Manche Technikgeschichten sind wie alte Fotos aus den 90ern: leicht peinlich, aber unglaublich spannend. Wer heute sein Smartphone in der Hand hält, denkt vermutlich an Apples iPhone von 2007 als „Startpunkt“ der modernen Handy-Ära. Doch Überraschung: Das erste echte Smartphone kam deutlich früher – 1994, um genau zu sein. Es hörte auf den Namen IBM Simon und sah so aus, als hätte jemand einen Ziegelstein mit einem Taschenrechner gekreuzt.

Wann gab es das erste Smartphone wirklich?

Viele stellen sich die Frage: Wann kam das erste Smartphone raus? oder Gab es so etwas überhaupt vor dem iPhone? Die Antwort lautet eindeutig: Ja – und zwar schon in einer Zeit, in der wir noch mit Disketten hantierten und „mobile Daten“ höchstens bedeuteten, dass man mit einem Ordner zum Kopierer lief. Das IBM Simon Smartphone war zwar technisch seiner Zeit voraus, aber in Sachen Alltagstauglichkeit eher ein Gerät für Technik-Nerds mit zu viel Geld und Geduld.

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Bild: Der IBM Simon von 1994: Das erste Smartphone der Welt – mit Touchscreen, Fax und einem Design, das eher an einen Ziegelstein erinnert. / Bildquelle: IBM

Die Geburtsstunde des Smartphones: 1994

Das Jahr 1994 brachte uns nicht nur Eurodance und die erste Playstation, sondern auch ein Stück Technikgeschichte. Der IBM Simon Personal Communicator wurde in den USA auf den Markt gebracht und gilt als das erste Smartphone der Welt.

Sein Design? Schwer und kantig – mit 500 Gramm Gewicht war er mehr Handtrainer als Handysensation. Doch hinter dem grauen Gehäuse steckte Innovation: ein monochromer Touchscreen, bedienbar mit einem Stylus, dazu Telefonie, SMS, Fax, E-Mail und sogar ein rudimentäres App-System. Klingt beeindruckend – bis man erfährt, dass der Akku gerade einmal eine Stunde durchhielt.

Was konnte der IBM Simon wirklich?

Der Funktionsumfang liest sich heute unspektakulär, war damals aber revolutionär:

  • Telefonieren und SMS verschicken
  • E-Mails und sogar Faxnachrichten senden
  • Kalender, Notizblock und Adressbuch
  • Erste Apps wie Taschenrechner und Weltzeituhr

Kurz gesagt: Der IBM Simon war die Swiss Army Knife-Version eines Telefons – nur leider so praktisch wie ein Taschenmesser aus Plastik. Trotzdem legte er den Grundstein für die mobile Welt, die wir heute kennen.

Warum war der IBM Simon kein Erfolg?

So visionär die Idee war, so ernüchternd war die Realität. Der Preis von rund 1.100 Dollar (heute etwa 2.000 Dollar) machte das Gerät unerschwinglich für die meisten. Hinzu kam die erwähnte Akkulaufzeit von einer Stunde, was den IBM Simon zum Champion der „Akku schon wieder leer“-Momente machte.

Auch die Größe war ein Problem: Mit fast 23 cm Länge passte Simon nur in Taschen, die man sonst für Brotdosen nutzte. Kein Wunder also, dass nur rund 50.000 Geräte verkauft wurden, bevor das Experiment wieder vom Markt verschwand.

Der Einfluss auf die Smartphone-Geschichte

Obwohl der IBM Simon ein kommerzieller Flop war, hat er bewiesen, dass die Kombination von Telefonie und Computerfunktionen in einem Gerät möglich ist. Er war eine Art Proof of Concept für kommende Generationen. Ohne ihn hätte es vielleicht weder BlackBerry noch iPhone in der Form gegeben.

Gerade deshalb wird das IBM Simon Smartphone heute als echter Pionier gefeiert – auch wenn es damals im Alltag eher für Frust als für Faszination sorgte.

FAQ: Häufige Fragen zum ersten Smartphone

War das iPhone 2007 nicht das erste Smartphone?
Nein, das iPhone war das erste Smartphone, das massentauglich wurde. Das erste Smartphone der Welt war jedoch der IBM Simon von 1994.​
Wer hat das erste Smartphone erfunden?
Es wurde von IBM in Zusammenarbeit mit BellSouth entwickelt und in den USA verkauft.​
Wie viel hat der IBM Simon gekostet?
Ungefähr 1.100 Dollar, inflationsbereinigt etwa 2.000 Dollar.​
Wie viele IBM Simon wurden verkauft?
Etwa 50.000 Stück – also ein Nischenprodukt, aber historisch wegweisend.​

Fazit: Der Urvater der Smartphones

Der IBM Simon war kein Verkaufsschlager, aber er hat gezeigt, was technisch möglich ist – wenn auch nur für eine Stunde am Stück, bevor das Ladegerät wieder rief. Trotzdem legte er den Grundstein für eine ganze Industrie.

Schon 1996 folgte mit dem Nokia 9000 Communicator ein deutlich erfolgreicheres Gerät, das die Ideen von Simon aufgriff und perfektionierte. Von dort war es nur noch ein langer, aber geradliniger Weg bis zu den Smartphones, die heute in unseren Hosentaschen stecken.