Ein Solarpark lässt sich heute bequem per App überwachen. Aktuelle Leistung, Tagesertrag und Störungsmeldungen landen direkt auf dem Smartphone, sodass Betreiber nicht für jede Kontrolle das umfangreiche Webportal am Computer öffnen müssen.

Besonders hilfreich sind Push-Benachrichtigungen bei Gerätefehlern oder abgebrochenen Datenverbindungen. Die Sonne meldet sich schließlich nicht persönlich, wenn ein Wechselrichter seit dem Vormittag nur noch dekorativ herumsteht.

Welche App verwendet werden kann, hängt von der Technik im Solarpark ab. Manche Anwendungen arbeiten eng mit den Wechselrichtern eines bestimmten Herstellers zusammen, andere führen Daten aus unterschiedlichen Systemen in einer gemeinsamen Übersicht zusammen.

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Bild: Mit einer PV-Monitoring-App lassen sich Solarpark-Ertrag, aktuelle Leistung und Störungsmeldungen direkt auf dem Smartphone überwachen.

Vom Wechselrichter zur App​


Die Betriebsdaten werden von Wechselrichtern, Stromzählern und Sensoren erfasst. Ein Datenlogger oder Gateway sendet sie an die zugehörige Monitoring-Plattform, über die sie anschließend auf dem Smartphone erscheinen.

Bei einer bestehenden Anlage lohnt es sich deshalb, nicht nur auf Module, Wechselrichter und bisherige Stromerträge zu achten. Wer einen Solarpark kaufen möchte, sollte auch prüfen, welche Monitoring-Lösung eingerichtet ist, wie weit die Ertragshistorie zurückreicht und ob die vorhandenen Zugänge vollständig übertragen werden. So bleiben frühere Messwerte erhalten und die mobile Überwachung kann ohne längere Unterbrechung weiterlaufen.

Eine beliebige App aus dem Store kann nicht einfach mit jedem Solarpark verbunden werden. VCOM Monitoring ist vergleichsweise offen für unterschiedliche Datenquellen, während FusionSolar und SMA 360° ihre Stärken vor allem innerhalb der jeweiligen Herstellertechnik ausspielen.

3 Apps für die mobile Überwachung von Solarparks​


1. VCOM Monitoring für mehrere Anlagen und gemischte Technik​


VCOM Monitoring von meteocontrol richtet sich an Betreiber, Investoren und technische Verantwortliche, die nicht nur eine einzelne Photovoltaikanlage im Blick behalten möchten. Nach der Anmeldung erscheint das hinterlegte Portfolio mit aktuellen Erträgen, Leistungswerten und Anlagenzuständen. Auffällige Standorte lassen sich von dort aus direkt öffnen.

VCOM Monitoring auf einen Blick

Geeignet fürMehrere Solarparks und gemischte Anlagenbestände
Wichtige AnzeigenEnergieertrag, aktuelle Leistung und Performance Ratio
Besondere StärkeUnterstützung zahlreicher Datenlogger und Hersteller
Ergänzende AppVCOM O&M für Tickets und Wartungseinsätze
VoraussetzungEingerichteter Zugang zur VCOM Cloud

Bei einem größeren Portfolio erspart die gemeinsame Übersicht das ständige Wechseln zwischen verschiedenen Hersteller-Apps. VCOM unterstützt zahlreiche Datenquellen, darunter beispielsweise Systeme von Huawei, SMA, SolarEdge, Fronius, Sungrow und Solar-Log. Welche Messwerte übernommen werden, hängt von der jeweiligen Schnittstelle und der Konfiguration vor Ort ab.

Neben dem Energieertrag zeigt die App auch die Performance Ratio. Diese Kennzahl hilft dabei, die Anlagenleistung unter Berücksichtigung der verfügbaren Einstrahlungsdaten einzuordnen. Ein schwächerer Tagesertrag muss schließlich kein technisches Problem sein, wenn sich die Sonne den ganzen Tag hinter einer geschlossenen Wolkendecke versteckt hat.

Für Wartungsarbeiten stellt meteocontrol zusätzlich die VCOM O&M App bereit. Techniker können darin Arbeitsaufträge und Tickets öffnen, Kommentare ergänzen und Bilder vom Einsatz hinterlegen. Die Bearbeitung ist teilweise offline möglich; die Daten werden synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung besteht.

Die Aufteilung auf zwei Anwendungen hält Überwachung und Service sauber auseinander. Betreiber erhalten in VCOM Monitoring eine übersichtliche Ansicht ihrer Anlagen, während technisches Personal die Wartungsaufgaben in der O&M App abarbeitet. Für mehrere Solarparks mit unterschiedlicher Hardware ist VCOM daher die vielseitigste Lösung in diesem Vergleich.

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2. Huawei FusionSolar mit Zugriff auf einzelne Geräte​


FusionSolar zeigt nach dem Öffnen zunächst den Zustand des ausgewählten Solarparks. In der Übersicht stehen aktuelle Leistung, Energieertrag, Wetterinformationen und vorhandene Alarme. Bei passend ausgestatteten Anlagen kommt ein Energieflussdiagramm hinzu, das die Leistung von Photovoltaiksystem, Netz, Verbrauchern und Speicher darstellt.

Auf dem Smartphone lassen sich unter anderem folgende Daten abrufen:

  • Tages-, Monats- und Gesamtertrag
  • aktuelle Leistung des Solarparks
  • Zustand der eingebundenen Wechselrichter
  • aktive und zurückliegende Alarme
  • Zeitpunkt der letzten Datenübertragung
  • Werte vorhandener Stromspeicher
  • spezifischer Ertrag und weitere Anlagenkennzahlen

Die App bleibt nicht auf der Gesamtansicht stehen. Einzelne Wechselrichter und weitere Komponenten können separat geöffnet werden. Fällt die Stromproduktion unerwartet ab, lässt sich dadurch erkennen, ob der gesamte Standort betroffen ist oder nur ein Teil der Anlage ungewöhnliche Werte liefert.

Besonders detailliert wird FusionSolar bei Anlagen mit Huawei-Optimierern und einem eingerichteten Modulplan. Die App stellt den Zustand der Optimierer grafisch dar und kennzeichnet fehlerhafte, getrennte oder nicht erreichbare Komponenten. Zu einzelnen Geräten sind unter anderem Energieertrag, Ausgangsleistung und Spannung verfügbar. Bei Tausenden Modulen ist diese Ansicht erheblich hilfreicher, als auf dem Gelände auf gut Glück Solardetektiv zu spielen.

FusionSolar ist jedoch keine herstellerübergreifende Monitoring-App. Am meisten bietet sie bei Solarparks, in denen Huawei-Wechselrichter, SmartLogger und weitere Komponenten vollständig in die FusionSolar-Plattform eingebunden sind. Bei einem gemischten Anlagenbestand ist VCOM flexibler, innerhalb eines Huawei-Systems liefert FusionSolar dagegen den tieferen Blick auf einzelne Geräte.

Android-Nutzer beziehen die App über Huawei beziehungsweise die AppGallery. Für iPhone und iPad steht sie im Apple App Store bereit.

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3. SMA 360° für Anlagenkontrolle und Service​


SMA 360° ist stärker auf Installateure und technische Fachkräfte zugeschnitten. Die App verbindet den mobilen Zugriff auf SMA-Systeme mit Werkzeugen für Inbetriebnahme, Konfiguration und Fehlerbearbeitung.

Bei der Anlagenkontrolle erhalten Nutzer Zugriff auf die ihnen zugeordneten Systeme. Messwerte, Erträge und Ereignisse können unterwegs geprüft werden. Das zugehörige Sunny Portal fasst mehrere Anlagen in einem Konto zusammen und bietet Gruppen, Berichte sowie Alarme für Kommunikationsprobleme.

Bei der Inbetriebnahme wird der QR-Code eines unterstützten Geräts mit der Smartphone-Kamera gescannt. Die App erkennt kompatible Komponenten, führt durch die Konfiguration und übernimmt die Registrierung für das Monitoring im Sunny Portal. SMA konzentriert diese Funktionen derzeit besonders auf die eigene Home Energy Solution und den Sunny Boy Smart Energy.

Bei einer Störung stehen Ereignisinformationen, technische Unterlagen und schrittweise Hilfen zur Verfügung. Handbücher, Richtlinien und Videos können direkt in der App aufgerufen werden. Der Techniker muss am Wechselrichter also nicht erst im mobilen Browser nach einer PDF suchen, die zuletzt 2013 in einem obskuren Forenthread verlinkt wurde.

SMA 360° ist damit keine reine Ertrags-App für Eigentümer. Ihre Stärke liegt in der Verbindung aus Anlagenzugriff, Einrichtung und technischem Service. Für professionelle Solarparks mit SMA-Komponenten sollte vorab geprüft werden, welche Wechselrichter und Systemfunktionen von der aktuellen App-Version unterstützt werden. Das eigentliche Anlagenportfolio und ausführlichere Auswertungen bleiben eng mit dem Sunny Portal verbunden.

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Welche Messwerte bei der Kontrolle weiterhelfen​


Eine PV-Monitoring-App kann zahlreiche Diagramme und Zahlen anzeigen. Für eine schnelle Einschätzung reichen häufig wenige Angaben, sofern sie gemeinsam betrachtet werden.

Aktuelle Leistung​


Die aktuelle Leistung zeigt, wie viel Strom der Solarpark in diesem Moment produziert. Der Wert allein ist jedoch nur begrenzt aussagekräftig. Uhrzeit, Wetter und die Leistung vergleichbarer Wechselrichter gehören immer dazu.

Liefert ein Gerät bei ähnlicher Ausrichtung deutlich weniger als die übrigen Wechselrichter, kann ein Problem in diesem Anlagenteil vorliegen. Sind alle Werte gleichmäßig niedrig, ist möglicherweise einfach die Bewölkung verantwortlich.

Tages- und Monatsertrag​


Der Tagesertrag gibt einen schnellen Überblick über die bisher erzeugte Energie. Der Monatsertrag eignet sich besser für längerfristige Abweichungen, weil einzelne Schlechtwettertage weniger stark ins Gewicht fallen.

Für den Vergleich verschieden großer Anlagen reichen absolute Kilowattstunden nicht aus. Ein Solarpark mit zehn Megawatt installierter Leistung erzeugt naturgemäß mehr Strom als eine wesentlich kleinere Anlage.

Spezifischer Ertrag​


Der spezifische Ertrag setzt die erzeugte Energie ins Verhältnis zur installierten Leistung. Dadurch lassen sich verschieden große Solarparks oder einzelne Anlagenbereiche besser miteinander vergleichen.

Bleibt ein Teil des Solarparks pro installiertem Kilowattpeak dauerhaft hinter vergleichbaren Bereichen zurück, sollte die Ursache näher geprüft werden.

Performance Ratio​


Die Performance Ratio setzt den tatsächlichen Ertrag in Beziehung zu den Ertragsmöglichkeiten unter den gemessenen Bedingungen. Dafür werden neben der installierten Leistung auch Einstrahlungsdaten benötigt.

Sinkt die Performance Ratio trotz stabiler Sonneneinstrahlung, können technische Verluste, Verschmutzung, Verschattung oder ausgefallene Komponenten dahinterstecken. Ohne geeignete Einstrahlungssensoren ist die Kennzahl allerdings nur eingeschränkt nutzbar.

Zeitpunkt der letzten Datenübertragung​


Zeigt ein Wechselrichter plötzlich keine Leistung mehr an, muss er nicht zwangsläufig ausgefallen sein. Möglicherweise hat nur der Datenlogger die Verbindung zur Plattform verloren.

Deshalb sollte neben dem Alarmstatus immer geprüft werden, wann zuletzt neue Messwerte eingegangen sind. Ein Kommunikationsfehler und ein technischer Defekt verlangen schließlich unterschiedliche Maßnahmen.

Was nach einer Warnmeldung zu prüfen ist​


Erscheint eine Störungsmeldung auf dem Smartphone, lohnt sich zuerst ein Blick auf Zeitpunkt und betroffene Komponente. Eine alte Warnung kann längst erledigt sein, während eine neue Meldung zusammen mit fehlenden Messwerten auf ein aktuelles Problem hinweist.

Danach werden die zuletzt übertragenen Daten und die aktuelle Leistung geprüft. Vergleichswerte anderer Wechselrichter zeigen, ob nur ein Teil der Anlage betroffen ist. Liefern sämtliche Geräte keine plausiblen Werte mehr, kommen neben einer zentralen Abschaltung auch ein Netzproblem oder eine unterbrochene Datenverbindung infrage.

Für die erste Kontrolle bietet sich diese Reihenfolge an:

  1. Zeitpunkt und Inhalt der Meldung ansehen.
  2. Letzte Datenübertragung kontrollieren.
  3. Leistung vergleichbarer Wechselrichter öffnen.
  4. Betroffene Geräte und Fehlercodes dokumentieren.
  5. Meldung an den zuständigen Service weitergeben.
  6. Falls nötig einen Einsatz vor Ort veranlassen.

Eine Monitoring-App repariert keine defekte Komponente. Sie kann aber verhindern, dass ein Fehler über Stunden oder sogar Tage unbemerkt bleibt, und liefert dem Service schon vor der Anfahrt erste Anhaltspunkte.

PV-Monitoring auf dem Handy besser nutzen​


Eine korrekt eingerichtete App ist nur der Anfang. Mit einigen Anpassungen lässt sich die Anlagenkontrolle übersichtlicher gestalten und unnötiger Alarm vermeiden.

  • Push-Meldungen gezielt einstellen: Nicht jede kleine Leistungsschwankung braucht eine Benachrichtigung. Sinnvoll sind vor allem Gerätefehler, Kommunikationsabbrüche und länger anhaltende Abweichungen. Zieht eine einzelne Wolke über den Solarpark, muss das Smartphone nicht gleich den Untergang der Energiewende verkünden.
  • Anlagen und Geräte eindeutig benennen: Bezeichnungen wie Wechselrichter 1 bis Wechselrichter 48 helfen bei einer Störung nur begrenzt. Standort, Anlagenteil oder Trafostation sollten bereits im Gerätenamen erkennbar sein.
  • Vergleichbare Bereiche gruppieren: Wechselrichter mit ähnlicher Ausrichtung und Modulleistung lassen sich leichter miteinander vergleichen. Unterschiede fallen schneller auf, wenn nicht wahllos Geräte aus verschiedenen Teilen des Solarparks gegenübergestellt werden.
  • Datenalter zuerst kontrollieren: Bevor ein niedriger Leistungswert als Defekt eingestuft wird, sollte die letzte Aktualisierung geprüft werden. Veraltete Daten können auf ein Problem mit Mobilfunk, Internetzugang oder Datenlogger hindeuten.
  • Benutzerkonten nicht gemeinsam verwenden: Betreiber, Techniker und externe Dienstleister sollten eigene Zugänge mit passenden Rechten erhalten. So bleibt nachvollziehbar, wer Meldungen bearbeitet oder Einstellungen verändert hat.
  • Webportal und App gemeinsam einsetzen: Die App eignet sich für Kontrollen, Alarme und erste Prüfungen. Umfangreiche Ertragsanalysen, Berichte und langfristige Vergleiche lassen sich auf dem größeren Bildschirm meist übersichtlicher bearbeiten.

Welche Solarpark-App zur vorhandenen Anlage passt​


VCOM Monitoring bietet den breitesten Überblick für mehrere Solarparks und Anlagen mit unterschiedlicher Technik. Die gemeinsame Portfolioansicht und die Unterstützung zahlreicher Datenquellen machen die App besonders für professionelle Betreiber interessant.

Huawei FusionSolar zeigt innerhalb eines vollständig eingebundenen Huawei-Systems besonders viele Details. Neben dem Gesamtertrag lassen sich einzelne Wechselrichter, Optimierer und aktive Alarme auf dem Smartphone prüfen.

SMA 360° richtet sich vor allem an Installateure und Servicekräfte. Die App verbindet Anlagenkontrolle, Inbetriebnahme und technische Unterstützung, während das Sunny Portal die ausführlichere Überwachung des Anlagenportfolios übernimmt.

Vor der Installation sollte daher zunächst die verbaute Technik geprüft werden. Wechselrichter, Datenlogger, Monitoring-Plattform und Benutzerzugang geben vor, welche App genutzt werden kann. Passen diese Komponenten zusammen, wird das Smartphone zu einer hilfreichen Schaltzentrale für Erträge, Warnmeldungen und die erste Fehlersuche im Solarpark.