Ein Smartphone in Birnenform, leuchtende Farben und eine Benutzeroberfläche, die verdächtig an ein iPhone erinnert: Das Pear Phone aus iCarly sah ungewöhnlich aus, aber erstaunlich glaubwürdig. Ein offiziell veröffentlichtes Smartphone, das Kunden in einem Pear Store kaufen konnten, war es dennoch nie.

Das bekannte Birnen-Handy gehörte zur fiktiven Pear Company und wurde für Fernsehserien wie iCarly und Victorious erfunden. Heute werden zwar Repliken, Hüllen und individuelle Umbauten angeboten. Ein eigenständiges Pear Phone mit Mobilfunk, Betriebssystem und App Store befindet sich darunter jedoch nicht.

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Bild: Das Pear Phone aus iCarly kann man nicht als echtes Birnen-Handy kaufen, erhältlich sind lediglich Repliken, Hüllen und individuelle Umbauten.

Gibt es das Pear Phone als echtes Smartphone?​


Das Pear Phone existierte innerhalb der Serienwelt und als Requisite am Set. Als frei erhältliches Smartphone kam es nie auf den Markt. Es gab keinen realen Hersteller, keine offizielle Produktseite und ebenso wenig einen regulären Verkaufsstart.

Daraus ergibt sich eine wichtige Unterscheidung: Eine originale Requisite oder detailgetreue Nachbildung kann durchaus physisch vorhanden sein. Sie ist deshalb aber noch lange kein Smartphone, mit dem sich telefonieren, fotografieren oder eine App installieren lässt.

Auch ein beleuchtetes Display beweist wenig. Schließlich wird ein Radiowecker ebenfalls nicht zum Smartphone, nur weil vorne Zahlen leuchten. Für eine Fernsehaufnahme musste das Pear Phone vor allem überzeugend aussehen und die gerade benötigte Funktion darstellen.

Wie aus dem iPhone-Scherz ein Birnen-Handy wurde​


Hinter dem Pear Phone steht die fiktive Pear Company, eine deutlich erkennbare Parodie auf Apple. Statt des Apfels verwendeten die Serienmacher eine Birne und entwickelten darum eine komplette Produktwelt mit PearPhones, PearBooks, PearPads, PearPods und Pear Stores. Für die Namensfindung dürfte die Obstschale länger gearbeitet haben als jede Markenagentur.

Die ersten PearPhones besaßen noch eine weitgehend gewöhnliche Handyform. Erst spätere Generationen erhielten das breite, abgerundete Unterteil und die schmalere Oberseite, durch die das Gerät wie eine Birne aussah.

Ein Überblick der damaligen Produktionsfirma nennt mehrere fiktive Modellgenerationen. Das PearPhone G1 orientierte sich beispielsweise am ersten iPhone. Ab dem PearPhone GX, das dem iPhone 4 und iPhone 4s nachempfunden war, bekamen die Geräte ihre auffällige Birnenform.

Zur erfundenen Ausstattung gehörten unter anderem ein beleuchtetes Birnenlogo, der Sprachassistent Cherri und eine Funktion namens Track my PearPhone. Die Pear Company war damit mehr als ein ausgetauschtes Logo. Sie bildete eine komplette Technikmarke innerhalb der Serienwelt, nur eben ohne Produktionshallen, Kundendienst und nervige Systemupdates am Sonntagmorgen.

Kann man ein Pear Phone kaufen?​


Ein offizielles Pear Phone mit eigener Hardware wird nicht verkauft. Auf Marktplätzen wie Etsy oder eBay tauchen dennoch regelmäßig Produkte unter diesem Namen auf. Dabei handelt es sich meistens um Fanartikel, Repliken oder Zubehör für ein bereits vorhandenes Smartphone.

Vor dem Kauf sollte deshalb genau geprüft werden, was der Anbieter mit Pear Phone meint. Zwischen einer beleuchteten Sammlerreplik und einem umgebauten iPhone liegt technisch ein ziemlich großer Obstkorb.

Funktionslose Repliken und Deko-Modelle​


Viele Nachbildungen bestehen aus Kunststoff oder werden mit einem 3D-Drucker gefertigt. Sie können ein aufgedrucktes Display, eine transparente Front oder eine einfache Beleuchtung besitzen. Solche Modelle eignen sich als Dekoration, für Cosplay oder als Sammlerstück, enthalten aber normalerweise keine vollständige Smartphone-Technik.

Bei angeblichen Originalrequisiten aus iCarly oder Victorious sollte der Verkäufer nachvollziehbare Belege zur Herkunft vorlegen. Ein Birnenlogo und ein stolzer Preis reichen dafür nicht aus. Aussagekräftiger wären Unterlagen einer Requisitenauktion, Produktionskennzeichnungen oder eine dokumentierte Besitzgeschichte.

Selbst eine nachweislich originale Serienrequisite muss keine Telefonfunktion besitzen. Ihr Sammlerwert ergibt sich aus der Verwendung bei den Dreharbeiten und nicht aus Prozessorleistung, Kameraqualität oder 5G-Empfang.

Hüllen und Umbauten für echte Smartphones​


Einige Fanprojekte setzen ein normales iPhone oder Android-Smartphone in ein birnenförmiges Gehäuse ein. Das Gerät kann dann weiterhin telefonieren, Apps öffnen und Nachrichten verschicken. Die eigentliche Technik stammt allerdings vollständig vom eingesetzten Smartphone.

Bei solchen Hüllen muss die Kompatibilität exakt zum vorhandenen Modell passen. Besonders wichtig sind freie Aussparungen für:

  • Kameras und Blitz
  • Seitentasten
  • Lautsprecher und Mikrofone
  • USB-C- oder Lightning-Anschluss
  • kabelloses Laden

Eine schlecht angepasste Birnenhülle kann die Kamera verdecken, Tasten blockieren oder den Empfang beeinträchtigen. Dann sieht das Smartphone zwar nach iCarly aus, lässt sich aber ungefähr so komfortabel bedienen wie eine echte Birne.

Sticker und Skins sind die unkompliziertere Lösung. Sie verändern das Logo oder die Optik des Gehäuses, ohne das Smartphone unnötig breiter zu machen. Mit passenden Hintergrundbildern und App-Symbolen lässt sich zusätzlich eine Oberfläche im Stil der Serie nachbilden.

Was kostet ein Pear Phone?​


Einen offiziellen Pear-Phone-Preis gibt es nicht. Die Kosten richten sich danach, ob lediglich eine digitale Druckvorlage, eine Hülle, eine einfache Kunststoffreplik oder ein aufwendig beleuchtetes Einzelstück angeboten wird.

Bei internationalen Marktplätzen können Versandkosten und Einfuhrabgaben den eigentlichen Warenpreis deutlich erhöhen. Vor allem bei teuren Einzelanfertigungen sollten Käufer auf sichere Zahlungsmethoden, ein Rückgaberecht und reale Produktfotos achten.

Ein dreistelliger Preis verwandelt Plastik leider nicht automatisch in Mobilfunktechnik. Bei hochpreisigen Angeboten sollte daher eindeutig beschrieben sein, ob das Produkt nur leuchtet, ein vorhandenes Smartphone aufnimmt oder tatsächlich elektronische Funktionen besitzt.

So entlarvst du angeblich funktionierende Pear Phones​


Videos mit animierten Menüs und leuchtenden Displays können überzeugend aussehen. Dahinter kann ein gewöhnliches Smartphone in einem Spezialgehäuse stecken, eine vorab abgespielte Animation laufen oder lediglich eine Requisite gefilmt worden sein.

Vor einem Kauf sollten deshalb folgende Angaben vorhanden sein:

  • Name des Herstellers und genaue Modellbezeichnung
  • verwendetes Betriebssystem
  • Informationen zu SIM, eSIM und unterstützten Mobilfunknetzen
  • nachvollziehbare technische Daten
  • Anschlüsse und Lademöglichkeit
  • durchgehendes Video mit Einstellungen, Kamera und Telefonfunktion
  • klare Angaben zu Rückgabe und Käuferschutz

In der Produktbeschreibung lohnt sich außerdem ein Blick auf Begriffe wie Prop, Replica, Display only oder non-functional. Sie weisen darauf hin, dass kein einsatzfähiges Smartphone verkauft wird. Auch working lights bedeutet lediglich, dass eine Beleuchtung funktioniert.

Virale Aufnahmen sind generell kein verlässlicher Produktnachweis. Ein ähnliches Missverständnis entstand beim Nokia Transparent Phone, das in Videos wie ein futuristisches Smartphone wirkte, tatsächlich aber keine entsprechende Handytechnik enthielt.

Das Pear Phone aus iCarly bleibt Kultgerät statt echtes Smartphone​


Das Pear Phone war eine aufwendig ausgearbeitete Serienerfindung und eine charmante Parodie auf das iPhone. Ein offizielles Birnen-Handy mit eigenem Betriebssystem, regulärer Mobilfunktechnik und öffentlichem Verkaufsstart gab es jedoch nie.

Wer das Design mag, kann eine Replik, eine passende Hülle oder einen individuellen Umbau kaufen. Vor der Bestellung sollte eindeutig feststehen, ob ein Sammlerstück, Zubehör oder ein umgebautes echtes Smartphone geliefert wird. Für Telefonie, WhatsApp und mobile Daten bleibt die Technik des eingesetzten iPhones oder Android-Geräts zuständig. Die Birne übernimmt lediglich den deutlich auffälligeren Teil.