Wer knapp 2.000 Euro für ein Foldable ausgibt, hat keine Lust auf Kompromisse, die sich nach Prototyp anfühlen. Genau deshalb ist dieses Duell spannend: Motorola steigt mit dem Razr Fold erstmals in die große Fold-Klasse ein und greift das Samsungs Z Fold7 dort an, wo es weh tut – bei Akku, Laden und Kamera-Anspruch.

Motorola positioniert das Razr Fold ganz bewusst als Kamera-Flaggschiff und kann dafür auch einen starken Beleg liefern: Mit 164 Punkten steht es im DXOMARK-Ranking der Foldables derzeit an der Spitze (Das Galaxy Z Fold7 erreichte übrigens 145 Punkte). Samsung setzt weniger auf solche Auszeichnungen, punktet aber traditionell mit ausgereifter Produktivität, DeX und einem Ökosystem, das sich bei vielen Nutzern längst eingespielt hat.

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Bild 1: Motorola Razr Fold vs. Samsung Galaxy Z Fold7: Direktvergleich der Foldables mit Fokus auf Display, Kamera, Akku, Leistung und Preis. (Bildquelle: Motorola, Samsung)

Kurzvergleich: Die wichtigsten Specs auf einen Blick

Kategorie
Motorola Razr Fold
Samsung Galaxy Z Fold7
Preis (UVP)1.999,99 € (nur 16/512)1.889 € (12/256), 1.999 € (12/512), 2.269 € (16/1TB)
Display innen8,09" LTPO pOLED, 120 Hz, bis 6.200 Nits8,0" Dynamic AMOLED 2X, 120 Hz
Display außen6,56" LTPO pOLED, 165 Hz, bis 6.000 Nits6,5" Dynamic AMOLED 2X
Akku6.000 mAh (Silizium-Kohlenstoff)4.400 mAh
Laden80 W kabel, 50 W kabellos25 W kabel, 15 W kabellos, 4,5 W Reverse Wireless (PowerShare)
Gewicht243 g215 g
Kamera hinten50 + 50 + 50 MP (inkl. Periskop)200 + 12 + 10 MP
ZoomPeriskop-Tele, OIS3× optisch, bis 30× digital
LeistungSnapdragon 8 Gen 5Octa-Core (Samsung nennt in euren Daten primär Taktraten)
ExtrasUWB, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, Stift im LieferumfangUWB, Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4, DeX

Design, Gewicht, Schutz: So angenehm (oder nervig) fühlt es sich an

Das Z Fold7 spielt die Disziplin „schlank und leicht für ein großes Foldable“ ziemlich konsequent: 215 Gramm und 8,9 mm zugeklappt sind Werte, die man beim Tragen und beim einhändigen Aufklappen sofort merkt – gerade wenn man nicht jedes Mal das Gefühl haben will, man zieht ein kleines Buch aus der Hosentasche.

Motorola ist nicht klobig, aber klarer auf „Ausstattung vor Diät“ getrimmt. Mit 243 Gramm liegt es spürbar über dem Z Fold7 – dafür gibt es eine sehr große Akku-Zelle und ein Feature-Set, das Motorola bewusst auf maximalen Eindruck trimmt.

Beim Schutz ist wichtig, die Erwartung zu erden: Das Razr Fold wird mit IP49 kommuniziert, gleichzeitig weisen Berichte darauf hin, dass feine Staubpartikel nicht vollständig ausgeschlossen sind. Heißt übersetzt: Wasser ist weniger das Problem als Sand, der sich in die falsche Falte verirrt.

Displays innen und außen: Helligkeit, Hz und das Cover-Display als Hauptdarsteller

Innen sind beide bei 8 Zoll angekommen, aber die Charaktere unterscheiden sich. Samsungs Hauptdisplay setzt auf Dynamic AMOLED 2X mit 120 Hz und einer sehr Samsung-typischen Bildabstimmung, die viele mögen, weil sie direkt nach Premium aussieht. Motorola geht mit LTPO pOLED ebenfalls auf 120 Hz, schiebt aber die Helligkeitsangaben aggressiv nach oben (bis 6.200 Nits). Das ist nicht nur Marketing-Fitnessstudio, sondern kann bei Sonne und starken Reflexionen tatsächlich helfen – sofern die Praxiswerte in die Nähe dessen kommen, was kommuniziert wird.

Außen wird es für Kaufinteressenten oft entscheidender als innen: Motorola liefert 6,56 Zoll und 165 Hz, Samsung 6,5 Zoll. In Zahlen ist das kaum dramatisch, in der Nutzung aber schon: Das Cover-Display ist bei Foldables meist das Display, das man am häufigsten anfasst. Mehr Fläche und sehr hohe Bildrate sind nett, wichtiger ist aber: Passt die Breite zum Tippen, ohne dass sich jede Zeile wie ein Schmalspurzug anfühlt? Samsung betont beim Fold7 explizit das breitere Seitenverhältnis gegenüber dem Vorgänger.

Chip, RAM, Speicher: Power genug, die Frage ist nur wofür

Motorola fährt die keine Diskussion-Schiene: Snapdragon 8 Gen 5, 16 GB LPDDR5X und 512 GB UFS 4.1 – fertig. Wenn du das Gerät kaufst, ist es automatisch die Top-Konfiguration, kein hätte ich doch die größere Version genommen und keine Speicherlotterie.

Beim Z Fold7 ist das flexibler, aber auch kaufentscheidender: 256 oder 512 GB mit 12 GB RAM oder 1 TB mit 16 GB RAM. Wer DeX nutzt, viele Apps parallel offen hat oder große Videoprojekte auf dem Gerät bewegt, kann den RAM-Aufpreis sinnvoll machen. Wer hauptsächlich Fotos, Messenger und ein paar Productivity-Apps fährt, wird den Unterschied oft eher im Kontoauszug sehen als im Gerät.

Akku und Laden: Hier teilt Motorola aus, Samsung bleibt schlank

Hier ist Motorola der Elefant im Raum: 6.000 mAh in einem Foldable sind eine Ansage, dazu 80 Watt kabelgebunden und 50 Watt kabellos. Das ist nicht nur ein bisschen mehr, sondern ein komplett anderes Nutzungsprofil: kurze Ladefenster werden plötzlich relevant, und man muss weniger über Powerbanks nachdenken, die sonst bei Foldables gerne als stiller Nebencharakter mitreisen.

Samsung bleibt beim Z Fold7 bei 4.400 mAh, kombiniert das aber mit einem sehr schlanken Gehäuse. Das kann ein bewusster Trade-off sein: weniger Masse, weniger Volumen, weniger Akku. Ob das für dich passt, hängt weniger von der reinen Zahl ab als davon, ob du zu den Leuten gehörst, die abends noch 20 Prozent übrig haben – oder zu denen, die bei 20 Prozent nervös werden und dann nur kurz laden wollen.

Kamera-Duell: 200 MP gegen 3x 50er plus den DXOMARK-Pokal

Samsung setzt auf ein klares Statement: 200 MP Hauptkamera plus Ultraweitwinkel und Tele. Dazu 3× optischer Zoom, bis 30× digital. Das ist ein Setup, das man aus der Ultra-Liga kennt, nur eben in ein Foldable gepresst. Für viele ist das attraktiv, weil es eine gewisse Ich kann alles-Sicherheit vermittelt: Hauptkamera für Details, Ultraweitwinkel für Räume und Gruppen, Tele für Porträts und Distanz.

Motorola geht einen anderen Weg: dreimal 50 MP, darunter ein Periskop-Tele mit OIS, plus Ultraweitwinkel und Makro. Das wirkt auf dem Papier weniger nach Megapixel-Power-Point, kann in der Praxis aber sehr ausgewogen sein, weil die Sensoren und Linsen leichter auf konsistente Ergebnisse getrimmt werden können.

Motorola kann beim Razr Fold einen echten Pluspunkt für sich verbuchen: Mit 164 Punkten und einem Gold Label führt das Gerät aktuell das DXOMARK-Ranking im Foldable-Segment an. Das ist ein starkes Signal, dass Motorola bei der Kamera nicht nur auch irgendwas verbaut hat, sondern sichtbar auf Qualität und Abstimmung gesetzt hat. Natürlich ersetzt so ein Ranking nicht den persönlichen Bildgeschmack – manche mögen wärmere Farben, andere eine neutralere Abstimmung – aber als objektive Einordnung ist so ein Spitzenplatz gerade bei Foldables ein ziemlich überzeugendes Argument.

Software und Produktivität: DeX-Welt gegen Stift-Paket

Samsung punktet beim Z Fold7 dort, wo Foldables traditionell ihre Rechtfertigung finden: Multitasking, Desktop-Feeling und die ganze Galaxy-Welt aus Watch, Buds, SmartThings und DeX. Wenn du das nutzt, kaufst du nicht nur ein Smartphone, sondern gleich die Abkürzung zu einem Workflow, den Samsung seit Jahren poliert.

Motorola hält dagegen mit einem angenehm klaren Paket: Android 16, ein langer Update-Horizont (7 Jahre werden kommuniziert) und ein Stift, der je nach Bundle oder Markt sogar direkt mit im Paket steckt. Das ist nicht nur nice to have, sondern kann im Foldable-Kontext richtig Sinn machen – Notizen, Skizzen, PDFs, schnelle Markierungen, ohne extra Zubehör-Shopping.

WLAN 7, UWB, USB: Die Details, die man erst nach dem Kauf merkt

Beide spielen in der Oberliga: Wi-Fi 7, UWB und NFC sind an Bord. Motorola setzt bei Bluetooth bereits auf Version 6.0, Samsung auf 5.4 – im Alltag ist das selten ein Dealbreaker, kann aber bei bestimmten Zubehörgenerationen und Energiemanagement ein Vorteil sein.

Praktischer ist der USB-Teil: Motorola nennt USB-C (USB 3.2 Gen 1) mit DisplayPort, Samsung USB 3.2 Gen 1. Für alle, die das Foldable an Monitor oder Dock hängen wollen, zählt am Ende weniger die Zahl im Datenblatt als die Frage: Wie gut ist die Umsetzung im System und welche Funktionen sind sauber integriert? Samsung hat mit DeX hier die längere Historie.

Preise und Varianten: Einmal einfach, einmal Konfigurator-Falle

Motorola macht es simpel: 1.999,99 Euro, eine Variante mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher. Das ist teuer, aber wenigstens frei von Hintergedanken. Du musst nicht grübeln, ob du aus Sparsamkeit gerade die Konfiguration kaufst, die dich in 12 Monaten nervt.

Samsung staffelt klassisch: 1.889 Euro für 256 GB, 1.999 Euro für 512 GB, 2.269 Euro für 1 TB mit 16 GB RAM. Das ist fair, weil du passgenauer kaufen kannst – gleichzeitig ist es die perfekte Einladung, sich beim Konfigurieren langsam in Preisregionen zu bewegen, in denen man kurz überprüft, ob man nicht aus Versehen ein Fahrrad finanziert.

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Bild 2: Das neue Motorola Razr Fold in den Farben PANTONE Lily White und PANTONE Blackened Blue: Foldable-Flaggschiff mit 8-Zoll-Display, 6.000-mAh-Akku, Snapdragon 8 Gen 5 und starkem Kamera-Setup. (Bildquelle: Motorola)

Motorola Razr Fold oder Samsung Galaxy Z Fold7: Welches Foldable ist besser?

Wenn du bei Foldables nach den harten Kaufkriterien gehst, landet man meistens bei einem dieser drei Muster:

  • Das neue Motorola Razr Fold passt am besten, wenn dir Akku, schnelles Laden und ein starkes Kamera-Narrativ wichtiger sind als das schlankste Gehäuse. Der DXOMARK-Schub ist hier ein zusätzlicher Rückenwind, aber nicht das einzige Argument.
  • Das Samsung Galaxy Z Fold7 ist die sichere Wahl, wenn du DeX, Galaxy-Ökosystem und das leichtere, schlankere Gerät höher bewertest als maximale Akku-Kapazität. Außerdem bekommst du mehr Speicher- und RAM-Abstufungen, wenn du gezielt konfigurieren willst.
  • Unentschieden bleibt es oft nur dann, wenn du beides willst: Kamera-Topform plus schlankes Gehäuse plus Akku-Monster. In dem Fall entscheidet am Ende meist der eigene Nutzungsstil: Viel Foto und Video und häufiges Nachladen spricht eher für Motorola, viel produktives Multitasking und Galaxy-Setup eher für Samsung.

Blick nach vorn: Was das Galaxy Z Fold8 im Sommer 2026 verändern könnte

Wer 2026 plant und nicht unbedingt sofort kaufen muss, sollte im Hinterkopf behalten, dass Samsung seine Foldables üblicherweise im Jahresrhythmus aktualisiert. Wenn dieser Rhythmus bleibt, wäre ein Galaxy Z Fold8 im Sommer 2026 ein realistischer Kandidat, der Kamera, Effizienz oder Design erneut verschieben könnte. Bei Preisen in dieser Klasse ist Warten manchmal kein Zögern, sondern schlicht gutes Timing.

Übrigens: Motorola hat auf dem MWC 2026 auch das Edge Fusion 70 gezeigt – die spannenden Leak-Details (inklusive 7.000-mAh-Akku und Preis) hatten wir aber bereits vorab zusammengefasst.