Ein eigenes Mobile Game entwickeln, ohne programmieren zu können? Dafür war bisher mindestens ein Baukastensystem, viel Geduld oder ein Bekannter nötig, der beim Wort JavaScript nicht plötzlich sehr beschäftigt wirkte. Neue KI-Game-Maker senken die Einstiegshürde deutlich: Du beschreibst deine Idee, die Software erzeugt Spielfiguren, Regeln und Level und wenige Augenblicke später lässt sich ein erster Entwurf auf dem Handy starten.
Ganz ohne eigenes Zutun entsteht daraus allerdings selten ein fertiges Spiel für den Google Play Store oder den Apple App Store. Die KI kann einen brauchbaren Prototypen bauen, benötigt für gute Ergebnisse aber klare Anweisungen. Je komplexer das Projekt wird, desto häufiger müssen Regeln korrigiert, Objekte verschoben und Spielmechaniken nachgebessert werden.
Gummy, Remix und GDevelop verfolgen dabei 3 unterschiedliche Ansätze. Gummy setzt Spielideen möglichst direkt per Texteingabe um. Remix verbindet den KI-Generator mit einer Plattform zum Spielen und Teilen. GDevelop verlangt mehr Eigenarbeit, bietet dafür aber wesentlich mehr Kontrolle über das fertige Projekt.
Bild: Mit Gummy, Remix und GDevelop lassen sich eigene Spiele mit KI direkt auf dem Handy erstellen und als spielbare Prototypen umsetzen.
Wie KI aus einer Beschreibung ein Handyspiel erstellt
Am Anfang steht ein Prompt, also eine möglichst genaue Beschreibung des gewünschten Spiels. Ein brauchbarer Auftrag könnte beispielsweise so aussehen:
Die KI muss daraus mehrere Bestandteile ableiten. Sie benötigt eine Spielfigur, eine Touch-Steuerung, Hindernisse, Kollisionsregeln, eine Punkteanzeige und eine Bedingung für das Spielende. Je deutlicher diese Elemente beschrieben werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Raumschiff plötzlich Asteroiden sammelt und vor der Energie davonfliegt.
Für den Einstieg eignen sich überschaubare Spielideen wie Endless Runner, einfache Plattformspiele, Quizspiele, Puzzle oder Reaktionsspiele. Umfangreiche Rollenspiele mit mehreren Welten, frei begehbaren Städten und intelligenten Gegnern bleiben auch mit KI ein größeres Entwicklungsprojekt.
Selbst vertraute Spielkonzepte können deutlich mehr Regeln enthalten, als es zunächst scheint. Wer sich bei Casino AT klassische Spiele wie Roulette, Black Jack oder Poker ansieht, erkennt schnell, wie viele festgelegte Abläufe hinter einer einzigen Spielrunde stecken. Für den ersten KI-Prototypen ist deshalb ein simples Punkte- oder Kartenspiel sinnvoller als der Versuch, ein vollständiges Glücksspielsystem nachzubauen. Bei Spielen um echtes Geld kommen außerdem Altersbeschränkungen und rechtliche Vorgaben hinzu, die ein KI-Game-Maker nicht automatisch erledigt.
Gummy, Remix und GDevelop im Vergleich
Alle 3 Anwendungen sind für Android und iPhone erhältlich. Sie unterscheiden sich jedoch erheblich darin, wie viel Arbeit die KI übernimmt und wie tief der Nutzer anschließend in das Projekt eingreifen kann. Gummy und Remix kommen dem Prinzip Idee eingeben und losspielen am nächsten. GDevelop ist dagegen eine vollständige Game-Engine, deren KI einzelne Aufgaben innerhalb eines größeren Projekts übernimmt.
Gummy erstellt aus wenigen Sätzen ein spielbares 2D-Game
Gummy bietet den direktesten Einstieg. Nach dem Start wird kein leeres Entwicklerfenster mit 38 unbeschrifteten Symbolen geöffnet, sondern zunächst nach der Spielidee gefragt. Die Beschreibung kann Genre, Spielfigur, Ziel und grafischen Stil enthalten. Daraus erzeugt die App ein 2D-Spiel mit Mechaniken, Figuren, Physik und Levelaufbau.
Für unser Raumschiff-Beispiel müssten die wesentlichen Regeln bereits im ersten Prompt stehen: Bewegung per Finger, Asteroiden als Hindernisse, Energie als Sammelobjekt und eine Punkteanzeige. Je mehr Entscheidungen der KI überlassen werden, desto beliebiger kann das Ergebnis ausfallen. Eine Beschreibung wie Weltraumspiel mit Action lässt schließlich reichlich Interpretationsspielraum.
Die erste generierte Version ist nicht das Ende des Projekts. Gummy arbeitet dialogbasiert und kann bestehende Spiele anhand weiterer Anweisungen verändern. Nachträgliche Wünsche könnten beispielsweise lauten:
Der Vorteil dieser Arbeitsweise liegt darin, dass Änderungen nicht erst in einem komplexen Editor gesucht werden müssen. Die KI kennt das vorhandene Projekt und passt einzelne Bestandteile an. Für Feinheiten stehen außerdem visuelle Regler bereit, mit denen sich unter anderem Geschwindigkeit, Schwerkraft, Gesundheit und Schwierigkeit verändern lassen.
Wer genauer verstehen möchte, was im Hintergrund passiert, kann den erzeugten Code öffnen. Gummy Learn ergänzt erstellte Spiele zudem um Erklärungen zur verwendeten Logik und kleinen Lerneinheiten. Das ist hilfreich, wenn aus dem schnellen Experiment später mehr als ein einmaliges Minispiel werden soll.
Gummy eignet sich besonders für Plattformspiele, Shooter, Puzzle, Rennspiele und Endless Runner. Die App kann kostenlos gestartet werden; für unterschiedliche KI-Modelle und umfangreichere Generierungen gibt es zusätzliche In-App-Käufe beziehungsweise ein Münzsystem. Eine kostenlose lokale Variante ermöglicht erste Experimente ohne Münzverbrauch. Das fertige Spiel lässt sich unmittelbar spielen und teilen. Die direkte Veröffentlichung in den großen App Stores wird derzeit noch als kommende Funktion geführt.
Die größte Stärke von Gummy ist die Geschwindigkeit. Eine kleine Idee lässt sich ohne Programmierkenntnisse in einen spielbaren Entwurf verwandeln und anschließend per Dialog ausbauen. Bei umfangreichen Projekten bleibt die Kontrolle jedoch geringer als in einer klassischen Game-Engine. Werden zu viele Mechaniken gleichzeitig angefordert, kann aus dem präzisen Weltraumspiel schnell ein digitales Überraschungsei werden.
Gummy herunterladen: Gummy für Android bei Google Play | Gummy für iPhone und iPad im App Store
Remix verbindet den KI Game Maker mit einer Spieleplattform
Remix konzentriert sich nicht allein auf das Erstellen. Die App ist gleichzeitig eine Arcade-Plattform, auf der Nutzer Spiele entdecken, starten, teilen und als Grundlage für eigene Projekte verwenden können.
Nach der Eingabe einer Beschreibung erzeugt die KI Gameplay, Figuren, Level und passende Grafiken. Dadurch entsteht nicht nur ein technisches Grundgerüst, sondern ein direkt spielbarer Entwurf mit einem eigenen visuellen Stil. Ein Prompt kann sehr knapp beginnen, sollte aber anschließend durch klare Angaben zu Steuerung und Spielziel ergänzt werden.
Der besondere Unterschied zeigt sich nach der Generierung. Statt das Projekt ausschließlich für sich zu speichern, kann der Nutzer es innerhalb von Remix veröffentlichen. Andere Spieler öffnen das Game ohne separate Installation und können darauf reagieren. Bestehende Projekte lassen sich außerdem remixen. Dabei wird eine vorhandene Idee als Ausgangspunkt verwendet und mit eigenen Regeln, Figuren oder grafischen Elementen verändert.
Das ist besonders praktisch, wenn die erste eigene Spielidee noch etwas dünn ausfällt. Anstatt vor einer leeren Fläche auf den kreativen Geistesblitz zu warten, kann ein funktionierendes Grundprinzip übernommen und umgebaut werden.
Was sich bei einem Remix verändern lässt
Je nach Ausgangsprojekt können unter anderem folgende Elemente neu gestaltet werden:
Aus einem einfachen Spiel, in dem eine Katze über Kisten springt, kann so eine Variante mit einem Roboter, Laserschranken und Zeitlimit entstehen. Das Grundgerüst bleibt erhalten, während Thema und Spielablauf schrittweise angepasst werden.
Remix ist derzeit kostenlos, enthält keine klassische Pro-Stufe und kommt ohne Werbeeinblendungen aus. Auch die KI-Erstellung wird als unbegrenzt angeboten. Ob diese Konditionen dauerhaft bestehen bleiben, lässt sich bei einem so jungen Angebot kaum vorhersagen. Aktuell senkt das Modell die Hürde jedoch erheblich, weil nicht schon nach dem dritten misslungenen Prompt die Kreditkarte freundlich hervorgeholt werden muss.
Die Plattform unterstützt das sofortige Teilen der erstellten Spiele. Zusätzlich bietet Remix einen Veröffentlichungsweg in Richtung Google Play und Apple App Store an. Vor einer kommerziellen Veröffentlichung sollten dennoch Eigentumsrechte, verwendete Grafiken, Store-Gebühren und technische Anforderungen geprüft werden. Ein Button zum Veröffentlichen nimmt dem Entwickler nicht automatisch sämtliche Verantwortung für das fertige Produkt ab.
Remix spielt seine Stärke vor allem dann aus, wenn Erstellen und Veröffentlichen eng zusammengehören sollen. Der Nutzer baut nicht in einer abgeschlossenen Entwicklungsumgebung, sondern innerhalb einer Community, die unmittelbar auf das Ergebnis zugreifen kann. Für schnell teilbare Mobile Games und kreative Varianten vorhandener Ideen ist das überzeugend. Wer dagegen jede Kollision und jede Variable selbst kontrollieren möchte, benötigt ein umfangreicheres Werkzeug.
Remix herunterladen: Remix für Android bei Google Play | Remix für iPhone und iPad im App Store | Remix im Browser öffnen
GDevelop bietet mehr Kontrolle über Spiellogik und Level
GDevelop unterscheidet sich deutlich von Gummy und Remix. Die App ist keine reine Prompt-Maschine, sondern eine vollständige Open-Source-Game-Engine für 2D- und 3D-Projekte. Die KI arbeitet innerhalb des Editors und übernimmt gezielte Aufgaben, während Aufbau und Weiterentwicklung des Spiels in den Händen des Nutzers bleiben.
Der Einstieg kann über ein leeres Projekt oder eine Vorlage erfolgen. Anschließend werden Spielfiguren, Hintergründe, Schaltflächen und weitere Objekte in die Szene eingefügt. Bewegungen und Regeln entstehen über ein visuelles Ereignissystem. Vereinfacht folgt es dem Prinzip: Wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist, führt das Spiel eine festgelegte Aktion aus.
Für das Raumschiff-Spiel könnte die Entwicklung auf dem Handy so ablaufen:
Die KI kommt dort zum Einsatz, wo eine neue Mechanik ergänzt oder eine vorhandene Logik verändert werden soll. Der AI Agent kann beispielsweise den Auftrag erhalten, eine Punktevariable anzulegen, eingesammelte Energiezellen zu zählen oder nach drei Treffern den Game-over-Bildschirm einzublenden. Er greift dabei auf Szenen, Objekte und Ereignisse des Projekts zu und nimmt die erforderlichen Änderungen direkt vor.
Diese Arbeitsweise ist langsamer als die sofortige Generierung bei Gummy. Dafür bleibt nachvollziehbar, wie das Spiel aufgebaut ist. Fehler lassen sich gezielter suchen, Mechaniken genauer abstimmen und einzelne Bestandteile später austauschen. GDevelop unterstützt unter anderem Touch-Steuerungen, virtuelle Joysticks, Physik, Partikeleffekte, Beleuchtung, Dialoge, Bestenlisten und Mehrspielerfunktionen.
Auf einem großen Smartphone ist der Editor nutzbar, bei umfangreichen Szenen wird der Platz jedoch knapp. Viele Objekte, Ereignisse und Einstellungsfenster auf einem kleinen Display unterzubringen, erinnert ein wenig an den Versuch, eine komplette Werkstatt in einer Einzimmerwohnung einzurichten. Für längere Projekte ist ein Tablet oder Computer angenehmer. Das Projekt lässt sich anschließend geräteübergreifend weiterbearbeiten.
Bei den Exportmöglichkeiten ist GDevelop den reinen KI-Generatoren voraus. Spiele können auf der eigenen Plattform gd.games veröffentlicht, als Webprojekt bereitgestellt oder für Android und Desktop ausgegeben werden. Für Google Play und iOS stehen je nach Tarif unterschiedliche Kontingente und Veröffentlichungsfunktionen zur Verfügung. Die kostenlose Version enthält eine begrenzte Zahl an KI-Guthaben und ermöglicht bereits erste Projekte; höhere Tarife erweitern Cloud-Speicher, KI-Anfragen und Store-Veröffentlichungen.
GDevelop ist damit die stärkste Wahl, sobald der erste KI-Entwurf nicht genügt. Die App nimmt dem Nutzer nicht die gesamte Entwicklung ab, verhindert aber, dass für jede kleine Mechanik eigener Programmcode geschrieben werden muss.
GDevelop herunterladen: GDevelop für Android bei Google Play | GDevelop für iPhone und iPad im App Store | GDevelop im Browser oder am Computer verwenden
Ein guter Prompt spart später viel Nacharbeit
Die Qualität des ersten Ergebnisses hängt stark von der Beschreibung ab. Ein KI Game Maker kann nur Regeln umsetzen, die genannt oder eindeutig aus dem Genre abgeleitet werden können.
Ein guter Prompt für ein Handyspiel sollte mindestens diese Angaben enthalten:
Statt nur ein Rennspiel einzugeben, ist folgende Beschreibung hilfreicher:
Änderungen sollten anschließend einzeln erfolgen. Werden gleichzeitig neue Gegner, ein Shop, mehrere Level, ein Tag-Nacht-Wechsel und ein Multiplayer-Modus verlangt, steigt die Gefahr, dass bestehende Funktionen beschädigt werden. Besser ist es, nach jeder größeren Anpassung eine Spielrunde zu starten und zu prüfen, ob Steuerung, Punkte und Kollisionsregeln weiterhin stimmen.
Ein KI-Spiel ist nicht automatisch bereit für den App Store
Ein spielbarer Link und eine veröffentlichte App sind zwei unterschiedliche Ergebnisse. Gummy und Remix ermöglichen es, kleine Games schnell bereitzustellen und mit anderen Nutzern zu teilen. Für eine eigenständige Android- oder iPhone-App kommen jedoch weitere Schritte hinzu.
Vor einer Veröffentlichung müssen unter anderem folgende Punkte geklärt werden:
Auch ein kleines Spiel sollte auf mehreren Geräten getestet werden. Ein Button, der auf einem großen Smartphone bequem erreichbar ist, kann auf einem kleineren Display außerhalb des sichtbaren Bereichs landen. Ebenso können ältere Geräte bei vielen Gegnern, Partikeleffekten oder hochauflösenden Grafiken ins Stocken geraten.
Für erste Experimente genügt deshalb meist ein Weblink oder die Veröffentlichung innerhalb der jeweiligen Plattform. Erst wenn Steuerung und Spielmechanik stabil funktionieren, lohnt sich der zusätzliche Aufwand für Google Play oder den Apple App Store.
Mit KI ein eigenes Handyspiel erstellen gelingt am besten in kleinen Schritten
KI-Game-Maker machen aus einer groben Idee erstaunlich schnell einen spielbaren Prototypen. Gummy bietet dafür den direktesten Weg: Spiel beschreiben, Ergebnis starten und Änderungen im Dialog nachreichen. Remix ergänzt dieses Prinzip um eine Community, in der Games gespielt, geteilt und weiterentwickelt werden können. GDevelop benötigt mehr Einarbeitung, bietet dafür aber die beste Grundlage für umfangreichere Projekte und eine spätere Veröffentlichung außerhalb der eigenen Plattform.
Für das erste Spiel reicht eine kleine Mechanik vollkommen aus. Ein Raumschiff, einige Hindernisse und ein Punktestand zeigen bereits, ob die Idee Spaß macht. Weitere Level, Gegner und grafische Effekte können später ergänzt werden. Die KI beschleunigt den Einstieg, ersetzt aber weder eine klare Spielidee noch sorgfältiges Testen.
Wer statt eines Spiels eine klassische Anwendung entwickeln möchte, findet in unserem Ratgeber zum Thema Android-App mit KI erstellen passende Werkzeuge für Apps mit Menüs, Datenbanken und weiteren Funktionen.
Ganz ohne eigenes Zutun entsteht daraus allerdings selten ein fertiges Spiel für den Google Play Store oder den Apple App Store. Die KI kann einen brauchbaren Prototypen bauen, benötigt für gute Ergebnisse aber klare Anweisungen. Je komplexer das Projekt wird, desto häufiger müssen Regeln korrigiert, Objekte verschoben und Spielmechaniken nachgebessert werden.
Gummy, Remix und GDevelop verfolgen dabei 3 unterschiedliche Ansätze. Gummy setzt Spielideen möglichst direkt per Texteingabe um. Remix verbindet den KI-Generator mit einer Plattform zum Spielen und Teilen. GDevelop verlangt mehr Eigenarbeit, bietet dafür aber wesentlich mehr Kontrolle über das fertige Projekt.
Bild: Mit Gummy, Remix und GDevelop lassen sich eigene Spiele mit KI direkt auf dem Handy erstellen und als spielbare Prototypen umsetzen.
Wie KI aus einer Beschreibung ein Handyspiel erstellt
Am Anfang steht ein Prompt, also eine möglichst genaue Beschreibung des gewünschten Spiels. Ein brauchbarer Auftrag könnte beispielsweise so aussehen:
Die KI muss daraus mehrere Bestandteile ableiten. Sie benötigt eine Spielfigur, eine Touch-Steuerung, Hindernisse, Kollisionsregeln, eine Punkteanzeige und eine Bedingung für das Spielende. Je deutlicher diese Elemente beschrieben werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Raumschiff plötzlich Asteroiden sammelt und vor der Energie davonfliegt.
Für den Einstieg eignen sich überschaubare Spielideen wie Endless Runner, einfache Plattformspiele, Quizspiele, Puzzle oder Reaktionsspiele. Umfangreiche Rollenspiele mit mehreren Welten, frei begehbaren Städten und intelligenten Gegnern bleiben auch mit KI ein größeres Entwicklungsprojekt.
Selbst vertraute Spielkonzepte können deutlich mehr Regeln enthalten, als es zunächst scheint. Wer sich bei Casino AT klassische Spiele wie Roulette, Black Jack oder Poker ansieht, erkennt schnell, wie viele festgelegte Abläufe hinter einer einzigen Spielrunde stecken. Für den ersten KI-Prototypen ist deshalb ein simples Punkte- oder Kartenspiel sinnvoller als der Versuch, ein vollständiges Glücksspielsystem nachzubauen. Bei Spielen um echtes Geld kommen außerdem Altersbeschränkungen und rechtliche Vorgaben hinzu, die ein KI-Game-Maker nicht automatisch erledigt.
Gummy, Remix und GDevelop im Vergleich
Merkmal | Gummy | Remix | GDevelop |
| Schwerpunkt | Schnelle 2D-Spiele aus einer Beschreibung | Spiele erstellen, teilen und remixen | Umfangreichere Spiele mit mehr Kontrolle |
| Erstellung | Prompt und weitere Anweisungen an die KI | Prompt mit automatisch erzeugten Spielinhalten | KI-Unterstützung, Vorlagen und No-Code-Editor |
| Bearbeitung | Texteingaben, visuelle Einstellungen und Code-Editor | Regeln, Figuren und vorhandene Projekte verändern | Ereignissystem, Objekte, Verhalten und eigener Code |
| Vorkenntnisse | Kaum erforderlich | Kaum erforderlich | Etwas Einarbeitung sinnvoll |
| Teilen und Export | Spielbarer Weblink | Veröffentlichung innerhalb der Remix-Plattform | Web, Android, Desktop und teilweise iOS |
| Geeignet für | Schnelle spielbare Prototypen | Kreative Minispiele mit Community-Fokus | Größere und genauer anpassbare Projekte |
Alle 3 Anwendungen sind für Android und iPhone erhältlich. Sie unterscheiden sich jedoch erheblich darin, wie viel Arbeit die KI übernimmt und wie tief der Nutzer anschließend in das Projekt eingreifen kann. Gummy und Remix kommen dem Prinzip Idee eingeben und losspielen am nächsten. GDevelop ist dagegen eine vollständige Game-Engine, deren KI einzelne Aufgaben innerhalb eines größeren Projekts übernimmt.
Gummy erstellt aus wenigen Sätzen ein spielbares 2D-Game
Gummy bietet den direktesten Einstieg. Nach dem Start wird kein leeres Entwicklerfenster mit 38 unbeschrifteten Symbolen geöffnet, sondern zunächst nach der Spielidee gefragt. Die Beschreibung kann Genre, Spielfigur, Ziel und grafischen Stil enthalten. Daraus erzeugt die App ein 2D-Spiel mit Mechaniken, Figuren, Physik und Levelaufbau.
Für unser Raumschiff-Beispiel müssten die wesentlichen Regeln bereits im ersten Prompt stehen: Bewegung per Finger, Asteroiden als Hindernisse, Energie als Sammelobjekt und eine Punkteanzeige. Je mehr Entscheidungen der KI überlassen werden, desto beliebiger kann das Ergebnis ausfallen. Eine Beschreibung wie Weltraumspiel mit Action lässt schließlich reichlich Interpretationsspielraum.
Die erste generierte Version ist nicht das Ende des Projekts. Gummy arbeitet dialogbasiert und kann bestehende Spiele anhand weiterer Anweisungen verändern. Nachträgliche Wünsche könnten beispielsweise lauten:
- Das Raumschiff soll sich schneller bewegen.
- Nach 30 Sekunden sollen mehr Asteroiden erscheinen.
- Drei eingesammelte Energiezellen sollen ein Schutzschild aktivieren.
- Der Hintergrund soll wie eine dunkle Pixel-Art-Galaxie aussehen.
Der Vorteil dieser Arbeitsweise liegt darin, dass Änderungen nicht erst in einem komplexen Editor gesucht werden müssen. Die KI kennt das vorhandene Projekt und passt einzelne Bestandteile an. Für Feinheiten stehen außerdem visuelle Regler bereit, mit denen sich unter anderem Geschwindigkeit, Schwerkraft, Gesundheit und Schwierigkeit verändern lassen.
Wer genauer verstehen möchte, was im Hintergrund passiert, kann den erzeugten Code öffnen. Gummy Learn ergänzt erstellte Spiele zudem um Erklärungen zur verwendeten Logik und kleinen Lerneinheiten. Das ist hilfreich, wenn aus dem schnellen Experiment später mehr als ein einmaliges Minispiel werden soll.
Gummy eignet sich besonders für Plattformspiele, Shooter, Puzzle, Rennspiele und Endless Runner. Die App kann kostenlos gestartet werden; für unterschiedliche KI-Modelle und umfangreichere Generierungen gibt es zusätzliche In-App-Käufe beziehungsweise ein Münzsystem. Eine kostenlose lokale Variante ermöglicht erste Experimente ohne Münzverbrauch. Das fertige Spiel lässt sich unmittelbar spielen und teilen. Die direkte Veröffentlichung in den großen App Stores wird derzeit noch als kommende Funktion geführt.
Die größte Stärke von Gummy ist die Geschwindigkeit. Eine kleine Idee lässt sich ohne Programmierkenntnisse in einen spielbaren Entwurf verwandeln und anschließend per Dialog ausbauen. Bei umfangreichen Projekten bleibt die Kontrolle jedoch geringer als in einer klassischen Game-Engine. Werden zu viele Mechaniken gleichzeitig angefordert, kann aus dem präzisen Weltraumspiel schnell ein digitales Überraschungsei werden.
Gummy herunterladen: Gummy für Android bei Google Play | Gummy für iPhone und iPad im App Store
Remix verbindet den KI Game Maker mit einer Spieleplattform
Remix konzentriert sich nicht allein auf das Erstellen. Die App ist gleichzeitig eine Arcade-Plattform, auf der Nutzer Spiele entdecken, starten, teilen und als Grundlage für eigene Projekte verwenden können.
Nach der Eingabe einer Beschreibung erzeugt die KI Gameplay, Figuren, Level und passende Grafiken. Dadurch entsteht nicht nur ein technisches Grundgerüst, sondern ein direkt spielbarer Entwurf mit einem eigenen visuellen Stil. Ein Prompt kann sehr knapp beginnen, sollte aber anschließend durch klare Angaben zu Steuerung und Spielziel ergänzt werden.
Der besondere Unterschied zeigt sich nach der Generierung. Statt das Projekt ausschließlich für sich zu speichern, kann der Nutzer es innerhalb von Remix veröffentlichen. Andere Spieler öffnen das Game ohne separate Installation und können darauf reagieren. Bestehende Projekte lassen sich außerdem remixen. Dabei wird eine vorhandene Idee als Ausgangspunkt verwendet und mit eigenen Regeln, Figuren oder grafischen Elementen verändert.
Das ist besonders praktisch, wenn die erste eigene Spielidee noch etwas dünn ausfällt. Anstatt vor einer leeren Fläche auf den kreativen Geistesblitz zu warten, kann ein funktionierendes Grundprinzip übernommen und umgebaut werden.
Was sich bei einem Remix verändern lässt
Je nach Ausgangsprojekt können unter anderem folgende Elemente neu gestaltet werden:
- Figuren und grafischer Stil
- Geschwindigkeit und Schwierigkeitsgrad
- Gegner, Hindernisse und Sammelobjekte
- Level und Spielziele
- einzelne Regeln und Bewegungsabläufe
Aus einem einfachen Spiel, in dem eine Katze über Kisten springt, kann so eine Variante mit einem Roboter, Laserschranken und Zeitlimit entstehen. Das Grundgerüst bleibt erhalten, während Thema und Spielablauf schrittweise angepasst werden.
Remix ist derzeit kostenlos, enthält keine klassische Pro-Stufe und kommt ohne Werbeeinblendungen aus. Auch die KI-Erstellung wird als unbegrenzt angeboten. Ob diese Konditionen dauerhaft bestehen bleiben, lässt sich bei einem so jungen Angebot kaum vorhersagen. Aktuell senkt das Modell die Hürde jedoch erheblich, weil nicht schon nach dem dritten misslungenen Prompt die Kreditkarte freundlich hervorgeholt werden muss.
Die Plattform unterstützt das sofortige Teilen der erstellten Spiele. Zusätzlich bietet Remix einen Veröffentlichungsweg in Richtung Google Play und Apple App Store an. Vor einer kommerziellen Veröffentlichung sollten dennoch Eigentumsrechte, verwendete Grafiken, Store-Gebühren und technische Anforderungen geprüft werden. Ein Button zum Veröffentlichen nimmt dem Entwickler nicht automatisch sämtliche Verantwortung für das fertige Produkt ab.
Remix spielt seine Stärke vor allem dann aus, wenn Erstellen und Veröffentlichen eng zusammengehören sollen. Der Nutzer baut nicht in einer abgeschlossenen Entwicklungsumgebung, sondern innerhalb einer Community, die unmittelbar auf das Ergebnis zugreifen kann. Für schnell teilbare Mobile Games und kreative Varianten vorhandener Ideen ist das überzeugend. Wer dagegen jede Kollision und jede Variable selbst kontrollieren möchte, benötigt ein umfangreicheres Werkzeug.
Remix herunterladen: Remix für Android bei Google Play | Remix für iPhone und iPad im App Store | Remix im Browser öffnen
GDevelop bietet mehr Kontrolle über Spiellogik und Level
GDevelop unterscheidet sich deutlich von Gummy und Remix. Die App ist keine reine Prompt-Maschine, sondern eine vollständige Open-Source-Game-Engine für 2D- und 3D-Projekte. Die KI arbeitet innerhalb des Editors und übernimmt gezielte Aufgaben, während Aufbau und Weiterentwicklung des Spiels in den Händen des Nutzers bleiben.
Der Einstieg kann über ein leeres Projekt oder eine Vorlage erfolgen. Anschließend werden Spielfiguren, Hintergründe, Schaltflächen und weitere Objekte in die Szene eingefügt. Bewegungen und Regeln entstehen über ein visuelles Ereignissystem. Vereinfacht folgt es dem Prinzip: Wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist, führt das Spiel eine festgelegte Aktion aus.
Für das Raumschiff-Spiel könnte die Entwicklung auf dem Handy so ablaufen:
- Ein neues Projekt im Hochformat anlegen.
- Raumschiff, Asteroiden und Energiezellen als Objekte einfügen.
- Eine Touch-Steuerung für die horizontale Bewegung festlegen.
- Kollisionen mit Asteroiden und Sammelobjekten definieren.
- Punkte, Lebensenergie und ein Ende der Spielrunde ergänzen.
- Das Ergebnis über die Vorschau direkt auf dem Smartphone testen.
Die KI kommt dort zum Einsatz, wo eine neue Mechanik ergänzt oder eine vorhandene Logik verändert werden soll. Der AI Agent kann beispielsweise den Auftrag erhalten, eine Punktevariable anzulegen, eingesammelte Energiezellen zu zählen oder nach drei Treffern den Game-over-Bildschirm einzublenden. Er greift dabei auf Szenen, Objekte und Ereignisse des Projekts zu und nimmt die erforderlichen Änderungen direkt vor.
Diese Arbeitsweise ist langsamer als die sofortige Generierung bei Gummy. Dafür bleibt nachvollziehbar, wie das Spiel aufgebaut ist. Fehler lassen sich gezielter suchen, Mechaniken genauer abstimmen und einzelne Bestandteile später austauschen. GDevelop unterstützt unter anderem Touch-Steuerungen, virtuelle Joysticks, Physik, Partikeleffekte, Beleuchtung, Dialoge, Bestenlisten und Mehrspielerfunktionen.
Auf einem großen Smartphone ist der Editor nutzbar, bei umfangreichen Szenen wird der Platz jedoch knapp. Viele Objekte, Ereignisse und Einstellungsfenster auf einem kleinen Display unterzubringen, erinnert ein wenig an den Versuch, eine komplette Werkstatt in einer Einzimmerwohnung einzurichten. Für längere Projekte ist ein Tablet oder Computer angenehmer. Das Projekt lässt sich anschließend geräteübergreifend weiterbearbeiten.
Bei den Exportmöglichkeiten ist GDevelop den reinen KI-Generatoren voraus. Spiele können auf der eigenen Plattform gd.games veröffentlicht, als Webprojekt bereitgestellt oder für Android und Desktop ausgegeben werden. Für Google Play und iOS stehen je nach Tarif unterschiedliche Kontingente und Veröffentlichungsfunktionen zur Verfügung. Die kostenlose Version enthält eine begrenzte Zahl an KI-Guthaben und ermöglicht bereits erste Projekte; höhere Tarife erweitern Cloud-Speicher, KI-Anfragen und Store-Veröffentlichungen.
GDevelop ist damit die stärkste Wahl, sobald der erste KI-Entwurf nicht genügt. Die App nimmt dem Nutzer nicht die gesamte Entwicklung ab, verhindert aber, dass für jede kleine Mechanik eigener Programmcode geschrieben werden muss.
GDevelop herunterladen: GDevelop für Android bei Google Play | GDevelop für iPhone und iPad im App Store | GDevelop im Browser oder am Computer verwenden
Ein guter Prompt spart später viel Nacharbeit
Die Qualität des ersten Ergebnisses hängt stark von der Beschreibung ab. Ein KI Game Maker kann nur Regeln umsetzen, die genannt oder eindeutig aus dem Genre abgeleitet werden können.
Ein guter Prompt für ein Handyspiel sollte mindestens diese Angaben enthalten:
- Spielgenre und Perspektive
- Ausrichtung im Hoch- oder Querformat
- steuerbare Figur
- Ziel der Spielrunde
- Hindernisse oder Gegner
- Punkte, Leben oder Zeitlimit
- gewünschter Grafikstil
Statt nur ein Rennspiel einzugeben, ist folgende Beschreibung hilfreicher:
Änderungen sollten anschließend einzeln erfolgen. Werden gleichzeitig neue Gegner, ein Shop, mehrere Level, ein Tag-Nacht-Wechsel und ein Multiplayer-Modus verlangt, steigt die Gefahr, dass bestehende Funktionen beschädigt werden. Besser ist es, nach jeder größeren Anpassung eine Spielrunde zu starten und zu prüfen, ob Steuerung, Punkte und Kollisionsregeln weiterhin stimmen.
Ein KI-Spiel ist nicht automatisch bereit für den App Store
Ein spielbarer Link und eine veröffentlichte App sind zwei unterschiedliche Ergebnisse. Gummy und Remix ermöglichen es, kleine Games schnell bereitzustellen und mit anderen Nutzern zu teilen. Für eine eigenständige Android- oder iPhone-App kommen jedoch weitere Schritte hinzu.
Vor einer Veröffentlichung müssen unter anderem folgende Punkte geklärt werden:
- Funktioniert die Touch-Steuerung auf verschiedenen Displaygrößen?
- Bleiben Spielstand und Einstellungen nach einem Neustart erhalten?
- Sind alle Grafiken, Sounds und Schriftarten rechtlich nutzbar?
- Gibt es eine Datenschutzerklärung, falls Nutzerdaten verarbeitet werden?
- Erfüllt das Spiel die technischen und inhaltlichen Store-Vorgaben?
- Laufen Werbung oder In-App-Käufe korrekt und transparent?
Auch ein kleines Spiel sollte auf mehreren Geräten getestet werden. Ein Button, der auf einem großen Smartphone bequem erreichbar ist, kann auf einem kleineren Display außerhalb des sichtbaren Bereichs landen. Ebenso können ältere Geräte bei vielen Gegnern, Partikeleffekten oder hochauflösenden Grafiken ins Stocken geraten.
Für erste Experimente genügt deshalb meist ein Weblink oder die Veröffentlichung innerhalb der jeweiligen Plattform. Erst wenn Steuerung und Spielmechanik stabil funktionieren, lohnt sich der zusätzliche Aufwand für Google Play oder den Apple App Store.
Mit KI ein eigenes Handyspiel erstellen gelingt am besten in kleinen Schritten
KI-Game-Maker machen aus einer groben Idee erstaunlich schnell einen spielbaren Prototypen. Gummy bietet dafür den direktesten Weg: Spiel beschreiben, Ergebnis starten und Änderungen im Dialog nachreichen. Remix ergänzt dieses Prinzip um eine Community, in der Games gespielt, geteilt und weiterentwickelt werden können. GDevelop benötigt mehr Einarbeitung, bietet dafür aber die beste Grundlage für umfangreichere Projekte und eine spätere Veröffentlichung außerhalb der eigenen Plattform.
Für das erste Spiel reicht eine kleine Mechanik vollkommen aus. Ein Raumschiff, einige Hindernisse und ein Punktestand zeigen bereits, ob die Idee Spaß macht. Weitere Level, Gegner und grafische Effekte können später ergänzt werden. Die KI beschleunigt den Einstieg, ersetzt aber weder eine klare Spielidee noch sorgfältiges Testen.
Wer statt eines Spiels eine klassische Anwendung entwickeln möchte, findet in unserem Ratgeber zum Thema Android-App mit KI erstellen passende Werkzeuge für Apps mit Menüs, Datenbanken und weiteren Funktionen.