Der Notfallalarm am Handy ist absichtlich kaum zu überhören. Er soll schließlich vor Hochwasser, Großbränden und anderen Gefahren warnen, nicht höflich um Aufmerksamkeit bitten. Beim Warntag wirkt der Ton trotzdem so, als hätte das Smartphone über Nacht eine Ausbildung zur Sirene abgeschlossen.

Bestimmte Cell-Broadcast-Warnungen lassen sich auf dem iPhone und unter Android deaktivieren. Eine vollständige Abschaltung über die Warn-Einstellungen ist jedoch nicht auf jedem Gerät möglich. Besonders wichtige amtliche Warnmeldungen können dauerhaft aktiviert bleiben. Soll ein angekündigter Probealarm garantiert nicht über Cell Broadcast eintreffen, muss das Smartphone ausgeschaltet oder mit aktiviertem Flugmodus vom Mobilfunknetz getrennt werden.

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Bild: Cell-Broadcast-Notfallalarm am Warntag: Auf Android und iPhone lassen sich bestimmte Warnmeldungen deaktivieren.

Kann man den Notfallalarm am Warntag ausschalten?​


Der Notfallalarm lässt sich nur so weit deaktivieren, wie es das Betriebssystem für die jeweilige Warnstufe erlaubt. Lautlos, Vibration und Nicht stören bieten keine verlässliche Ruhe, weil amtliche Warnsignale diese Einstellungen übergehen können.

Einstellung oder Maßnahme​
Wirkung auf Cell Broadcast​
Lautlos oder VibrationDer Alarm kann trotzdem hörbar sein
Nicht stören oder FokusDringende Warnungen können weiterhin ertönen
Einzelne Warnarten deaktivierenNur die ausgewählten und abschaltbaren Kategorien bleiben aus
WLAN ausschaltenHat keinen Einfluss auf Cell Broadcast
Flugmodus aktivierenVerhindert Cell Broadcast, solange die Mobilfunkverbindung ausgeschaltet bleibt
Handy ausschaltenVerhindert den Empfang während dieser Zeit

Wird im Flugmodus das WLAN wieder eingeschaltet, bleibt Cell Broadcast blockiert. Installierte Warn-Apps wie NINA oder KATWARN können ihre Meldungen allerdings weiterhin über das Internet zustellen.

Gibt das Handy ohne erkennbare Ursache einen lauten Piepton aus und erscheint keine amtliche Warnmeldung, können auch NFC, Notruf-SOS, eine App oder eine Benachrichtigungserinnerung verantwortlich sein.

Notfallwarnungen auf dem iPhone ausschalten​


Auf einem aktuellen iPhone befindet sich die Verwaltung der amtlichen Warnungen am Ende der Mitteilungseinstellungen:

  1. Öffne die Einstellungen.
  2. Tippe auf Mitteilungen.
  3. Scrolle bis zum Bereich Offizielle Warnmeldungen.
  4. Deaktiviere dort die Warnarten, die auf deinem iPhone abgeschaltet werden dürfen.

Welche Schalter angezeigt werden, wird durch das Land, den Mobilfunkanbieter und die eingerichtete SIM oder eSIM bestimmt. Der komplette Bereich erscheint daher nicht in jedem Land identisch.

Apple weist in seiner Dokumentation zu offiziellen Warnmeldungen ausdrücklich darauf hin, dass sich einige amtliche Warnungen nicht deaktivieren lassen. Sind alle sichtbaren Schalter ausgeschaltet, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass jede Warnstufe unterdrückt wird.

Die normale Klingeltonlautstärke ist für Cell Broadcast ebenfalls nicht maßgeblich. Je nach Warnmeldung kann das iPhone einen eigenen Alarmton abspielen, obwohl es stummgeschaltet ist oder ein Fokus verwendet wird.

Cell Broadcast auf Android deaktivieren​


Auf Google-Pixel-Smartphones und Geräten mit der unveränderten Android-Menüstruktur lässt sich Cell Broadcast folgendermaßen verwalten:

  1. Öffne die Einstellungen.
  2. Tippe auf Benachrichtigungen.
  3. Wähle Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte.
  4. Deaktiviere die Warnkategorien, die auf deinem Smartphone abgeschaltet werden dürfen.
  5. Passe bei Bedarf den Warnton, die Vibration und wiederholte Erinnerungen an.

Bei aktuellen Samsung-Galaxy-Smartphones mit One UI führt der Weg über Einstellungen > Sicherheit und Notfall > Drahtlose Notfallwarnungen. In diesem Bereich können die verfügbaren Warnkategorien einzeln deaktiviert und die Einstellungen für Ton, Vibration sowie Warnwiederholungen angepasst werden.

Android-Hersteller dürfen die Anordnung ihrer Systemmenüs verändern. Einen identischen Menüpfad für sämtliche Marken, Modelle und Android-Versionen gibt es deshalb nicht. Die genannten Anleitungen gelten konkret für Google Pixel, Geräte mit unveränderter Android-Menüstruktur und aktuelle Samsung-Galaxy-Smartphones.

Notfall-SOS gehört nicht zu Cell Broadcast. Diese Funktion startet bei einer festgelegten Tastenkombination einen Notruf oder informiert hinterlegte Notfallkontakte. Auch Erdbebenwarnungen und Meldungen aus Warn-Apps wie NINA oder KATWARN werden unabhängig von den drahtlosen Notfallwarnungen verwaltet.

Warum der Alarm trotz deaktivierter Testwarnungen ertönt​


Der Schalter Testwarnungen erfasst nicht automatisch jeden Alarm, der zu Übungszwecken verschickt wird. Die sichtbare Bezeichnung der Meldung und ihre technische Warnkategorie sind zwei verschiedene Dinge.

Eine Probewarnung am Warntag kann über eine amtliche Warnstufe verbreitet werden, die auf dem Smartphone weiterhin aktiviert ist. In diesem Fall ertönt der Alarm auch dann, wenn ausschließlich Testwarnungen ausgeschaltet wurden. Bei besonders hoch priorisierten Meldungen kann das Betriebssystem eine Deaktivierung vollständig verhindern.

Ein zweiter möglicher Auslöser ist eine installierte Warn-App. Cell Broadcast, NINA und KATWARN sind eigenständige Warnkanäle. Wird nur Cell Broadcast angepasst, bleiben App-Benachrichtigungen aktiv. Dadurch können am Warntag mehrere Warnungen beinahe gleichzeitig auf demselben Smartphone erscheinen.

Die Einstellung einer Warn-App muss direkt in der jeweiligen Anwendung oder in deren Benachrichtigungsrechten geändert werden. Das Ausschalten von Cell Broadcast beendet keine Warnmeldungen, die über WLAN oder mobile Daten zugestellt werden.

So funktioniert Cell Broadcast ohne App und Telefonnummer​


Cell Broadcast ist keine SMS und keine gewöhnliche App-Benachrichtigung. Eine Behörde übermittelt die Warnung an die Mobilfunknetze. Von dort wird sie innerhalb ausgewählter Funkzellen an alle empfangsbereiten und kompatiblen Mobiltelefone ausgesendet.

Der Absender benötigt dafür weder den Namen noch die Telefonnummer des Empfängers. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe werden für die Aussendung keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet.

Für den Empfang muss das Smartphone eingeschaltet, mit einer funktionierenden Mobilfunkzelle verbunden und für Cell Broadcast geeignet sein. Als allgemeine Voraussetzungen nennt das BBK Android ab Version 11 oder iOS ab Version 16.1. Bei älteren Geräten hängt die Unterstützung von den bereitgestellten Herstellerupdates ab.

Mobile Daten und WLAN werden nicht benötigt. Deshalb verhindert ausgeschaltetes WLAN den Notfallalarm nicht. Der Flugmodus unterbricht dagegen die Verbindung zum Mobilfunknetz und damit den Empfang von Cell Broadcast.

Notfallalarm am Handy ausschalten ohne falsche Sicherheit​


Soll lediglich ein angekündigter Probealarm ausbleiben, sind ein ausgeschaltetes Smartphone oder der Flugmodus die verlässlichsten Möglichkeiten. Währenddessen können allerdings auch keine normalen Anrufe, SMS oder mobilen Datenverbindungen empfangen werden. Nach dem Probealarm sollte die Mobilfunkverbindung deshalb wieder aktiviert werden.

Für eine dauerhafte Änderung ist es sinnvoller, nur die Kategorien abzuschalten, auf die verzichtet werden soll. Wer sämtliche verfügbaren Notfallwarnungen deaktiviert, verliert einen Warnkanal, der bei Überschwemmungen, Großbränden, extremen Unwettern und anderen örtlichen Gefahren eingesetzt werden kann.

Nach einem größeren iOS-, Android- oder Herstellerupdate sollten die Einstellungen erneut kontrolliert werden. Hat das Smartphone eine Warnmeldung angezeigt, aber keinen Ton abgespielt, behandelt unser Forenthema die möglichen Ursachen für einen stummen Notfallalarm am Warntag. Eine ergänzende Warn-App bleibt ebenfalls sinnvoll, da sie längere Warntexte, Karten und ausführlichere Verhaltenshinweise bereitstellen kann.