UWB steht für Ultra-Wideband, auf Deutsch Ultrabreitband. Die Funktechnik ermöglicht es einem Smartphone, den Abstand und häufig auch die Richtung zu einem anderen UWB-Gerät sehr präzise zu bestimmen. Genutzt wird das unter anderem für die genaue Suche nach Trackern, digitale Autoschlüssel und die gezielte Verbindung mit Geräten in der Nähe.

Schnelleres mobiles Internet bekommst du dadurch nicht. UWB ist weder eine neue 5G-Stufe noch der besonders sportliche Cousin von WLAN. Die Technik ergänzt Bluetooth, NFC und GPS dort, wo eine grobe Standortangabe nicht ausreicht.

Noch gehört UWB vor allem zur Ausstattung teurerer Smartphones. Ob sich das beim Handykauf lohnt, hängt deshalb weniger vom Datenblatt als von den Funktionen ab, die du damit nutzen möchtest.

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Bild: UWB im Smartphone ermöglicht per Ultra Wideband eine besonders präzise Ortung und wird unter anderem für kompatible Tracker, digitale Autoschlüssel und die Kommunikation zwischen Geräten genutzt.

Was ist UWB beim Handy?​


Der Name Ultra-Wideband bezieht sich auf das besonders breite Frequenzspektrum, über das sehr kurze Funkimpulse übertragen werden. Dabei geht es bei Smartphones nicht in erster Linie um große Datenmengen, sondern um eine genaue räumliche Erfassung.

Ein UWB-fähiges Handy kann feststellen, wie weit ein kompatibles Gerät entfernt ist, ob es sich nähert und aus welcher Richtung das Signal kommt. Dafür benötigt das Smartphone einen eigenen UWB-Chip und passende Antennen. Auch das Gegenstück, etwa ein Tracker, Auto oder Türschloss, muss die Technik unterstützen.

UWB arbeitet meist nicht allein. Bluetooth kann beispielsweise den ersten Kontakt zwischen 2 Geräten herstellen, während UWB anschließend die präzise Entfernung ermittelt. NFC übernimmt weiterhin Aufgaben wie das kontaktlose Bezahlen oder eine Verbindung auf wenige Zentimeter Distanz.

Wie funktioniert UWB und warum ist die Ortung so genau?​


Entfernung durch Signallaufzeit messen​


Bluetooth-Ortung schätzt die Entfernung häufig anhand der Signalstärke. Das genügt, um zu erkennen, ob sich ein Tracker ungefähr in der Wohnung befindet. Wände, Möbel, Menschen und andere Funksignale können diese Schätzung jedoch beeinflussen.

UWB misst stattdessen, wie lange ein Funkimpuls für den Weg zum anderen Gerät und zurück benötigt. Da sich Funksignale mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, müssen winzige Zeitunterschiede erfasst werden. Aus dieser Laufzeit lässt sich der Abstand berechnen. Mehrere Antennen können zusätzlich den Einfallswinkel des Signals bestimmen und damit die Richtung anzeigen.

Genauigkeit und Reichweite hängen von der Umgebung ab​


Unter geeigneten Bedingungen ist eine Ortung bis auf wenige Zentimeter möglich. Google beschreibt UWB in seiner offiziellen Android-Dokumentation als Technik zur Entfernungsbestimmung mit einer Genauigkeit von etwa 10 Zentimetern. In einer freien Sichtlinie kann die Messung genauer ausfallen, während Wände, Metallflächen oder ein ungünstig gehaltenes Smartphone das Ergebnis verschlechtern.

Eine feste UWB-Reichweite für alle Handys gibt es nicht. Bei typischen Smartphone-Anwendungen geht es um mehrere Meter innerhalb eines Raums, rund um ein Fahrzeug oder in unmittelbarer Gebäudenähe. Herstellerangaben von etwa 10 Metern sind daher eher ein Richtwert als eine Garantie mit eingebautem Maßband.

Wofür wird UWB im Smartphone verwendet?​


AirTags, SmartTags und andere Tracker genauer finden​


Tracker wie Apple AirTags oder Samsung Galaxy SmartTag2 senden zunächst über Bluetooth. Dadurch kann das Smartphone erkennen, dass sich der gesuchte Gegenstand in der Nähe befindet. UWB übernimmt anschließend die genauere Suche und zeigt je nach System Entfernung und Richtung an.

Das ist der Unterschied zwischen Der Schlüssel ist irgendwo hier und Noch 1,8 Meter geradeaus. Wer regelmäßig Taschen, Schlüssel oder Fernbedienungen verlegt, bekommt damit zumindest technische Unterstützung. Ob UWB auch erklärt, warum die Fernbedienung schon wieder im Kühlschrank liegt, bleibt allerdings offen.

Für die Präzisionssuche müssen Tracker, Smartphone und Plattform zusammenpassen. Ein AirTag nutzt Apples Wo-ist-Netzwerk, während Galaxy SmartTags auf Samsung Find und kompatible Galaxy-Smartphones ausgelegt sind. UWB allein macht die verschiedenen Systeme nicht automatisch miteinander kompatibel.

Das Smartphone als digitaler Autoschlüssel​


Bei einem kompatiblen Fahrzeug kann UWB erkennen, ob sich das berechtigte Handy tatsächlich am Auto befindet und von welcher Richtung es sich nähert. So lässt sich die Tür automatisch entriegeln, ohne das Smartphone aus der Tasche zu holen. Je nach Hersteller kann das Handy anschließend auch zum Starten des Fahrzeugs verwendet werden.

Die genaue Entfernungsmessung erhöht dabei nicht nur den Komfort. Sie erschwert sogenannte Relay-Angriffe, bei denen das Funksignal eines Schlüssels über eine größere Distanz weitergeleitet wird. Das Fahrzeug kann besser prüfen, ob sich das autorisierte Gerät tatsächlich in seiner Nähe befindet.

Ein UWB-Chip im Smartphone genügt trotzdem nicht. Fahrzeugmodell, Baujahr, Land, Wallet-App und Softwareversion müssen ebenfalls unterstützt werden. Bevor der Autoschlüssel zu Hause bleibt, sollte deshalb die Kompatibilitätsliste des Fahrzeugherstellers geprüft werden.

Geräte gezielt auswählen und steuern​


UWB kann erkennen, auf welches kompatible Gerät ein Smartphone gerichtet wird. Dadurch lassen sich beispielsweise Lautsprecher, Smart-Home-Komponenten oder andere Handys gezielter auswählen. Auch bei Funktionen zum Teilen von Inhalten kann die räumliche Zuordnung helfen, den richtigen Empfänger vorzuschlagen.

Die eigentliche Datei muss dabei nicht über UWB übertragen werden. Häufig übernehmen WLAN oder Bluetooth den Datentransport, während UWB Abstand und Richtung liefert. Die Technik ist damit eher der präzise Einweiser als der Lastwagen, der anschließend die Daten transportiert.

UWB, Bluetooth, NFC und GPS im Vergleich​


Keine der Funktechniken ersetzt die anderen. Sie lösen unterschiedliche Aufgaben und werden auf modernen Smartphones oft miteinander kombiniert.

Technik​
Hauptaufgabe​
Typische Genauigkeit oder Distanz​
Beispiele​
UWBAbstand und Richtung bestimmenzentimetergenau über mehrere Meter möglichPräzisionssuche, digitale Schlüssel
BluetoothGeräte verbinden und Daten übertragengrobe Näherung, häufig über mehrere 10 MeterKopfhörer, Smartwatches, Zubehör
NFCKommunikation auf sehr geringe Distanzwenige ZentimeterBezahlen, Ausweise, schnelles Koppeln
GPS und andere SatellitensystemePosition im Freien bestimmenmeist auf einige MeterNavigation, Karten und Standortfreigabe

Für Zahlungen mit dem Smartphone bleibt NFC entscheidend. GPS kennt deine Position auf einer Karte, kann aber nicht zuverlässig erkennen, ob der Schlüssel unter dem linken oder rechten Sofakissen liegt. Bluetooth deckt größere Distanzen ab und verbindet Zubehör, während UWB bei der räumlichen Präzision punktet.

Welche Smartphones unterstützen UWB?​


UWB ist noch kein selbstverständlicher Bestandteil jedes Handys. Selbst innerhalb einer Modellreihe kann die Plus- oder Pro-Version einen UWB-Chip besitzen, während das äußerlich sehr ähnliche Basismodell darauf verzichtet. Vor dem Kauf sollte deshalb immer das genaue Modell geprüft werden.

Die folgende Übersicht berücksichtigt offiziell dokumentierte Smartphones und wurde im August 2026 geprüft. Regionale Varianten können abweichen.

Apple iPhones mit UWB​


Apple verbaut UWB seit der iPhone-11-Generation. Nach der offiziellen Apple-Übersicht unterstützen folgende Geräte die Technik:

  • alle Modelle der iPhone-11-, iPhone-12-, iPhone-13-, iPhone-14- und iPhone-15-Reihe
  • iPhone 16, iPhone 16 Plus, iPhone 16 Pro und iPhone 16 Pro Max
  • iPhone 17, iPhone 17 Pro und iPhone 17 Pro Max
  • iPhone Air

Kein UWB besitzen unter anderem die iPhone-SE-Modelle sowie iPhone 16e und iPhone 17e. Gerade bei den beiden e-Modellen ist das eine wichtige Abweichung von den teureren Generationen. Unser Vergleich iPhone 17e gegen iPhone 16e zeigt, welche Unterschiede darüber hinaus bestehen.

Samsung Galaxy Smartphones mit UWB​


Bei Samsung entscheidet häufig der genaue Namenszusatz über die Ausstattung. Ein Plus, Edge oder Ultra kann den Unterschied zwischen Präzisionssuche und gewöhnlicher Bluetooth-Näherung ausmachen.

Zu den UWB-fähigen Galaxy-Smartphones gehören:

  • Galaxy Note20 Ultra
  • Galaxy S21+ und S21 Ultra
  • Galaxy S22+ und S22 Ultra
  • Galaxy S23+ und S23 Ultra
  • Galaxy S24+ und S24 Ultra
  • Galaxy S25+, S25 Edge und S25 Ultra
  • Galaxy S26+, S26 Edge und S26 Ultra
  • Galaxy Z Fold2 bis Z Fold8 sowie Z Fold8 Ultra
  • Galaxy Z TriFold in ausgewählten Märkten

Die Basismodelle der Galaxy-S-Reihen und die FE-Versionen besitzen in der Regel kein UWB. Auch die Galaxy-Z-Flip-Modelle dürfen in Deutschland nicht pauschal als UWB-Handys geführt werden. Bei einzelnen Generationen existieren zwar regionale Sondervarianten, etwa für Südkorea, daraus wird aber keine weltweite Ausstattung.

Google Pixel Smartphones mit UWB​


Google beschränkt UWB hauptsächlich auf seine Pro- und Fold-Modelle:

  • Pixel 6 Pro, Pixel 7 Pro und Pixel 8 Pro
  • Pixel 9 Pro und Pixel 9 Pro XL
  • Pixel 10 Pro und Pixel 10 Pro XL
  • Pixel 11 Pro und Pixel 11 Pro XL
  • Pixel Fold, Pixel 9 Pro Fold, Pixel 10 Pro Fold und Pixel 11 Pro Fold

Die normalen Pixel-Modelle und die günstigeren Geräte der Pixel-A-Reihe gehören nicht automatisch dazu. Auch hier zählt das vollständige Modell und nicht nur die Zahl der Generation.

Weitere Android Smartphones mit UWB​


Außerhalb von Apple, Samsung und Google bleibt die Auswahl kleiner. Motorola bestätigt UWB unter anderem für diese in Deutschland angebotenen Geräte:

  • Motorola Edge 50 Ultra
  • Motorola Signature
  • Motorola Razr 70 Ultra
  • Motorola Razr Fold

Wie sich 2 aktuelle Foldables mit UWB unterscheiden, zeigt unser Vergleich zwischen Motorola Razr Fold und Samsung Galaxy Z Fold7.

Einzelne Smartphones von Xiaomi und anderen Herstellern unterstützen UWB nur in bestimmten Ländern oder Ausführungen. Eine chinesische Produktseite ist deshalb kein sicherer Beleg dafür, dass auch das deutsche Modell denselben Funkchip besitzt.

So findest du heraus, ob dein Handy UWB unterstützt​


Am zuverlässigsten ist das technische Datenblatt für die exakte Modellnummer und Region. Die Bezeichnung Ultra-Wideband, Ultrabreitband oder UWB muss dort ausdrücklich auftauchen. Allgemeine Angaben zu einer Modellfamilie reichen nicht, wenn Basis-, Pro- und Ultra-Versionen unterschiedlich ausgestattet sind.

Zusätzlich kannst du in den Einstellungen nach UWB oder Ultra-Wideband suchen. Auf manchen Android-Smartphones gibt es einen eigenen Schalter unter den Verbindungseinstellungen. Andere Geräte aktivieren die Funktechnik nur bei einer unterstützten Funktion und zeigen keinen dauerhaft sichtbaren Menüpunkt an. Ein fehlender Schalter beweist daher nicht automatisch, dass der Chip fehlt.

Prüfe in dieser Reihenfolge:

  1. vollständigen Modellnamen und möglichst die Modellnummer ermitteln
  2. offizielles Datenblatt des Herstellers öffnen
  3. nach UWB, Ultra-Wideband oder Ultrabreitband suchen
  4. Kompatibilität mit dem gewünschten Tracker, Fahrzeug oder Zubehör kontrollieren

UWB lässt sich nicht per App oder Systemupdate nachrüsten. Dafür werden ein Funkchip und passende Antennen benötigt. Eine Anwendung kann diese fehlende Hardware weder ergänzen noch simulieren.

UWB beim Handykauf: Für wen sich die Funktechnik lohnt​


UWB ist besonders sinnvoll, wenn du einen kompatiblen Tracker präzise suchen, einen digitalen Autoschlüssel verwenden oder unterstützte Geräte räumlich zuordnen möchtest. In diesen Fällen bietet die Technik einen Vorteil, den Bluetooth allein nicht in derselben Genauigkeit erreicht.

Für Telefonie, Messenger, Fotos, Navigation, Musik und kontaktloses Bezahlen ist UWB dagegen nicht erforderlich. Wer keine passende Anwendung plant, muss deshalb nicht allein für den zusätzlichen Funkchip ein deutlich teureres Smartphone kaufen.

Bei einem Gerät, das mehrere Jahre genutzt werden soll, ist UWB dennoch eine interessante Reserve. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel mit Zubehör und Plattform: Ein UWB-Handy ist nur so nützlich wie der Tracker, das Auto oder das Smart-Home-Gerät, mit dem es kommunizieren kann. Prüfe daher vor dem Kauf nicht nur das Datenblatt des Smartphones, sondern immer auch die Kompatibilitätsliste der vorgesehenen Anwendung.