
  • Informationen zu Brücken, Schleusen und Liegeplätzen
  • Marinas und nautische Zusatzpunkte entlang der Strecke
  • AIS-Kopplung mit externer Hardware sowie AIS+ in der App
  • weitere Informationsebenen für eine detailliertere Navigation

Gerade diese Mischung macht Waterkaarten attraktiv. Die App will nicht nur zeigen, wo man gerade ist, sondern möglichst viele Informationen liefern, die während einer Bootsfahrt tatsächlich relevant werden. Und genau das ist der Punkt, an dem sich gute Navigation von bloßer Kartenspielerei trennt.

Navigation, Karten und Offline-Modus

Im eigentlichen Navigationskern macht Waterkaarten einen soliden Eindruck. Die App ist darauf ausgelegt, Strecken nicht nur abzubilden, sondern sie auch sinnvoll planbar zu machen. Dazu gehören eine klassische Routenführung, alternative Streckenverläufe und die Möglichkeit, Fahrten auch dann weiter zu nutzen, wenn das Mobilfunknetz nicht gerade in Bestform ist. Auf dem Wasser ist das kein Komfortdetail, sondern schlicht vernünftig.

Positiv ist außerdem, dass Waterkaarten nicht nur die reine Strecke im Blick hat, sondern auch bootsspezifische Faktoren mitdenkt. Wer Maße seines Boots hinterlegt, kann bestimmte Passagen besser einschätzen, etwa im Hinblick auf Brücken und Durchfahrten. Genau solche Funktionen sind in der Praxis deutlich mehr wert als eine möglichst bunte Oberfläche. Eine Boots-App muss nicht beeindrucken wie eine Auto-Showroom-App, sie muss vor allem nützlich sein.

AIS und AIS+ bei Waterkaarten

AIS steht für Automatic Identification System. Dahinter steckt ein System, über das ausgerüstete Schiffe Positions- und weitere Navigationsdaten austauschen. Für die Navigation ist das interessant, weil sich Verkehrslagen auf dem Wasser dadurch besser einschätzen lassen. Gerade in belebteren Revieren kann das ein sinnvoller Baustein sein.

Bei Waterkaarten muss man allerdings sauber unterscheiden. Die App unterstützt zum einen die Anbindung eines externen AIS-Geräts. Zum anderen gibt es mit AIS+ eine integrierte Lösung innerhalb der App. Das klingt auf den ersten Blick nach einem großen Pluspunkt, sollte aber nicht mit einem vollwertigen eigenständig sendenden AIS-System verwechselt werden.

Genau hier liegt der wichtigste Punkt für die Einordnung. Das AIS-Thema wertet Waterkaarten auf, ist aber nicht automatisch die magische Alleskönner-Funktion, als die es auf den ersten Blick wirken könnte. Wer gezielt nach einer Boots-Navigations-App mit AIS sucht, bekommt hier einen interessanten Funktionsblock. Wer allerdings ein vollständig eigenständiges AIS-Erlebnis wie mit dedizierter Hardware erwartet, sollte genauer hinschauen. Für viele Nutzer ist AIS bei Waterkaarten ein nützliches Zusatzmodul, aber nicht zwingend der alleinige Kaufgrund.

Brücken, Schleusen, Marinas und Sperrungen

Besonders stark wirkt Waterkaarten dort, wo die App über das reine Navigieren hinausgeht. Informationen zu Brücken, Schleusen, Liegeplätzen, Marinas und weiteren nautischen Punkten gehören zu den Funktionen, die auf dem Wasser oft deutlich mehr bringen als eine reine Positionsanzeige. Denn eine Route auf der Karte ist schnell gefunden. Die Strecke sinnvoll und ohne unnötige Überraschungen zu fahren, ist die eigentliche Aufgabe.

Vor allem für Binnengewässer ist genau dieser Bereich ein echter Mehrwert. Wenn die App nicht nur die Richtung vorgibt, sondern auch den Zustand der Strecke besser erfassbar macht, gewinnt sie an praktischer Relevanz. Waterkaarten punktet hier mit dem Ansatz, Navigation und Kontext zusammenzuführen.

Taugt Waterkaarten auch für Deutschland?

Für deutsche Bootsfahrer ist Waterkaarten grundsätzlich interessant, weil die App nicht nur auf ein einzelnes Revier zugeschnitten ist, sondern auch für deutsche Wasserstraßen und Binnengewässer sinnvoll einsetzbar wirkt. Gerade bei Karten, Routenplanung und streckenbezogenen Zusatzinformationen ergibt sich ein Nutzwert, der auch hierzulande nachvollziehbar ist.

Trotzdem hat man an manchen Stellen den Eindruck, dass die App ihre größte Nähe weiterhin im niederländischen Umfeld hat. Das ist nicht automatisch ein Nachteil, aber ein Punkt, den man bei der Bewertung im Hinterkopf behalten sollte. Für deutsche Nutzer bleibt Waterkaarten damit eine ernstzunehmende Option, besonders wenn es um Karten, Navigation und Streckeninformationen geht. Beim AIS-Thema sollte man allerdings etwas genauer prüfen, wie gut die Funktion zum eigenen Fahrgebiet und den eigenen Erwartungen passt.

Preise und Abo der Waterkaarten-App

Waterkaarten lässt sich zunächst 7 Tage kostenlos testen, danach folgt ein kostenpflichtiges Modell mit drei Laufzeiten. Aktuell stehen ein Monatszugang für 15,99 Euro, eine Saison für 40,99 Euro mit 92 Tagen Laufzeit und ein Jahreszugang für 44,99 Euro zur Wahl. Regulär liegt der Jahrespreis bei 55,99 Euro, derzeit wird er also mit 20 Prozent Rabatt angeboten.

Damit ist die Preisstruktur nachvollziehbar aufgebaut. Wer nur für einen begrenzten Zeitraum unterwegs ist, kann zur Monats- oder Saisonoption greifen, während sich das Jahrespaket vor allem für Nutzer anbietet, die regelmäßig auf dem Wasser navigieren und die App nicht nur für einzelne Törns einsetzen. Besonders interessant ist dabei, dass der Sprung von der Saison zum Jahreszugang vergleichsweise klein ausfällt. Genau deshalb dürfte für viele Bootsfahrer das Jahrespaket die wirtschaftlichste Variante sein.

Für Gelegenheitsnutzer sieht die Sache etwas nüchterner aus. Wer nur selten ein Boot mietet oder nur ein paar Tage pro Jahr auf Binnengewässern unterwegs ist, wird genauer abwägen, ob sich der Preis für den gebotenen Funktionsumfang lohnt. In solchen Fällen hängt viel davon ab, ob man die Zusatzfunktionen rund um Brücken, Schleusen, Marinas und AIS tatsächlich regelmäßig nutzt oder ob eine einfachere Lösung für die eigene Nutzung bereits ausreicht.

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Bild 2: Die Waterkaarten-App kombiniert flüssige Boot-Navigation mit schneller Routenplanung und prüft direkt, ob eine Strecke für das eigene Boot befahrbar ist.

Für wen sich die Waterkaarten-App lohnt

Waterkaarten macht insgesamt den Eindruck einer ernstzunehmenden Boots-Navigations-App mit klarer Ausrichtung auf praktische Nutzung statt reiner Optik. Besonders überzeugend ist die Kombination aus Gewässerkarten, Routenplanung, Offline-Modus sowie den vielen Zusatzinformationen zu Brücken, Schleusen, Marinas und weiteren nautischen Punkten. Dort liegt der größte Nutzen der App.

Das AIS-Thema bleibt der spannendste, aber auch am saubersten einzuordnende Teil. Es stärkt die App, sollte aber nicht losgelöst vom restlichen Funktionsumfang betrachtet werden. Wer eine umfangreiche App für Boot-Navigation auf Android oder iPhone sucht, findet in Waterkaarten ein insgesamt starkes Werkzeug. Wer den gesamten Kauf fast nur am Kürzel AIS festmacht, sollte nüchterner prüfen, ob genau dieser Punkt im eigenen Revier und für die eigene Nutzung tatsächlich das Schwergewicht bildet.

Für alle, die das maritime Gefühl auch abseits des Wassers nicht ganz loslassen wollen, passt zum Schluss noch eine kleine Ergänzung fürs Handy: unser Nebelhorn Klingelton. Das ist zwar keine Navigationshilfe, sorgt aber zumindest akustisch für etwas mehr Hafenstimmung als die üblichen Standard-Signaltöne. :)

Waterkaarten-App Download für Android und iPhone

Wer die Waterkaarten-App selbst ausprobieren möchte, kann sie direkt über die offiziellen Stores herunterladen. Eine kurze Testphase ist verfügbar, danach wird ein kostenpflichtiges Modell genutzt.