Das erste Smartphone kam am 16. August 1994 in den USA auf den Markt. Es hieß IBM Simon Personal Communicator und vereinte Mobiltelefon, Touchscreen, E-Mail, Fax und Organizer in einem einzigen Gerät. Damit war Simon seiner Zeit weit voraus, auch wenn er optisch eher an ein Festnetztelefon auf Geschäftsreise erinnerte.
Apple hat das Smartphone also nicht erfunden. Das erste iPhone erschien erst 13 Jahre später und veränderte vor allem, wie einfach und selbstverständlich solche Geräte bedient wurden. Der Anfang der Smartphone-Geschichte führt dagegen zu IBM, BellSouth und einem mehr als 500 Gramm schweren Technikpionier.
Bild: Der IBM Simon kam 1994 als erstes kommerziell erhältliches Smartphone der Welt auf den Markt und wurde über einen Touchscreen mit Eingabestift bedient. (Quelle: IBM, bearbeitet)
Beim Erscheinungsjahr des ersten Smartphones tauchen unterschiedliche Angaben auf. Sie widersprechen sich nicht zwingend, sondern beziehen sich auf verschiedene Entwicklungsstufen:
Als Erscheinungsjahr gilt daher 1994. Erst zu diesem Zeitpunkt konnten Kunden das Gerät regulär kaufen und in einem Mobilfunknetz verwenden. Das britische Science Museum bezeichnet Simon deshalb als das erste Smartphone, das öffentlich in den Verkauf kam.
Die frühere Technikdemo hatte bereits gezeigt, wohin die Reise führen sollte. Auf einem Touchscreen erschienen Telefonfunktionen, Nachrichten, Karten, Wetterinformationen und weitere Anwendungen. Nicht alles davon schaffte es später in das fertige Produkt, doch die Grundidee stand: Ein Mobiltelefon sollte zugleich ein kleiner Computer sein.
Als Ideengeber des IBM Simon gilt der Elektroingenieur Frank Canova. Er arbeitete bei IBM in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida und erkannte früh, dass Prozessoren, Speicher und Mobilfunktechnik klein genug wurden, um Telefon und Computer in einem tragbaren Gerät zu verbinden.
Canova entwickelte die erste Technikdemo gemeinsam mit einem kleinen IBM-Team. Für die öffentliche Präsentation auf der COMDEX standen den Ingenieuren nur wenige Monate zur Verfügung. Aus dem Versuchsgerät entstand anschließend der marktreife Simon Personal Communicator.
IBM war allerdings nicht allein beteiligt. Mitsubishi Electric produzierte die Hardware, während der amerikanische Mobilfunkanbieter BellSouth den Verkauf und die Vermarktung übernahm. Das erste Smartphone war damit keine spontane Eingebung eines einzelnen Unternehmens, sondern das Ergebnis mehrerer Partner. Die grundlegende Idee und die technische Entwicklung kamen jedoch von Frank Canova und seinem IBM-Team.
Mobiltelefone gab es schon vor dem IBM Simon. Sie waren hauptsächlich zum Telefonieren gedacht und verfügten meist über Zifferntasten, ein kleines Display und nur wenige Zusatzfunktionen. Simon verband erstmals die Aufgaben eines Mobiltelefons mit denen eines Personal Digital Assistant, kurz PDA.
Nutzer konnten nicht nur telefonieren, sondern auch Kontakte und Termine verwalten, Notizen schreiben, E-Mails bearbeiten und Faxe versenden. Für die Bedienung nutzte das Gerät einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit Eingabestift. Selbst die Telefonnummer wurde über eingeblendete Schaltflächen gewählt.
Damit erfüllte Simon bereits viele Merkmale eines Smartphones:
Der Begriff Smartphone war bei der Markteinführung noch nicht gebräuchlich. BellSouth vermarktete das Gerät als Personal Communicator. Erst im Rückblick wurde deutlich, dass IBM damit eine neue Geräteklasse geschaffen hatte.
Das IBM Simon besaß ein langes, kantiges Kunststoffgehäuse mit ausziehbarer Antenne. Fast die gesamte Vorderseite wurde vom monochromen LCD-Touchscreen eingenommen. Bedient wurde er mit einem Stift, der sich deutlich besser für die damalige resistive Displaytechnik eignete als ein Finger.
Mit 20 Zentimetern Länge und einem Gewicht von rund 510 Gramm war Simon allerdings alles andere als handlich. Wer das Gerät länger trug, hatte neben einem Smartphone zumindest ein bescheidenes Unterarmtraining gebucht.
Zu den vorinstallierten Programmen gehörten Kalender, Adressbuch, Notizblock, Rechner, Weltzeituhr und eine Zeichenanwendung. Außerdem konnte Simon E-Mails sowie Faxe senden und empfangen. Das waren noch keine Apps aus einem Download-Store, funktional verfolgten sie aber bereits dasselbe Prinzip: Für jede Aufgabe gab es ein eigenes Programm.
Über den PCMCIA-Steckplatz ließ sich zusätzlicher Speicher oder ein Pager-Modul einsetzen. Ein App Store, frei herunterladbare Programme oder automatische Software-Updates waren noch Zukunftsmusik. Trotzdem war Simon einem klassischen Handy technisch deutlich näher am Computer als am damaligen Mobiltelefon.
Der IBM Simon konnte digitale Daten über das analoge AMPS-Mobilfunknetz übertragen. Dafür besaß er ein integriertes Modem, das sich mit entfernten Computern und E-Mail-Systemen verbinden konnte. Auch der Versand und Empfang von Faxnachrichten war möglich.
Einen vollwertigen Webbrowser hatte das Verkaufsgerät jedoch nicht. Die bei der Technikdemo gezeigten Börsenkurse, Wetterkarten und Nachrichten waren keine live aus dem Internet geladenen Inhalte. Für solche Dienste fehlten 1994 sowohl eine geeignete Infrastruktur als auch bezahlbare mobile Datenverbindungen.
Das erste Mobiltelefon mit einem vollständigen Internetzugang und HTML-Browser erschien zwei Jahre später. Der Nokia 9000 Communicator verband 1996 Telefon, Tastatur, Office-Programme, E-Mail und Webbrowser. Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation beschreibt ihn deshalb als erstes Mobiltelefon mit vollwertigem Internetzugang.
Der IBM Simon wurde ausschließlich über BellSouth in den USA verkauft. Eine offizielle Version für Deutschland oder andere europäische Länder erschien nicht. Zeitweise bestand zwar Interesse an einer europäischen Variante in Zusammenarbeit mit Alcatel, umgesetzt wurde dieses Vorhaben jedoch nicht.
Auch technisch wäre das amerikanische Modell hier kaum sinnvoll nutzbar gewesen. Simon arbeitete im analogen AMPS-Netz, während sich in Deutschland und weiten Teilen Europas bereits das digitale GSM-Netz ausbreitete.
Das erklärt, weshalb das erste Smartphone hierzulande kaum jemand aus eigener Erfahrung kannte. In Deutschland wurde häufig erst der Nokia 9000 Communicator als Smartphone wahrgenommen. Er kam später auf den Markt, war für europäische Mobilfunknetze ausgelegt und bot mit Tastatur sowie Internetbrowser einen erheblich praktischeren Zugang zu mobilen Computerfunktionen.
Technisch war Simon beeindruckend, als Produkt kämpfte er jedoch mit erheblichen Einschränkungen. Bereits der Einstiegspreis von 899 US-Dollar galt nur in Verbindung mit einem zweijährigen Mobilfunkvertrag. Ohne Vertrag wurden 1.099 US-Dollar fällig.
Dazu kamen das hohe Gewicht und eine Akkulaufzeit von weniger als einer Stunde bei intensiver Nutzung. Mobile Freiheit war 1994 also vorhanden, wurde vom Ladegerät aber streng beaufsichtigt. Auch das analoge Mobilfunknetz war langsam und nur regional verfügbar.
Rund 50.000 Geräte wurden verkauft. Nach ungefähr sechs Monaten nahm BellSouth Simon wieder aus dem Angebot. Für ein Massenprodukt war das zu wenig, für eine bis dahin unbekannte Gerätekategorie jedoch beachtlich. Viele spätere Grundfunktionen eines Smartphones waren bereits vorhanden, nur Größe, Mobilfunknetz und Akkutechnik konnten mit der Idee noch nicht mithalten.
IBM arbeitete zeitweise an kleineren Nachfolgern, brachte jedoch kein weiteres Simon-Modell auf den Markt. Andere Hersteller griffen das Konzept auf und entwickelten es weiter. Nokia konzentrierte sich auf mobile Büroarbeit, BlackBerry machte E-Mail unterwegs populär und Apple stellte später den großen Touchscreen in den Mittelpunkt.
Die drei Geräte stehen für unterschiedliche Stufen der Smartphone-Geschichte. Deshalb werden sie rückblickend häufig miteinander verwechselt.
Der IBM Simon war der erste Vertreter der Geräteklasse. Der Nokia 9000 Communicator machte mobile E-Mail, Internet und Büroprogramme brauchbarer. Das erste Apple iPhone von 2007 veränderte schließlich die Bedienung und machte das Smartphone für ein breites Publikum attraktiv. Der App Store folgte 2008 und verwandelte das Mobiltelefon endgültig in eine erweiterbare Softwareplattform.
Wer nach dem ersten Smartphone der Welt fragt, landet daher nicht beim iPhone oder Nokia Communicator, sondern beim IBM Simon von 1994. Er war schwer, teuer und nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Trotzdem beginnt mit diesem grauen Technikblock die Geschichte jener Geräte, ohne die heute kaum noch jemand das Haus verlässt.
Apple hat das Smartphone also nicht erfunden. Das erste iPhone erschien erst 13 Jahre später und veränderte vor allem, wie einfach und selbstverständlich solche Geräte bedient wurden. Der Anfang der Smartphone-Geschichte führt dagegen zu IBM, BellSouth und einem mehr als 500 Gramm schweren Technikpionier.
Bild: Der IBM Simon kam 1994 als erstes kommerziell erhältliches Smartphone der Welt auf den Markt und wurde über einen Touchscreen mit Eingabestift bedient. (Quelle: IBM, bearbeitet)
1992, 1993 oder 1994: Wann kam IBM Simon heraus?
Beim Erscheinungsjahr des ersten Smartphones tauchen unterschiedliche Angaben auf. Sie widersprechen sich nicht zwingend, sondern beziehen sich auf verschiedene Entwicklungsstufen:
- 1992: IBM zeigt auf der Computermesse COMDEX erstmals eine funktionsfähige Technikdemo.
- 1993: BellSouth kündigt den Simon Personal Communicator als kommerzielles Produkt an.
- 1994: Am 16. August beginnt der Verkauf in den USA.
Als Erscheinungsjahr gilt daher 1994. Erst zu diesem Zeitpunkt konnten Kunden das Gerät regulär kaufen und in einem Mobilfunknetz verwenden. Das britische Science Museum bezeichnet Simon deshalb als das erste Smartphone, das öffentlich in den Verkauf kam.
Die frühere Technikdemo hatte bereits gezeigt, wohin die Reise führen sollte. Auf einem Touchscreen erschienen Telefonfunktionen, Nachrichten, Karten, Wetterinformationen und weitere Anwendungen. Nicht alles davon schaffte es später in das fertige Produkt, doch die Grundidee stand: Ein Mobiltelefon sollte zugleich ein kleiner Computer sein.
Wer hat das erste Smartphone erfunden?
Als Ideengeber des IBM Simon gilt der Elektroingenieur Frank Canova. Er arbeitete bei IBM in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida und erkannte früh, dass Prozessoren, Speicher und Mobilfunktechnik klein genug wurden, um Telefon und Computer in einem tragbaren Gerät zu verbinden.
Canova entwickelte die erste Technikdemo gemeinsam mit einem kleinen IBM-Team. Für die öffentliche Präsentation auf der COMDEX standen den Ingenieuren nur wenige Monate zur Verfügung. Aus dem Versuchsgerät entstand anschließend der marktreife Simon Personal Communicator.
IBM war allerdings nicht allein beteiligt. Mitsubishi Electric produzierte die Hardware, während der amerikanische Mobilfunkanbieter BellSouth den Verkauf und die Vermarktung übernahm. Das erste Smartphone war damit keine spontane Eingebung eines einzelnen Unternehmens, sondern das Ergebnis mehrerer Partner. Die grundlegende Idee und die technische Entwicklung kamen jedoch von Frank Canova und seinem IBM-Team.
Warum gilt IBM Simon als erstes Smartphone der Welt?
Mobiltelefone gab es schon vor dem IBM Simon. Sie waren hauptsächlich zum Telefonieren gedacht und verfügten meist über Zifferntasten, ein kleines Display und nur wenige Zusatzfunktionen. Simon verband erstmals die Aufgaben eines Mobiltelefons mit denen eines Personal Digital Assistant, kurz PDA.
Nutzer konnten nicht nur telefonieren, sondern auch Kontakte und Termine verwalten, Notizen schreiben, E-Mails bearbeiten und Faxe versenden. Für die Bedienung nutzte das Gerät einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit Eingabestift. Selbst die Telefonnummer wurde über eingeblendete Schaltflächen gewählt.
Damit erfüllte Simon bereits viele Merkmale eines Smartphones:
- Telefonie und Datenübertragung
- Touchscreen statt fester Zifferntasten
- Betriebssystem mit grafischer Bedienoberfläche
- mehrere Programme für unterschiedliche Aufgaben
- Speicher für persönliche Daten
- Erweiterungsmöglichkeiten über PCMCIA-Karten
Der Begriff Smartphone war bei der Markteinführung noch nicht gebräuchlich. BellSouth vermarktete das Gerät als Personal Communicator. Erst im Rückblick wurde deutlich, dass IBM damit eine neue Geräteklasse geschaffen hatte.
So sah das erste Smartphone aus: Technik und Funktionen
Das IBM Simon besaß ein langes, kantiges Kunststoffgehäuse mit ausziehbarer Antenne. Fast die gesamte Vorderseite wurde vom monochromen LCD-Touchscreen eingenommen. Bedient wurde er mit einem Stift, der sich deutlich besser für die damalige resistive Displaytechnik eignete als ein Finger.
Mit 20 Zentimetern Länge und einem Gewicht von rund 510 Gramm war Simon allerdings alles andere als handlich. Wer das Gerät länger trug, hatte neben einem Smartphone zumindest ein bescheidenes Unterarmtraining gebucht.
Merkmal | IBM Simon Personal Communicator |
| Marktstart | 16. August 1994 |
| Display | monochromer LCD-Touchscreen |
| Auflösung | 160 × 293 Pixel |
| Bedienung | Eingabestift und Touchscreen |
| Prozessor | NEC V30HL mit 16 MHz |
| Arbeitsspeicher | 1 MB |
| Speicher | 1 MB Flash-Speicher |
| Betriebssystem | Datalight ROM-DOS mit Navigator-Oberfläche |
| Mobilfunk | analoges AMPS-Netz |
| Erweiterung | PCMCIA-Steckplatz |
| Gewicht | rund 510 Gramm |
| Preis | 899 US-Dollar mit Vertrag, 1.099 US-Dollar ohne Vertrag |
Zu den vorinstallierten Programmen gehörten Kalender, Adressbuch, Notizblock, Rechner, Weltzeituhr und eine Zeichenanwendung. Außerdem konnte Simon E-Mails sowie Faxe senden und empfangen. Das waren noch keine Apps aus einem Download-Store, funktional verfolgten sie aber bereits dasselbe Prinzip: Für jede Aufgabe gab es ein eigenes Programm.
Über den PCMCIA-Steckplatz ließ sich zusätzlicher Speicher oder ein Pager-Modul einsetzen. Ein App Store, frei herunterladbare Programme oder automatische Software-Updates waren noch Zukunftsmusik. Trotzdem war Simon einem klassischen Handy technisch deutlich näher am Computer als am damaligen Mobiltelefon.
Was dem IBM Simon noch fehlte
Konnte das erste Smartphone schon ins Internet?
Der IBM Simon konnte digitale Daten über das analoge AMPS-Mobilfunknetz übertragen. Dafür besaß er ein integriertes Modem, das sich mit entfernten Computern und E-Mail-Systemen verbinden konnte. Auch der Versand und Empfang von Faxnachrichten war möglich.
Einen vollwertigen Webbrowser hatte das Verkaufsgerät jedoch nicht. Die bei der Technikdemo gezeigten Börsenkurse, Wetterkarten und Nachrichten waren keine live aus dem Internet geladenen Inhalte. Für solche Dienste fehlten 1994 sowohl eine geeignete Infrastruktur als auch bezahlbare mobile Datenverbindungen.
Das erste Mobiltelefon mit einem vollständigen Internetzugang und HTML-Browser erschien zwei Jahre später. Der Nokia 9000 Communicator verband 1996 Telefon, Tastatur, Office-Programme, E-Mail und Webbrowser. Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation beschreibt ihn deshalb als erstes Mobiltelefon mit vollwertigem Internetzugang.
Gab es IBM Simon in Deutschland?
Der IBM Simon wurde ausschließlich über BellSouth in den USA verkauft. Eine offizielle Version für Deutschland oder andere europäische Länder erschien nicht. Zeitweise bestand zwar Interesse an einer europäischen Variante in Zusammenarbeit mit Alcatel, umgesetzt wurde dieses Vorhaben jedoch nicht.
Auch technisch wäre das amerikanische Modell hier kaum sinnvoll nutzbar gewesen. Simon arbeitete im analogen AMPS-Netz, während sich in Deutschland und weiten Teilen Europas bereits das digitale GSM-Netz ausbreitete.
Das erklärt, weshalb das erste Smartphone hierzulande kaum jemand aus eigener Erfahrung kannte. In Deutschland wurde häufig erst der Nokia 9000 Communicator als Smartphone wahrgenommen. Er kam später auf den Markt, war für europäische Mobilfunknetze ausgelegt und bot mit Tastatur sowie Internetbrowser einen erheblich praktischeren Zugang zu mobilen Computerfunktionen.
Warum der IBM Simon kein Verkaufserfolg wurde
Technisch war Simon beeindruckend, als Produkt kämpfte er jedoch mit erheblichen Einschränkungen. Bereits der Einstiegspreis von 899 US-Dollar galt nur in Verbindung mit einem zweijährigen Mobilfunkvertrag. Ohne Vertrag wurden 1.099 US-Dollar fällig.
Dazu kamen das hohe Gewicht und eine Akkulaufzeit von weniger als einer Stunde bei intensiver Nutzung. Mobile Freiheit war 1994 also vorhanden, wurde vom Ladegerät aber streng beaufsichtigt. Auch das analoge Mobilfunknetz war langsam und nur regional verfügbar.
Rund 50.000 Geräte wurden verkauft. Nach ungefähr sechs Monaten nahm BellSouth Simon wieder aus dem Angebot. Für ein Massenprodukt war das zu wenig, für eine bis dahin unbekannte Gerätekategorie jedoch beachtlich. Viele spätere Grundfunktionen eines Smartphones waren bereits vorhanden, nur Größe, Mobilfunknetz und Akkutechnik konnten mit der Idee noch nicht mithalten.
IBM arbeitete zeitweise an kleineren Nachfolgern, brachte jedoch kein weiteres Simon-Modell auf den Markt. Andere Hersteller griffen das Konzept auf und entwickelten es weiter. Nokia konzentrierte sich auf mobile Büroarbeit, BlackBerry machte E-Mail unterwegs populär und Apple stellte später den großen Touchscreen in den Mittelpunkt.
IBM Simon, Nokia 9000 und iPhone: Welches war das erste Smartphone?
Die drei Geräte stehen für unterschiedliche Stufen der Smartphone-Geschichte. Deshalb werden sie rückblickend häufig miteinander verwechselt.
Gerät | Erscheinungsjahr | Historische Bedeutung |
| IBM Simon | 1994 | erstes kommerziell erhältliches Smartphone und erstes Smartphone mit Touchscreen |
| Nokia 9000 Communicator | 1996 | erstes Mobiltelefon mit vollwertigem Internetzugang und HTML-Browser |
| Apple iPhone | 2007 | prägte das moderne Smartphone mit Multitouch und einfacher Fingerbedienung |
Der IBM Simon war der erste Vertreter der Geräteklasse. Der Nokia 9000 Communicator machte mobile E-Mail, Internet und Büroprogramme brauchbarer. Das erste Apple iPhone von 2007 veränderte schließlich die Bedienung und machte das Smartphone für ein breites Publikum attraktiv. Der App Store folgte 2008 und verwandelte das Mobiltelefon endgültig in eine erweiterbare Softwareplattform.
Wer nach dem ersten Smartphone der Welt fragt, landet daher nicht beim iPhone oder Nokia Communicator, sondern beim IBM Simon von 1994. Er war schwer, teuer und nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Trotzdem beginnt mit diesem grauen Technikblock die Geschichte jener Geräte, ohne die heute kaum noch jemand das Haus verlässt.