Nach einem Regenschauer, einem Spritzer am Waschbecken oder einem unfreiwilligen Ausflug an den Beckenrand klingt der Handy-Lautsprecher plötzlich dumpf, leise oder verzerrt. Oft sitzt dann noch Wasser am Lautsprechergitter und behindert die Schwingungen der Membran. Das Smartphone hat also nicht spontan auf Unterwasser-Podcast umgestellt.

Ein tiefer Ton kann die Membran gezielt bewegen und festsitzende Tropfen nach außen befördern. Unseren 60-Sekunden-Sound findest du am Ende des Artikels kostenlos als MP3- und M4R-Datei zum Herunterladen.

Wichtig: Nutze den Sound nur, wenn dein Handy ansonsten normal funktioniert und vermutlich lediglich Feuchtigkeit im Lautsprecher steckt. War das Gerät vollständig untergetaucht, erscheint eine Flüssigkeitswarnung oder sind auch Ladeanschluss, Display, Kamera oder Mikrofon betroffen, trenne alle Kabel und lade das Smartphone nicht auf. In solchen Fällen geht Sicherheit vor einem schnellen Klangtest.

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Bild: Ein 60-Sekunden-Sound kann Wasser aus dem Handy-Lautsprecher lösen und steht für iPhone und Android kostenlos als Audiodatei zum Download bereit.

So spielst du den 60-Sekunden-Sound richtig ab​


Damit die Schwingungen das Wasser nicht nur verteilen, sondern möglichst aus dem Lautsprechergitter herausbefördern, kommt es auf die Position des Smartphones und die Tonausgabe an:

  1. Entferne die Handyhülle und wische das Smartphone außen mit einem weichen, fusselfreien Tuch trocken.
  2. Trenne Ladekabel, Kopfhörer und anderes Zubehör. Schalte außerdem Bluetooth aus, damit der Ton über den eingebauten Lautsprecher läuft.
  3. Lege das Handy leicht schräg mit dem betroffenen Lautsprecher nach unten auf ein trockenes Tuch. Bei vielen Smartphones befindet sich der Hauptlautsprecher an der Unterkante.
  4. Erhöhe die Lautstärke deutlich, starte aber etwas unterhalb der maximalen Stufe. Klingt der Lautsprecher nicht stark verzerrt, kannst du sie vorsichtig weiter anheben.
  5. Scrolle zum Ende des Artikels, lade die passende Sounddatei herunter und spiele sie einmal vollständig ab. Sichtbare Tropfen am Lautsprechergitter kannst du anschließend mit dem Tuch abtupfen, ohne in die Öffnungen zu drücken.
  6. Teste den Klang mit gesprochener Sprache und einem Musikstück. Stimmen machen dumpfe oder kratzende Stellen meist schneller hörbar als reiner Bass.
  7. Ist noch Wasser zu hören, lasse das Gerät zunächst trocknen und wiederhole den Ton später ein weiteres Mal.

Eine zusätzliche App ist dafür nicht erforderlich. Achte nur darauf, dass die Wiedergabe tatsächlich aus dem Smartphone kommt. Andernfalls bekommt am Ende die Bluetooth-Box die Entwässerungskur.

Warum ein 165-Hz-Sound Wasser aus dem Lautsprecher lösen kann​


Ein Handy-Lautsprecher erzeugt Schall, indem sich eine kleine Membran schnell vor- und zurückbewegt. Bei tiefen Tönen führt sie vergleichsweise kräftige Bewegungen aus. Diese Vibrationen können Wassertropfen lösen, die am Gitter oder unmittelbar vor der Membran hängen, und sie in Richtung der Öffnung bewegen.

Der Sound beginnt im tiefen Bereich um 165 Hz und verändert anschließend die Frequenz. Dadurch wird der Lautsprecher nicht nur mit einer gleichbleibenden Bewegung angeregt. Der Frequenzverlauf kann auch Tropfen erreichen, die je nach Bauform und Position des Wassers auf eine andere Tonhöhe stärker reagieren. Da sich Smartphone-Lautsprecher unterscheiden, fällt das Ergebnis je nach Modell und Wassermenge unterschiedlich aus.

Das Prinzip ist technisch nicht ungewöhnlich. Auch die Apple Watch spielt beim Ausschalten der Wassersperre eine Tonfolge ab, um verbliebenes Wasser aus ihrem Lautsprecher zu stoßen. Apple beschreibt diese Funktion selbst im Support zur Wassersperre der Apple Watch. Ein Smartphone besitzt zwar eine andere Lautsprecherkonstruktion, die mechanische Grundidee ist jedoch dieselbe.

Der Ton erreicht nur den Lautsprecherbereich. Wasser im Ladeanschluss, unter dem Display, an der Kamera oder auf der Hauptplatine lässt sich damit nicht entfernen. Ebenso kann die Audiodatei weder Korrosion rückgängig machen noch Rückstände von Salzwasser, Chlor oder süßen Getränken beseitigen.

Wenn der Handy-Lautsprecher danach noch dumpf oder leise klingt​


Nicht jeder Tropfen verschwindet beim ersten Durchlauf. Feuchtigkeit kann im feinen Gitter hängen bleiben und den Klang noch einige Zeit beeinträchtigen. Das hilft, ohne das Smartphone zusätzlich zu belasten:

  • Lasse das Handy für 30 bis 60 Minuten mit dem Lautsprecher nach unten an einem trockenen, gut belüfteten Ort liegen.
  • Spiele den Wasser-Sound nach der Pause ein zweites Mal ab, statt ihn mehrfach ohne Unterbrechung laufen zu lassen.
  • Tupfe austretende Feuchtigkeit nur außen mit einem fusselfreien Tuch ab.
  • Verwende keinen Föhn, keine Heizung und keine Druckluft. Wärme und Luftdruck können Dichtungen belasten oder Flüssigkeit tiefer in das Gerät drücken.
  • Stecke weder Wattestäbchen noch Nadeln, Zahnstocher oder Papier in das Lautsprechergitter.
  • Verzichte auf Reis. Er trocknet das Innere des Handys nicht gezielt und kann zusätzlich Staub oder kleine Partikel in die Öffnungen bringen. Reis bleibt hier besser Beilage als Reparaturwerkzeug.

Prüfe den Lautsprecher anschließend mit Sprache bei mittlerer Lautstärke und danach mit Musik. Wird der Ton schrittweise klarer, braucht die restliche Feuchtigkeit meist nur noch Zeit zum Verdunsten. Bleibt der Klang unverändert, obwohl das Handy gar keinen Wasserkontakt hatte, können auch Taschenfussel oder Schmutz die Ursache sein. Dafür gibt es eine eigene Anleitung, mit der du Staub und Schmutz aus dem Handy-Lautsprecher entfernen kannst.

Wann der Sound nicht ausreicht​


Ein Wasser-entfernen-Sound ist eine Hilfe für einen feuchten Lautsprecher, aber keine Reparatur eines Wasserschadens. Schalte das Smartphone aus, trenne es vom Strom und lasse es fachgerecht prüfen, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Das Handy war vollständig untergetaucht oder ist mit Wasser vollgelaufen.
  • Am USB-C- oder Lightning-Anschluss erscheint eine Flüssigkeitswarnung.
  • Neben dem Lautsprecher funktionieren auch Mikrofon, Kamera, Display oder Ladeanschluss nicht richtig.
  • Das Gerät wird ungewöhnlich warm, startet neu oder schaltet sich selbst aus.
  • Es bestand Kontakt mit Meerwasser, Chlorwasser, Seifenlauge, Kaffee, Limonade oder einer anderen Flüssigkeit, die Rückstände hinterlässt.
  • Der Lautsprecher knackt, fällt aus oder bleibt auch nach ausreichender Trocknung stark verzerrt.

Samsung empfiehlt bei einem vollgelaufenen Mobilgerät ebenfalls, es auszuschalten, äußerlich abzutrocknen und an einem gut belüfteten Ort bei kühler Luft trocknen zu lassen. Von Föhn und Heißluft rät der Hersteller ab. Die vollständigen Hinweise findest du bei der Samsung-Soforthilfe für nasse Smartphones.

Verlasse dich außerdem nicht blind auf IP67 oder IP68. Der Schutz wird unter festgelegten Laborbedingungen geprüft, kann durch Alterung, Stürze oder Reparaturen nachlassen und gilt je nach Gerät nur für bestimmte Wassertiefen und Zeiträume. Was nach einem größeren Wasserkontakt zu tun ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Handy nass, funktioniert aber noch.

Wenn du dein Smartphone häufiger am Strand, Pool, auf dem Boot oder bei starkem Regen nutzt, bieten wasserdichte Handyhüllen zusätzlichen Schutz. Achte beim Kauf auf passende Innenmaße, einen sicher verschließbaren Rand und eine Bedienfolie, durch die Touchscreen und Kamera nutzbar bleiben. Teste die leere Hülle vor dem ersten Einsatz mit Papier im Inneren auf Dichtigkeit.

Wasser-Sound kostenlos als MP3 und M4R herunterladen​


Direkt unter diesem Artikel findest du den Wasser-Sound als MP3- und M4R-Datei. Lade das passende Format herunter und speichere den Ton auf deinem Smartphone. So kannst du ihn sofort abspielen und für einen späteren Einsatz griffbereit behalten.

MP3 für Android​


Lade die MP3-Datei aus den Anhängen herunter und öffne sie im Browser oder über die Dateien-App deines Smartphones. Bei Samsung heißt die Dateiverwaltung meist Eigene Dateien, bei anderen Android-Geräten beispielsweise Files. Die Datei liegt normalerweise im Ordner Downloads und lässt sich mit dem vorinstallierten Audioplayer abspielen.

Schalte vor dem Start Bluetooth aus, richte den Lautsprecher nach unten und spiele die MP3 einmal vollständig ab.

M4R für das iPhone​


Für das iPhone steht derselbe Wasser-Sound zusätzlich im Apple-Klingeltonformat M4R bereit. Lade die Datei über den Anhang herunter und öffne sie in der Dateien-App. Falls dein iPhone keine direkte Wiedergabe der M4R-Datei anbietet, kannst du stattdessen die ebenfalls angehängte MP3-Version verwenden und über die Dateien-App abspielen.

Ein Durchlauf genügt häufig. Klingt der iPhone- oder Android-Lautsprecher danach noch gedämpft, lasse das Gerät weiter mit dem Lautsprecher nach unten trocknen und versuche es später ein zweites Mal. Bleibt eine deutliche Verzerrung bestehen oder sind weitere Funktionen betroffen, sind zusätzliche Soundtests keine Lösung mehr und das Smartphone sollte überprüft werden.