Ein Smartphone für 1,3 Millionen US-Dollar klingt selbst heute noch nach einer Mischung aus Luxuswahn, Sicherheitsparanoia und sehr viel zu viel Zeit beim Juwelier. Genau so ein Gerät war das Diamond Crypto Smartphone: vorgestellt 2006, entworfen von Peter Aloisson für JSC Ancort und damals breit als eines der teuersten Handys der Welt gehandelt. Das Ganze passierte in einer Zeit, in der viele Menschen noch stolz auf polyphone Klingeltöne waren.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was hinter dem Diamond Crypto Smartphone steckte, warum der Preis so absurd hoch ausfiel, welche Technik das Gerät überhaupt bot und wie es sich im Vergleich zu anderen legendären Luxus-Handys wie Vertu einordnen lässt.

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Bild: Das Diamond Crypto Smartphone wurde durch seinen Preis von 1,3 Millionen Dollar weltbekannt und zählt bis heute zu den teuersten Handys der Welt. (Bildquelle: JSC Ancort, bearbeitet)

Was das Diamond Crypto Smartphone überhaupt war

Das Diamond Crypto Smartphone war kein Fantasieprodukt aus einer Luxus-Broschüre mit Goldrand, sondern ein echtes Mobiltelefon aus dem Jahr 2006. Hinter dem Projekt stand das russische Unternehmen JSC Ancort, das gemeinsam mit dem österreichischen Juwelier Peter Aloisson eine extrem exklusive Version eines bereits sicherheitsorientierten Krypto-Smartphones aufbauen ließ.

Spannend ist dabei, dass das Diamond Crypto Smartphone nicht nur als Luxus-Handy vermarktet wurde, sondern auch als Sicherheitsgerät für vermögende und prominente Nutzer. Der Gedanke dahinter war also nicht bloß: Wir kleben Diamanten auf ein Telefon und verlangen den Gegenwert einer kleinen Villa. Es sollte zugleich ein Prestigeobjekt und ein Kommunikationsgerät mit Verschlüsselungsfokus sein.

Warum das Diamond Crypto Smartphone 1,3 Millionen Dollar kostete

Der Preis kam nicht durch besonders fortschrittliche Smartphone-Technik zustande, sondern vor allem durch Material, Handarbeit und den Luxusfaktor auf Steroiden. Zeitgenössische Berichte nennen einen Korpus aus Platin, dazu 18-karätiges Roségold am Logo und an Bedienelementen. Hinzu kamen Ebenholz beziehungsweise Macassar-Ebenholz und weitere edle Materialien, die das Gerät eher wie ein Sammlerstück als wie ein normales Handy wirken ließen.

Bei den Diamanten gehen die Angaben je nach Quelle auseinander. Teilweise ist von 50 Diamanten die Rede, an anderer Stelle von insgesamt 78. Fest steht jedoch, dass das Diamond Crypto Smartphone mit zahlreichen Diamanten besetzt war, darunter auch seltene blaue Exemplare. Schon dadurch hob sich das Gerät selbst im ohnehin exzentrischen Luxus-Segment deutlich von bekannten Modellen anderer Hersteller ab.

Mehr als Schmuck: Welche Technik im Diamond Crypto Smartphone steckte

Technisch war das Diamond Crypto Smartphone für seine Zeit nicht belanglos, aber natürlich auch kein Wunderwerk, das 20 Jahre später noch jemanden vom Stuhl kippen lässt. Berichte aus 2006 nennen Windows CE als Betriebssystem sowie einen 256-Bit-Kryptografieansatz, mit dem Daten und Kommunikation geschützt werden sollten. Genau dieser Sicherheitsaspekt war ein zentraler Teil der Vermarktung. Das Gerät sollte also nicht nur teuer aussehen, sondern vertrauliche Kommunikation absichern.

Gerade das macht das Handy heute so interessant. Viele extrem teure Luxus-Handys waren damals im Kern nur Statussymbole mit Edelsteinen und sehr wenig technischer Substanz. Das Diamond Crypto Smartphone versuchte immerhin, Luxus und Sicherheitsversprechen miteinander zu verknüpfen. Aus heutiger Sicht wirkt das wie ein sehr frühes Nischenkonzept für Leute, denen ein normales Business-Handy zu gewöhnlich und ein Vertu offenbar noch nicht extravagant genug war.

Teurer als Vertu, aber nicht ohne Fußnote

Der Vergleich mit Handys von Vertu liegt nahe, weil Vertu damals der bekannteste Name im Luxus-Handy-Segment war. Ein prominentes Beispiel ist das Vertu Signature Cobra, das 2006 mit rund 310.000 US-Dollar gehandelt wurde. Das war bereits herrlich unvernünftig, lag aber trotzdem meilenweit unter den 1,3 Millionen Dollar des Diamond Crypto Smartphone. Wer also die Überschrift liest, bekommt hier keine Mogelpackung serviert.

Ganz sauber wird die Rekordfrage aber erst mit einer kleinen Einschränkung. Das Diamond Crypto Smartphone wurde 2006 in mehreren Berichten als teuerstes Mobiltelefon der Welt bezeichnet. Später tauchte jedoch auch das GoldVish Le Million als teuerstes verkauftes Mobiltelefon auf. Deshalb ist die historisch präziseste Formulierung nicht einfach: Es war zweifelsfrei das teuerste Handy der Welt. Treffender ist: Es gehörte damals zur absoluten Spitze und wurde häufig als Rekordgerät bezeichnet. Das klingt weniger marktschreierisch, ist aber belastbarer.

Im Vergleich mit anderen bekannten Luxus-Handys wird schnell klar, in welcher Preisregion das Diamond Crypto Smartphone spielte:

Luxus-Handy
Preis
Einordnung
Diamond Crypto Smartphone1,3 Mio. US-DollarExtremes Luxus- und Sicherheits-Handy von JSC Ancort und Peter Aloisson
GoldVish Le Millionca. 1 Mio. EuroSpäter oft als teuerstes verkauftes Mobiltelefon genannt
Vertu Signature Cobraca. 310.000 US-DollarEines der bekanntesten Vertu-Luxusmodelle
Vertu Signature Diamondca. 88.000 US-DollarHandgefertigtes Vertu-Luxus-Handy mit Diamantbesatz

Die Tabelle zeigt ziemlich deutlich, warum das Diamond Crypto Smartphone bis heute immer wieder in Listen rund um das teuerste Handy der Welt auftaucht. Selbst im Luxus-Segment war dieses Gerät kein normales Oberklasse-Spielzeug mehr, sondern blanke Maßlosigkeit mit SIM-Karte.

Diamond Crypto Smartphone als Luxus-Handy mit Legendenstatus

Das Diamond Crypto Smartphone ist weniger wegen seiner Technik in Erinnerung geblieben als wegen seiner extremen Positionierung. 1,3 Millionen Dollar, Edelmetalle, Diamanten und ein Sicherheitskonzept für vertrauliche Kommunikation machten das Gerät schon 2006 zu einer Ausnahmeerscheinung. Gerade deshalb taucht es bis heute immer wieder auf, wenn es um das teuerste Handy der Welt, Luxus-Handys oder extravagante Mobiltelefone aus der Vor-iPhone-Zeit geht.

Während viele alte Spitzenmodelle heute höchstens noch Retro-Charme versprühen, bleibt das Diamond Crypto Smartphone ein Symbol für eine Zeit, in der ein Handy nicht nur telefonieren, sondern vor allem Eindruck machen sollte. Und zwar nicht dezent, sondern ungefähr so subtil wie ein Kronleuchter auf dem Armaturenbrett.