Das Handy bleibt zu Hause, die Smartwatch kommt mit. Das funktioniert bei vielen Modellen erstaunlich gut: Eine geeignete Uhr kann Training und Laufstrecken aufzeichnen, Musik abspielen, den Puls messen und je nach Ausstattung sogar telefonieren oder Nachrichten empfangen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt jedoch von der Verbindung und der verbauten Technik ab.
Eine Smartwatch ohne Handy in der Nähe zu verwenden ist außerdem etwas anderes, als komplett auf ein Smartphone und eine App zu verzichten. Viele Uhren arbeiten nach der ersten Einrichtung recht selbstständig, benötigen für diesen ersten Schritt aber trotzdem ein kompatibles Handy. Die große Freiheit am Handgelenk beginnt daher ausgerechnet häufig mit einer Kopplung. Hersteller haben offenbar auch ihren Sinn für Ironie.
Bild: Eine Smartwatch lässt sich beim Joggen ohne Handy nutzen, wenn GPS, Musik und Trainingsaufzeichnung direkt auf der Uhr verfügbar sind.
Ob eine Smartwatch ohne Smartphone funktioniert, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Zunächst muss klar sein, wie unabhängig die Uhr sein soll.
Eine bereits eingerichtete Smartwatch kann viele Aufgaben erledigen, während das Smartphone ausgeschaltet ist oder zu Hause liegt. Uhrzeit, Wecker, Timer, Schrittzähler, Pulsmessung und gespeicherte Trainingsprogramme funktionieren normalerweise ohne Verbindung.
Besitzt die Uhr eigenes GPS, kann sie beim Laufen oder Radfahren auch die zurückgelegte Strecke aufzeichnen. Die Daten bleiben zunächst auf der Smartwatch und werden bei der nächsten Verbindung mit der Handy-App synchronisiert.
Benachrichtigungen, neue Nachrichten und andere Inhalte aus dem Internet erreichen eine reine Bluetooth-Uhr ohne Smartphone dagegen nicht. Dafür braucht sie ein bekanntes WLAN oder eine eigene Mobilfunkverbindung.
Ohne Bluetooth kann die Smartwatch entweder offline weiterarbeiten oder auf WLAN beziehungsweise LTE ausweichen. Bluetooth ist schließlich nur eine Verbindungsmöglichkeit und kein geheimnisvolles Kabel, das unsichtbar zwischen Uhr und Handy gespannt ist.
Lokale Funktionen bleiben erhalten. Bei einer WLAN-fähigen Smartwatch können zusätzlich einige Apps, Nachrichtendienste oder Anruffunktionen verfügbar sein. Welche davon arbeiten, hängt vom Betriebssystem und davon ab, ob das gekoppelte Smartphone an anderer Stelle weiterhin eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist.
Eine Smartwatch vollständig ohne Handy und App einzurichten, ist deutlich schwieriger. Apple Watch, Google Pixel Watch und viele Uhren mit Wear OS sind eng mit einem Smartphone, einem Benutzerkonto und der jeweiligen Begleit-App verbunden.
Einige Kinder- und Senioren-Smartwatches besitzen eine eigene SIM-Karte und können selbstständig telefonieren. Trotzdem wird für Kontakte, Ortung und Sicherheitseinstellungen häufig eine Verwaltungs-App auf dem Handy einer anderen Person gebraucht. Auch viele Sportuhren zeichnen Aktivitäten allein auf, verwenden aber für Updates und eine ausführliche Auswertung eine App oder ein Computerprogramm.
Die folgende Übersicht zeigt, was eine Smartwatch ohne Handy erledigen kann und welche Ausstattung dafür benötigt wird:
Nicht jede Gesundheitsfunktion arbeitet auf jeder Uhr gleich. Manche Modelle zeigen Messwerte direkt auf dem Display an, andere speichern sie nur für die spätere Übertragung. Smartwatches sind zudem keine medizinischen Diagnosegeräte. Auffällige Werte sollten nicht allein auf Grundlage der Uhr beurteilt werden.
Für eine Laufrunde ohne Smartphone braucht die Uhr vor allem integriertes GPS. In Produktbeschreibungen sollte ausdrücklich GPS, GNSS oder ein vergleichbares Satellitensystem genannt werden. Steht dort lediglich
Musik lässt sich ebenfalls ohne Handy hören, wenn Titel oder Wiedergabelisten vorher auf die Smartwatch geladen wurden. Die Kopfhörer werden direkt mit der Uhr verbunden. Für das Offline-Hören kann je nach Musikdienst ein kostenpflichtiges Abonnement nötig sein.
Anders sieht es bei Live-Navigation, Standortfreigabe und Notrufen aus. Dafür benötigt die Smartwatch eine verfügbare WLAN- oder Mobilfunkverbindung. Wer beim Sport erreichbar bleiben möchte, sollte daher zu einem LTE-Modell mit aktiviertem Tarif greifen.
Eine Smartwatch kann nach der Einrichtung ohne ständige Handyverbindung laufen und trotzdem beim ersten Einschalten eine App verlangen. Über diese Begleit-App werden das Benutzerkonto eingerichtet, Berechtigungen vergeben, Zifferblätter übertragen und Gesundheitsdaten verwaltet. Auch Firmware-Updates und die Aktivierung einer eSIM erfolgen häufig auf diesem Weg.
Bei günstigen Bluetooth-Smartwatches übernimmt die App außerdem viele Einstellungen, die auf der Uhr selbst gar nicht vorhanden sind. In unserem Test der Blackview W70 Pro wurde beispielsweise die Da Fit App für die Kopplung, Datensynchronisierung, Benachrichtigungen und Anpassung der Zifferblätter verwendet.
Ohne App können solche Uhren teilweise Uhrzeit, Schritte, Sportmodi und Gesundheitsmessungen anzeigen. Eine dauerhafte Auswertung, Sicherung der Daten oder Anpassung der Benachrichtigungen fällt jedoch häufig weg. Wer keine App installieren möchte, sollte deshalb bereits vor dem Kauf einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Der freundliche Satz mit Android und iOS kompatibel verrät noch nicht, ob die App freiwillig oder Pflichtprogramm ist.
Dass eine Smartwatch Lautsprecher und Mikrofon besitzt, bedeutet noch nicht, dass sie allein telefonieren kann. Viele preiswerte Modelle verwenden Bluetooth-Telefonie. Die Uhr dient dabei lediglich als Fernbedienung und Freisprecheinrichtung für das Smartphone. Bleibt das Handy zu Hause, hat auch die Telefonfunktion Feierabend.
Für Anrufe ohne Smartphone kommen drei Verbindungsarten infrage:
Bei Apple Watch, Galaxy Watch und Pixel Watch wird häufig eine eSIM mit MultiSIM- oder OneNumber-Option verwendet. Die Uhr teilt sich dann die Rufnummer mit dem Smartphone, benötigt beim Mobilfunkanbieter aber eine zusätzliche Tarifoption. Andere Smartwatches arbeiten mit einer eigenen Rufnummer.
Google erklärt für die Pixel Watch LTE, dass sie nach der Kopplung und Aktivierung eine separate Mobilfunkleitung verwendet, aber unter derselben Rufnummer wie das Smartphone erreichbar bleibt. Anschließend sind Telefonate und Apps auch ohne Handy in der Nähe möglich. Weitere Angaben zu unterstützten deutschen Anbietern stehen in der offiziellen Hilfe zur Pixel Watch mit LTE.
Wer noch zwischen den beiden SIM-Arten schwankt, findet in unserem Ratgeber die wichtigsten Unterschiede zwischen eSIM und klassischer SIM-Karte.
Eine Smartwatch ohne Mobilfunkvertrag bleibt trotzdem nutzbar. GPS, Training, Gesundheitsmessungen, Offline-Musik und andere gespeicherte Funktionen verursachen keine monatlichen Mobilfunkkosten. Unterwegs fehlen dann lediglich die Dienste, die eine Internet- oder Telefonverbindung benötigen.
Nicht allein die Marke, sondern die genaue Modellvariante bestimmt den Grad der Unabhängigkeit. Von derselben Uhr werden häufig eine günstigere Bluetooth- oder GPS-Version und eine teurere LTE- beziehungsweise Cellular-Ausführung angeboten.
Apple führt ausführlich auf, welche Funktionen eine Apple Watch mit WLAN, Mobilfunk oder komplett ohne Verbindung beherrscht. Selbst offline bleiben unter anderem Training, Aktivitätsmessung, heruntergeladene Musik, Apple Pay und verschiedene Gesundheitsfunktionen verfügbar. Anrufe, Nachrichten, Streaming und aktuelle Wegbeschreibungen benötigen dagegen eine Verbindung. Die vollständige Übersicht bietet der offizielle Apple-Support zur Nutzung ohne iPhone in der Nähe.
Bei Samsung, Huawei, Xiaomi und anderen Herstellern reicht der Markenname nicht für eine verlässliche Aussage. Eine Galaxy Watch LTE verhält sich anders als die gleich aussehende Bluetooth-Version. Auch Bezeichnungen wie Pro, Active oder Sport verraten nicht automatisch, ob GPS, eSIM oder ein eigener Musikspeicher eingebaut sind.
Eine Smartwatch kann nur dann sinnvoll ohne Handy eingesetzt werden, wenn ihre Ausstattung zum gewünschten Zweck passt. Diese Punkte sollten vor der Bestellung geklärt sein:
Bei Kinder- und Senioren-Smartwatches kommt ein weiterer Punkt hinzu: Eine eigene SIM-Karte macht die Uhr zwar telefonisch unabhängig, ersetzt aber nicht automatisch die App für Ortung, Kontakte und Notfallfunktionen.
Für Schritte, Puls, Schlafmessung und aufgezeichnete Trainingseinheiten genügt häufig eine normale GPS- oder Bluetooth-Smartwatch. Nach der ersten Einrichtung kann das Handy zu Hause bleiben und die Uhr synchronisiert ihre Daten später.
Telefonate, Nachrichten und Internet unterwegs verlangen dagegen nach LTE oder eSIM samt passender Tarifoption. Soll die Smartwatch außerdem komplett ohne App und ohne vorherige Smartphone-Kopplung funktionieren, muss ausdrücklich nach einem eigenständig einrichtbaren Modell gesucht werden. Gerade hier lohnt sich der Blick in das Handbuch mehr als das größte Werbeversprechen auf der Verpackung.
Vor dem Kauf sollte deshalb nicht nur Smartwatch mit Telefonfunktion im Angebot stehen. Erst Angaben zu integriertem GPS, LTE-Version, eSIM, Offline-Speicher und erforderlicher App zeigen, wie selbstständig die Uhr tatsächlich arbeitet.
Eine Smartwatch ohne Handy in der Nähe zu verwenden ist außerdem etwas anderes, als komplett auf ein Smartphone und eine App zu verzichten. Viele Uhren arbeiten nach der ersten Einrichtung recht selbstständig, benötigen für diesen ersten Schritt aber trotzdem ein kompatibles Handy. Die große Freiheit am Handgelenk beginnt daher ausgerechnet häufig mit einer Kopplung. Hersteller haben offenbar auch ihren Sinn für Ironie.
Bild: Eine Smartwatch lässt sich beim Joggen ohne Handy nutzen, wenn GPS, Musik und Trainingsaufzeichnung direkt auf der Uhr verfügbar sind.
Smartwatch ohne Handy nutzen: 3 verschiedene Situationen
Ob eine Smartwatch ohne Smartphone funktioniert, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Zunächst muss klar sein, wie unabhängig die Uhr sein soll.
Das Handy ist nicht in der Nähe
Eine bereits eingerichtete Smartwatch kann viele Aufgaben erledigen, während das Smartphone ausgeschaltet ist oder zu Hause liegt. Uhrzeit, Wecker, Timer, Schrittzähler, Pulsmessung und gespeicherte Trainingsprogramme funktionieren normalerweise ohne Verbindung.
Besitzt die Uhr eigenes GPS, kann sie beim Laufen oder Radfahren auch die zurückgelegte Strecke aufzeichnen. Die Daten bleiben zunächst auf der Smartwatch und werden bei der nächsten Verbindung mit der Handy-App synchronisiert.
Benachrichtigungen, neue Nachrichten und andere Inhalte aus dem Internet erreichen eine reine Bluetooth-Uhr ohne Smartphone dagegen nicht. Dafür braucht sie ein bekanntes WLAN oder eine eigene Mobilfunkverbindung.
Bluetooth ist ausgeschaltet
Ohne Bluetooth kann die Smartwatch entweder offline weiterarbeiten oder auf WLAN beziehungsweise LTE ausweichen. Bluetooth ist schließlich nur eine Verbindungsmöglichkeit und kein geheimnisvolles Kabel, das unsichtbar zwischen Uhr und Handy gespannt ist.
Lokale Funktionen bleiben erhalten. Bei einer WLAN-fähigen Smartwatch können zusätzlich einige Apps, Nachrichtendienste oder Anruffunktionen verfügbar sein. Welche davon arbeiten, hängt vom Betriebssystem und davon ab, ob das gekoppelte Smartphone an anderer Stelle weiterhin eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist.
Es soll überhaupt kein Smartphone verwendet werden
Eine Smartwatch vollständig ohne Handy und App einzurichten, ist deutlich schwieriger. Apple Watch, Google Pixel Watch und viele Uhren mit Wear OS sind eng mit einem Smartphone, einem Benutzerkonto und der jeweiligen Begleit-App verbunden.
Einige Kinder- und Senioren-Smartwatches besitzen eine eigene SIM-Karte und können selbstständig telefonieren. Trotzdem wird für Kontakte, Ortung und Sicherheitseinstellungen häufig eine Verwaltungs-App auf dem Handy einer anderen Person gebraucht. Auch viele Sportuhren zeichnen Aktivitäten allein auf, verwenden aber für Updates und eine ausführliche Auswertung eine App oder ein Computerprogramm.
Diese Smartwatch-Funktionen laufen ohne Smartphone
Die folgende Übersicht zeigt, was eine Smartwatch ohne Handy erledigen kann und welche Ausstattung dafür benötigt wird:
Funktion | Ohne Handy möglich? | Voraussetzung |
| Uhrzeit, Wecker und Timer | meistens ja | keine Verbindung erforderlich |
| Schritte und Kalorien zählen | meistens ja | Sensoren in der Uhr |
| Puls, Schlaf und Blutsauerstoff erfassen | meistens ja | unterstützte Sensoren und aktivierte Messung |
| Training aufzeichnen | meistens ja | passender Sportmodus |
| Laufstrecke speichern | ja | integriertes GPS |
| Musik hören | teilweise | interner Speicher oder heruntergeladene Musik |
| Mit Bluetooth-Kopfhörern verbinden | ja | Bluetooth direkt in der Uhr |
| Kontaktlos bezahlen | häufig ja | vorher eingerichteter Bezahldienst |
| Navigation verwenden | eingeschränkt | Offline-Karten, WLAN oder LTE |
| Telefonieren und Nachrichten senden | modellabhängig | WLAN oder LTE/eSIM |
| Neue Handy-Benachrichtigungen empfangen | meistens nicht offline | Verbindung zum Handy, WLAN oder LTE |
| Daten sichern und ausführlich auswerten | später möglich | erneute Synchronisierung mit der App |
Nicht jede Gesundheitsfunktion arbeitet auf jeder Uhr gleich. Manche Modelle zeigen Messwerte direkt auf dem Display an, andere speichern sie nur für die spätere Übertragung. Smartwatches sind zudem keine medizinischen Diagnosegeräte. Auffällige Werte sollten nicht allein auf Grundlage der Uhr beurteilt werden.
Joggen mit der Smartwatch ohne Handy
Für eine Laufrunde ohne Smartphone braucht die Uhr vor allem integriertes GPS. In Produktbeschreibungen sollte ausdrücklich GPS, GNSS oder ein vergleichbares Satellitensystem genannt werden. Steht dort lediglich
Connected GPS, stammt die Position vom gekoppelten Handy. Bleibt dieses zu Hause, zeichnet die Uhr zwar möglicherweise Schritte und Zeit auf, aber keine genaue Strecke.Musik lässt sich ebenfalls ohne Handy hören, wenn Titel oder Wiedergabelisten vorher auf die Smartwatch geladen wurden. Die Kopfhörer werden direkt mit der Uhr verbunden. Für das Offline-Hören kann je nach Musikdienst ein kostenpflichtiges Abonnement nötig sein.
Anders sieht es bei Live-Navigation, Standortfreigabe und Notrufen aus. Dafür benötigt die Smartwatch eine verfügbare WLAN- oder Mobilfunkverbindung. Wer beim Sport erreichbar bleiben möchte, sollte daher zu einem LTE-Modell mit aktiviertem Tarif greifen.
Smartwatch ohne App einrichten: Die größte Hürde
Eine Smartwatch kann nach der Einrichtung ohne ständige Handyverbindung laufen und trotzdem beim ersten Einschalten eine App verlangen. Über diese Begleit-App werden das Benutzerkonto eingerichtet, Berechtigungen vergeben, Zifferblätter übertragen und Gesundheitsdaten verwaltet. Auch Firmware-Updates und die Aktivierung einer eSIM erfolgen häufig auf diesem Weg.
Bei günstigen Bluetooth-Smartwatches übernimmt die App außerdem viele Einstellungen, die auf der Uhr selbst gar nicht vorhanden sind. In unserem Test der Blackview W70 Pro wurde beispielsweise die Da Fit App für die Kopplung, Datensynchronisierung, Benachrichtigungen und Anpassung der Zifferblätter verwendet.
Ohne App können solche Uhren teilweise Uhrzeit, Schritte, Sportmodi und Gesundheitsmessungen anzeigen. Eine dauerhafte Auswertung, Sicherung der Daten oder Anpassung der Benachrichtigungen fällt jedoch häufig weg. Wer keine App installieren möchte, sollte deshalb bereits vor dem Kauf einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Der freundliche Satz mit Android und iOS kompatibel verrät noch nicht, ob die App freiwillig oder Pflichtprogramm ist.
Mit der Smartwatch ohne Handy telefonieren
Dass eine Smartwatch Lautsprecher und Mikrofon besitzt, bedeutet noch nicht, dass sie allein telefonieren kann. Viele preiswerte Modelle verwenden Bluetooth-Telefonie. Die Uhr dient dabei lediglich als Fernbedienung und Freisprecheinrichtung für das Smartphone. Bleibt das Handy zu Hause, hat auch die Telefonfunktion Feierabend.
Für Anrufe ohne Smartphone kommen drei Verbindungsarten infrage:
- WLAN-Telefonie: Funktioniert nur bei unterstützten Uhren, Konten und Anbietern. Teilweise muss das gekoppelte Handy weiterhin eingeschaltet und mit dem Internet verbunden sein.
- LTE mit eSIM: Die Smartwatch stellt selbst eine Verbindung zum Mobilfunknetz her und kann unabhängig von der Bluetooth-Reichweite telefonieren.
- Eigene SIM-Karte: Vor allem Kinder-, Senioren- und einfache 4G-Smartwatches besitzen teilweise einen Steckplatz für eine physische SIM und eine eigene Rufnummer.
Bei Apple Watch, Galaxy Watch und Pixel Watch wird häufig eine eSIM mit MultiSIM- oder OneNumber-Option verwendet. Die Uhr teilt sich dann die Rufnummer mit dem Smartphone, benötigt beim Mobilfunkanbieter aber eine zusätzliche Tarifoption. Andere Smartwatches arbeiten mit einer eigenen Rufnummer.
Google erklärt für die Pixel Watch LTE, dass sie nach der Kopplung und Aktivierung eine separate Mobilfunkleitung verwendet, aber unter derselben Rufnummer wie das Smartphone erreichbar bleibt. Anschließend sind Telefonate und Apps auch ohne Handy in der Nähe möglich. Weitere Angaben zu unterstützten deutschen Anbietern stehen in der offiziellen Hilfe zur Pixel Watch mit LTE.
Wer noch zwischen den beiden SIM-Arten schwankt, findet in unserem Ratgeber die wichtigsten Unterschiede zwischen eSIM und klassischer SIM-Karte.
Eine Smartwatch ohne Mobilfunkvertrag bleibt trotzdem nutzbar. GPS, Training, Gesundheitsmessungen, Offline-Musik und andere gespeicherte Funktionen verursachen keine monatlichen Mobilfunkkosten. Unterwegs fehlen dann lediglich die Dienste, die eine Internet- oder Telefonverbindung benötigen.
Welche Smartwatch funktioniert ohne Handy?
Nicht allein die Marke, sondern die genaue Modellvariante bestimmt den Grad der Unabhängigkeit. Von derselben Uhr werden häufig eine günstigere Bluetooth- oder GPS-Version und eine teurere LTE- beziehungsweise Cellular-Ausführung angeboten.
Smartwatch-Typ | Ohne Handy nutzbare Funktionen | Typische Einschränkung |
| Apple Watch GPS | Training, Gesundheitsdaten, Offline-Musik, Bezahlen und WLAN-Funktionen | für Mobilfunk unterwegs ist die Cellular-Version nötig |
| Apple Watch Cellular | Anrufe, Nachrichten, mobile Daten und Streaming | Einrichtung und kompatibler Mobilfunktarif erforderlich |
| Samsung Galaxy Watch Bluetooth | Training, GPS und gespeicherte Inhalte | Telefonie und Internet unterwegs meist nur über das Handy |
| Samsung Galaxy Watch LTE | Telefonie, Nachrichten, Apps und Fitnessfunktionen | LTE-Version und unterstützte Tarifoption notwendig |
| Google Pixel Watch LTE | Telefonie, Nachrichten und Apps über Mobilfunk | wird zunächst mit einem Android-Smartphone gekoppelt |
| Huawei Watch mit eSIM | je nach Modell Telefonie und mobile Daten | eSIM-Unterstützung unterscheidet sich nach Modell und Region |
| Garmin und andere Sportuhren | GPS-Training, Offline-Karten und Musik je nach Ausstattung | häufig keine normale Mobilfunktelefonie |
| Xiaomi, Redmi, Blackview, Hama oder Denver | lokale Fitness- und Uhrenfunktionen | viele Modelle sind auf Bluetooth und eine Handy-App ausgelegt |
| Kinder- oder Senioren-Smartwatch mit SIM | Anrufe, Ortung und Notfallkontakte | Verwaltung erfolgt häufig über eine separate App |
Apple führt ausführlich auf, welche Funktionen eine Apple Watch mit WLAN, Mobilfunk oder komplett ohne Verbindung beherrscht. Selbst offline bleiben unter anderem Training, Aktivitätsmessung, heruntergeladene Musik, Apple Pay und verschiedene Gesundheitsfunktionen verfügbar. Anrufe, Nachrichten, Streaming und aktuelle Wegbeschreibungen benötigen dagegen eine Verbindung. Die vollständige Übersicht bietet der offizielle Apple-Support zur Nutzung ohne iPhone in der Nähe.
Bei Samsung, Huawei, Xiaomi und anderen Herstellern reicht der Markenname nicht für eine verlässliche Aussage. Eine Galaxy Watch LTE verhält sich anders als die gleich aussehende Bluetooth-Version. Auch Bezeichnungen wie Pro, Active oder Sport verraten nicht automatisch, ob GPS, eSIM oder ein eigener Musikspeicher eingebaut sind.
Vor dem Kauf auf diese 6 Angaben achten
Eine Smartwatch kann nur dann sinnvoll ohne Handy eingesetzt werden, wenn ihre Ausstattung zum gewünschten Zweck passt. Diese Punkte sollten vor der Bestellung geklärt sein:
- Integriertes GPS: Für Laufstrecken und Radtouren ohne Smartphone muss der GPS-Empfänger in der Uhr sitzen.
Connected GPSreicht dafür nicht. - LTE, Cellular oder 4G: Für Telefonie und Internet außerhalb eines WLANs wird eine Mobilfunkversion benötigt.
- Unterstützter Anbieter: Nicht jeder Mobilfunktarif lässt sich mit jeder Smartwatch kombinieren. Besonders eSIM und MultiSIM sollten vorher geprüft werden.
- Benötigtes Smartphone: Apple Watch, Pixel Watch und aktuelle Wear-OS-Uhren stellen unterschiedliche Anforderungen an Betriebssystem und Einrichtung.
- Offline-Speicher: Musik, Podcasts und Karten müssen lokal auf der Uhr abgelegt werden können, wenn unterwegs kein Internet verfügbar ist.
- Akkulaufzeit mit GPS und LTE: Mobilfunk, Navigation und dauerhaftes GPS verbrauchen wesentlich mehr Strom als eine reine Bluetooth-Verbindung.
Bei Kinder- und Senioren-Smartwatches kommt ein weiterer Punkt hinzu: Eine eigene SIM-Karte macht die Uhr zwar telefonisch unabhängig, ersetzt aber nicht automatisch die App für Ortung, Kontakte und Notfallfunktionen.
Smartwatch ohne Handy nutzen mit der passenden Ausstattung
Für Schritte, Puls, Schlafmessung und aufgezeichnete Trainingseinheiten genügt häufig eine normale GPS- oder Bluetooth-Smartwatch. Nach der ersten Einrichtung kann das Handy zu Hause bleiben und die Uhr synchronisiert ihre Daten später.
Telefonate, Nachrichten und Internet unterwegs verlangen dagegen nach LTE oder eSIM samt passender Tarifoption. Soll die Smartwatch außerdem komplett ohne App und ohne vorherige Smartphone-Kopplung funktionieren, muss ausdrücklich nach einem eigenständig einrichtbaren Modell gesucht werden. Gerade hier lohnt sich der Blick in das Handbuch mehr als das größte Werbeversprechen auf der Verpackung.
Vor dem Kauf sollte deshalb nicht nur Smartwatch mit Telefonfunktion im Angebot stehen. Erst Angaben zu integriertem GPS, LTE-Version, eSIM, Offline-Speicher und erforderlicher App zeigen, wie selbstständig die Uhr tatsächlich arbeitet.