Android-Smartphones, die ohne Google kaum atmen können, iPhones, die jede Bewegung mitprotokollieren – und mittendrin ein finnisches Unternehmen, das sagt: „Nein danke, unsere Nutzer sind keine Werbeziele.“ Genau hier setzt das neue Jolla Phone mit Sailfish OS 5 an: ein europäisches Linux-Smartphone, das US-Tech-Giganten draußen lassen will und Privatsphäre nicht nur ins Marketing, sondern ins Betriebssystem und sogar in die Hardware einbaut.
In diesem Artikel schauen wir uns an, wer hinter Jolla steht, was das neue Jolla Phone technisch verspricht, welche Rolle Sailfish OS 5 spielt, welche Chancen und Grenzen sich im Vergleich zu Android und iOS abzeichnen – und für wen dieses Linux-Smartphone eine spannende Alternative sein könnte.
Bild 1: Jolla Phone mit 6,36-Zoll-Display und Sailfish OS 5 – europäisches Linux Smartphone mit Fokus auf Privatsphäre und ohne vorinstallierte Google Dienste. / Bildquelle: jolla.com
Wer oder was ist Jolla?
Jolla ist ein finnisches Unternehmen, das 2011 von ehemaligen Nokia- und MeeGo-Entwicklern gegründet wurde. Ziel: eine eigene, unabhängige Smartphone-Plattform, basierend auf Linux, ohne Abhängigkeit von Google oder Apple.
2013 erschien das erste Jolla Phone – damals schon mit Sailfish OS, einer gestenbasierten Oberfläche für Smartphones. In den Jahren danach verschob sich der Fokus stärker auf das Betriebssystem selbst, das unter anderem in Behörden- und Enterprise-Projekten eingesetzt wurde.
Jetzt wagt Jolla den Neustart im Smartphone-Markt: Ein neues Jolla Phone mit Sailfish OS 5, finanziert über eine Crowdfunding-Kampagne, soll als „Europa-Smartphone“ gegen das Android-/iOS-Duo antreten – mit klarem Schwerpunkt auf Datenschutz, langer Softwareunterstützung und einem bewusst anderen Ansatz als der übliche App-Overkill.
Das Jolla Phone im Überblick: Hardware und Konzept
Rein optisch wirkt das neue Jolla Phone wie ein moderner Mittelklasse-Bolide mit leicht nostalgischer Nokia-Note: klare Linien, ein 6,36-Zoll-AMOLED-Display, relativ schlanke Ränder und wechselbare Rückseiten, die nicht nach Wegwerf-Plastik aussehen.
Wichtige Eckdaten des Jolla Phone:
Das Konzept ist klar: moderne Mittelklasse-Hardware, aber kombiniert mit Features, die man bei den üblichen Verdächtigen kaum noch findet: wechselbarer Akku, physischer Schalter für Privatsphäre, microSD-Slot, europäische Endmontage in Finnland.
Das Jolla Phone will damit nicht das schnellste Benchmark-Monster sein, sondern ein alltagstaugliches Linux-Smartphone, das länger durchhält als die typische Zwei-Jahres-Leasingkarriere eines Mainstream-Phones.
Sailfish OS 5 erklärt: Linux Smartphone ohne Android mit Android Apps
Sailfish OS 5 ist ein Linux-basiertes Betriebssystem für Smartphones, das Jolla seit vielen Jahren entwickelt. Es setzt auf eine eigene Benutzeroberfläche mit starker Gestensteuerung, statt auf die gewohnte Android-Optik.
Für Nutzer bedeutet das:
Der Knackpunkt: Sailfish OS ist nicht Android, trotzdem möchte niemand auf Banking, Messenger oder Streaming verzichten. Deshalb integriert Jolla eine Android-Kompatibilitätsschicht namens AppSupport, über die sich zahlreiche Android-Apps aus alternativen App-Stores installieren lassen – nur eben ohne Google Play Store.
Das hat zwei Konsequenzen:
Sailfish OS 5 zielt damit eher auf Nutzer, die bereit sind, etwas zu basteln und sich von der „einloggen, alles synchron, alles getrackt“-Komfortzone zu lösen.
Bild 2: Das neue Jolla Smartphone wird das aktuelle Sailfish OS 5 erhalten, das ganz klar auf Privatsphäre ausgelegt ist. / Bildquelle: jolla.com
Privatsphäre im Fokus beim Jolla Phone
Andere Hersteller kleben „Privacy“ aufs Datenblatt, Jolla schraubt es in die Hardware. Highlight ist ein physischer Privatsphäre-Schalter an der Gehäuseseite. Darüber lassen sich zum Beispiel Kamera, Mikrofon, Bluetooth oder sogar die komplette Android-Schicht per Hardware-Schalter deaktivieren.
Das Besondere: Dieser Schalter ist konfigurierbar. Nutzer legen selbst fest, welche Komponenten er lahmlegt. Wer also sicherstellen möchte, dass bei einem Meeting oder auf einer Reise kein Mikrofon heimlich mithört, braucht keine dubiosen „Spy-Blocker-Apps“, sondern legt einfach den Finger auf einen echten Schalter.
Auf Software-Ebene bringt Sailfish OS 5 zusätzlich ein Datenschutz-Paket mit, das sich klar von Android- und iOS-Standards absetzt:
Hinzu kommt der europäische Kontext: Jolla ist ein finnisches Unternehmen, die Endmontage des Jolla Phone findet in Finnland statt, und das System orientiert sich an europäischen Datenschutzvorstellungen – nicht an Werbekunden in den USA.
Wer ein Smartphone sucht, das standardmäßig weniger „nach Hause telefoniert“, findet hier eine der konsequentesten Lösungen, die derzeit auf dem Markt sind.
Alltagstauglichkeit von Sailfish OS und Jolla Phone
So nett Privatsphäre klingt – am Ende zählt, ob das Gerät im Alltag auch als Haupt-Smartphone taugt.
Apps und Android-Kompatibilität
Dank AppSupport lassen sich viele Android-Apps installieren, sei es aus F-Droid, Aurora Store oder anderen alternativen App-Stores.
Realistisch betrachtet:
Wer auf bestimmte Branchenlösungen, TAN-Verfahren oder Spezial-Apps angewiesen ist, sollte vor einem Umstieg prüfen, ob es Erfahrungsberichte oder Workarounds gibt – oder ob man notfalls ein Zweitgerät behält.
Performance, Akku und Kamera
Mit einem aktuellen MediaTek-5G-Chip, 12 GB RAM und 256 GB Speicher bewegt sich das Jolla Phone auf solidem Mittelklasse-Niveau. Für Browser, Messenger, Office, Medienkonsum und die meisten Android-Apps reicht das locker aus, Benchmarks müssen nicht gewonnen werden, solange nichts ruckelt.
Der 5.500-mAh-Akku, der sich bei Bedarf einfach austauschen lässt, ist im Jahr 2025 eine kleine Sensation. Viel Screen-on-Time, dazu die Möglichkeit, einen Ersatzakku in die Tasche zu stecken – etwas, das man bei den üblichen Glas-Sandwiches kaum noch sieht.
Die Kamera mit 50-MP-Hauptsensor und 13-MP-Ultraweitwinkel zielt klar auf solide Alltagsqualität, nicht auf „Mond-Zoom mit KI-Magie“. Für Social Media, Dokumente, Schnappschüsse und Reisen dürfte das mehr als reichen. Wer jedoch Profi-Fotografie mit voll ausgereizter Computational Photography will, wird bei klassischen Android-Flaggschiffen besser bedient.
Jolla Phone im Vergleich mit Android und iOS
Das Jolla Phone tritt nicht an, um das nächste Massen-Smartphone zu werden. Es richtet sich an Nutzer, die etwas anderes wollen als das typische Google- oder Apple-Paket.
Vorteile gegenüber typischen Android-Smartphones von Xiaomi, Samsung und Co.:
Im Vergleich zu iOS punktet Jolla mit mehr Offenheit und einem deutlich geringeren Grad an Hersteller-Kontrolle. Wer iOS gewohnt ist, wird allerdings:
spürbar vermissen, wenn diese Punkte ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.
Für wen passt das Jolla Phone?
Wer dagegen ein Smartphone möchte, das jede App, jedes Spiel und jeden Dienst sofort in perfekter Qualität unterstützt, ist mit einem guten Android- oder iOS-Gerät besser bedient – am besten einem, das man anschließend mit eigenen Privatsphären-Tools zähmt.
Alternativen im Linux und Privacy Umfeld
Das Jolla Phone ist nicht die einzige Option für Menschen, die ihre Daten nicht als Gratis-Bonus an Werbenetzwerke verschenken möchten – aber es ist eine der wenigen Lösungen, die nicht auf Android als Basis setzen.
Weitere Ansätze:
Der entscheidende Unterschied: Jolla + Sailfish OS sind kein gehärtetes Android, sondern eine eigenständige Linux-Plattform mit komplett anderem UI-Konzept und anderer Update-Strategie. Genau das macht das Jolla Phone so interessant – und etwas anspruchsvoller im Handling.
Preis und Verfügbarkeit des Jolla Phone
Das Jolla Phone wird derzeit über eine Crowdfunding-Kampagne vorfinanziert. Das ist kein typischer „In zwei Tagen bei dir“-Launch, sondern eher ein gemeinsames Projekt mit der Community.
Die Eckpunkte:
Wer also bestellt, kauft kein Lagergerät, sondern unterstützt ein Projekt, das erst noch in Serie geht – mit entsprechendem Vorlauf, aber auch der Chance, eines der ersten Geräte dieser neuen Generation in der Hand zu halten.
Jolla Phone als Linux Smartphone für Datenschutzbewusste Nutzer
Das neue Jolla Phone ist kein weiteres 08/15-Gerät, das man nach zwei Jahren zusammen mit dem Ladegerät in der Schublade vergisst. Es ist ein Statement gegen den Datenhunger der großen Plattformen und eine der spannendsten Alternativen für alle, die ihr Smartphone eher als Werkzeug denn als Überwachungsgerät verstehen.
Was das Paket auszeichnet:
Dafür nimmt man bewusst in Kauf, dass nicht jede App sofort läuft, manche Komfortfunktionen fehlen und das System ein wenig Einarbeitung erfordert. Wer aber bereit ist, diesen Schritt zu gehen, bekommt eines der aktuell konsequentesten Privacy-Smartphones – und unterstützt gleichzeitig ein Projekt, das zeigt, dass der Smartphone-Markt mehr sein kann als nur eine Frage zwischen Android und iOS.
Für Leser von All4Phones.de, die seit Jahren mit dem Gedanken spielen, ein echtes Linux-Smartphone auszuprobieren, ist das Jolla Phone mit Sailfish OS 5 genau das Gerät, das man jetzt genauer beobachten – und gegebenenfalls frühzeitig reservieren – sollte.
In diesem Artikel schauen wir uns an, wer hinter Jolla steht, was das neue Jolla Phone technisch verspricht, welche Rolle Sailfish OS 5 spielt, welche Chancen und Grenzen sich im Vergleich zu Android und iOS abzeichnen – und für wen dieses Linux-Smartphone eine spannende Alternative sein könnte.
Bild 1: Jolla Phone mit 6,36-Zoll-Display und Sailfish OS 5 – europäisches Linux Smartphone mit Fokus auf Privatsphäre und ohne vorinstallierte Google Dienste. / Bildquelle: jolla.com
Wer oder was ist Jolla?
Jolla ist ein finnisches Unternehmen, das 2011 von ehemaligen Nokia- und MeeGo-Entwicklern gegründet wurde. Ziel: eine eigene, unabhängige Smartphone-Plattform, basierend auf Linux, ohne Abhängigkeit von Google oder Apple.
2013 erschien das erste Jolla Phone – damals schon mit Sailfish OS, einer gestenbasierten Oberfläche für Smartphones. In den Jahren danach verschob sich der Fokus stärker auf das Betriebssystem selbst, das unter anderem in Behörden- und Enterprise-Projekten eingesetzt wurde.
Jetzt wagt Jolla den Neustart im Smartphone-Markt: Ein neues Jolla Phone mit Sailfish OS 5, finanziert über eine Crowdfunding-Kampagne, soll als „Europa-Smartphone“ gegen das Android-/iOS-Duo antreten – mit klarem Schwerpunkt auf Datenschutz, langer Softwareunterstützung und einem bewusst anderen Ansatz als der übliche App-Overkill.
Das Jolla Phone im Überblick: Hardware und Konzept
Rein optisch wirkt das neue Jolla Phone wie ein moderner Mittelklasse-Bolide mit leicht nostalgischer Nokia-Note: klare Linien, ein 6,36-Zoll-AMOLED-Display, relativ schlanke Ränder und wechselbare Rückseiten, die nicht nach Wegwerf-Plastik aussehen.
Wichtige Eckdaten des Jolla Phone:
Feature | Jolla Phone (2026) |
| Display | 6,36" Full HD AMOLED, 20:9, gehärtetes Glas |
| Prozessor | MediaTek 5G-SoC (Mittelklasse, 5G-fähig) |
| Arbeitsspeicher | 12 GB RAM |
| Speicher | 256 GB, per microSD auf bis zu 2 TB erweiterbar |
| Akku | 5.500 mAh, wechselbar |
| Hauptkamera | 50 MP + 13 MP Ultraweitwinkel |
| Betriebssystem | Sailfish OS 5 (Linux-basiert) |
| Besonderheiten | Physischer Privacy-Schalter, wechselbare Rückseite |
| SIM | Dual-SIM (5G), EU-Fokus |
Das Konzept ist klar: moderne Mittelklasse-Hardware, aber kombiniert mit Features, die man bei den üblichen Verdächtigen kaum noch findet: wechselbarer Akku, physischer Schalter für Privatsphäre, microSD-Slot, europäische Endmontage in Finnland.
Das Jolla Phone will damit nicht das schnellste Benchmark-Monster sein, sondern ein alltagstaugliches Linux-Smartphone, das länger durchhält als die typische Zwei-Jahres-Leasingkarriere eines Mainstream-Phones.
Sailfish OS 5 erklärt: Linux Smartphone ohne Android mit Android Apps
Sailfish OS 5 ist ein Linux-basiertes Betriebssystem für Smartphones, das Jolla seit vielen Jahren entwickelt. Es setzt auf eine eigene Benutzeroberfläche mit starker Gestensteuerung, statt auf die gewohnte Android-Optik.
Für Nutzer bedeutet das:
- App-Übersicht als „Karten“ mit echtem Multitasking
- schnelles Wechseln zwischen Apps per Geste
- klar strukturierte Einstellungen ohne Google-Schichten dazwischen
Der Knackpunkt: Sailfish OS ist nicht Android, trotzdem möchte niemand auf Banking, Messenger oder Streaming verzichten. Deshalb integriert Jolla eine Android-Kompatibilitätsschicht namens AppSupport, über die sich zahlreiche Android-Apps aus alternativen App-Stores installieren lassen – nur eben ohne Google Play Store.
Das hat zwei Konsequenzen:
- Viele Android-Apps laufen ganz normal, weil sie nur die Standard-APIs brauchen.
- Manche Anwendungen, die tief in Google-Dienste integriert sind (z. B. bestimmte Bezahl- oder DRM-lastige Apps), können zickig sein oder gar nicht starten.
Sailfish OS 5 zielt damit eher auf Nutzer, die bereit sind, etwas zu basteln und sich von der „einloggen, alles synchron, alles getrackt“-Komfortzone zu lösen.
Bild 2: Das neue Jolla Smartphone wird das aktuelle Sailfish OS 5 erhalten, das ganz klar auf Privatsphäre ausgelegt ist. / Bildquelle: jolla.com
Privatsphäre im Fokus beim Jolla Phone
Andere Hersteller kleben „Privacy“ aufs Datenblatt, Jolla schraubt es in die Hardware. Highlight ist ein physischer Privatsphäre-Schalter an der Gehäuseseite. Darüber lassen sich zum Beispiel Kamera, Mikrofon, Bluetooth oder sogar die komplette Android-Schicht per Hardware-Schalter deaktivieren.
Das Besondere: Dieser Schalter ist konfigurierbar. Nutzer legen selbst fest, welche Komponenten er lahmlegt. Wer also sicherstellen möchte, dass bei einem Meeting oder auf einer Reise kein Mikrofon heimlich mithört, braucht keine dubiosen „Spy-Blocker-Apps“, sondern legt einfach den Finger auf einen echten Schalter.
Auf Software-Ebene bringt Sailfish OS 5 zusätzlich ein Datenschutz-Paket mit, das sich klar von Android- und iOS-Standards absetzt:
- kein standardmäßiges Tracking und keine Google-Play-Services, die im Hintergrund alles mitprotokollieren
- App-Sandboxing und Rechteverwaltung über das Sailfish-Sicherheitskonzept (Sailjail)
- Datensparsamkeit als Designziel statt datengetriebener Werbeoptimierung
Hinzu kommt der europäische Kontext: Jolla ist ein finnisches Unternehmen, die Endmontage des Jolla Phone findet in Finnland statt, und das System orientiert sich an europäischen Datenschutzvorstellungen – nicht an Werbekunden in den USA.
Wer ein Smartphone sucht, das standardmäßig weniger „nach Hause telefoniert“, findet hier eine der konsequentesten Lösungen, die derzeit auf dem Markt sind.
Alltagstauglichkeit von Sailfish OS und Jolla Phone
So nett Privatsphäre klingt – am Ende zählt, ob das Gerät im Alltag auch als Haupt-Smartphone taugt.
Apps und Android-Kompatibilität
Dank AppSupport lassen sich viele Android-Apps installieren, sei es aus F-Droid, Aurora Store oder anderen alternativen App-Stores.
Realistisch betrachtet:
- Messenger wie Signal, Telegram und viele andere sollten über alternative Stores nutzbar sein.
- Banking- und Bezahl-Apps können schwieriger werden, weil einige zwingend Google-Play-Services oder bestimmte Sicherheitsprüfungen erwarten.
- Streaming-Apps mit hartem DRM sind je nach Dienst ein Glücksspiel.
Wer auf bestimmte Branchenlösungen, TAN-Verfahren oder Spezial-Apps angewiesen ist, sollte vor einem Umstieg prüfen, ob es Erfahrungsberichte oder Workarounds gibt – oder ob man notfalls ein Zweitgerät behält.
Performance, Akku und Kamera
Mit einem aktuellen MediaTek-5G-Chip, 12 GB RAM und 256 GB Speicher bewegt sich das Jolla Phone auf solidem Mittelklasse-Niveau. Für Browser, Messenger, Office, Medienkonsum und die meisten Android-Apps reicht das locker aus, Benchmarks müssen nicht gewonnen werden, solange nichts ruckelt.
Der 5.500-mAh-Akku, der sich bei Bedarf einfach austauschen lässt, ist im Jahr 2025 eine kleine Sensation. Viel Screen-on-Time, dazu die Möglichkeit, einen Ersatzakku in die Tasche zu stecken – etwas, das man bei den üblichen Glas-Sandwiches kaum noch sieht.
Die Kamera mit 50-MP-Hauptsensor und 13-MP-Ultraweitwinkel zielt klar auf solide Alltagsqualität, nicht auf „Mond-Zoom mit KI-Magie“. Für Social Media, Dokumente, Schnappschüsse und Reisen dürfte das mehr als reichen. Wer jedoch Profi-Fotografie mit voll ausgereizter Computational Photography will, wird bei klassischen Android-Flaggschiffen besser bedient.
Jolla Phone im Vergleich mit Android und iOS
Das Jolla Phone tritt nicht an, um das nächste Massen-Smartphone zu werden. Es richtet sich an Nutzer, die etwas anderes wollen als das typische Google- oder Apple-Paket.
Vorteile gegenüber typischen Android-Smartphones von Xiaomi, Samsung und Co.:
- System ohne vorinstallierte Google-Dienste und ohne aggressive OEM-Bloatware
- höhere Transparenz beim Thema Datenschutz, App-Rechte und Datenflüsse
- Wechselakku, Privacy-Schalter und microSD – klassische Komfortfunktionen, die viele Mainstream-Hersteller abgeschafft haben
Im Vergleich zu iOS punktet Jolla mit mehr Offenheit und einem deutlich geringeren Grad an Hersteller-Kontrolle. Wer iOS gewohnt ist, wird allerdings:
- das extrem große App-Ökosystem,
- die nahtlose Integration von Apple-Diensten und
- die sehr gut optimierte Kamera-Software
spürbar vermissen, wenn diese Punkte ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.
Für wen passt das Jolla Phone?
- Datenschutz-Fans, die bewusst ein Linux-Smartphone mit Sailfish OS suchen
- Entwickler und Tech-affine Nutzer, die ein offeneres System bevorzugen
- Unternehmen und Organisationen, die nach einer europäischen Alternative mit kontrollierbarer Datenhaltung suchen
Wer dagegen ein Smartphone möchte, das jede App, jedes Spiel und jeden Dienst sofort in perfekter Qualität unterstützt, ist mit einem guten Android- oder iOS-Gerät besser bedient – am besten einem, das man anschließend mit eigenen Privatsphären-Tools zähmt.
Alternativen im Linux und Privacy Umfeld
Das Jolla Phone ist nicht die einzige Option für Menschen, die ihre Daten nicht als Gratis-Bonus an Werbenetzwerke verschenken möchten – aber es ist eine der wenigen Lösungen, die nicht auf Android als Basis setzen.
Weitere Ansätze:
- Sailfish X auf Sony-Xperia-Geräten: Jolla bietet Sailfish OS auch als Lizenz für ausgewählte Sony-Xperia-Modelle an. Damit lässt sich ein vorhandenes Gerät in ein Sailfish-Smartphone verwandeln – mit etwas Flash-Aufwand.
- GrapheneOS: Eine sehr strikt sicherheits- und datenschutzorientierte Android-Variante, vor allem für Google-Pixel-Geräte. Stark in Sachen Sandboxing, Härtung und restriktive Rechtevergabe.
- /e/OS bzw. Murena: De-googelte Android-ROMs und Geräte, die viele bekannte Apps weiterhin unterstützen, aber Google-Dienste weitgehend ersetzen – oft kombiniert mit Fairphone-Hardware und Fokus auf Nachhaltigkeit.
- CalyxOS: Ebenfalls ein Android-Derivat mit starkem Fokus auf Datenschutz und Sicherheit, inklusive angepasstem Browser und vordefinierten Privacy-Tools.
Der entscheidende Unterschied: Jolla + Sailfish OS sind kein gehärtetes Android, sondern eine eigenständige Linux-Plattform mit komplett anderem UI-Konzept und anderer Update-Strategie. Genau das macht das Jolla Phone so interessant – und etwas anspruchsvoller im Handling.
Preis und Verfügbarkeit des Jolla Phone
Das Jolla Phone wird derzeit über eine Crowdfunding-Kampagne vorfinanziert. Das ist kein typischer „In zwei Tagen bei dir“-Launch, sondern eher ein gemeinsames Projekt mit der Community.
Die Eckpunkte:
- Reservierung über einen Pre-Order-Voucher mit 99 Euro Anzahlung, die auf den Kaufpreis angerechnet wird
- Ziel: mindestens 2.000 Vorbestellungen; die Marke ist bereits überschritten, das Gerät geht also in Produktion
- Preisstruktur:
- ca. 499 Euro im Rahmen der Kampagne
- 599 bis 699 Euro im regulären Handel, je nach Land
- geplante Auslieferung: erstes Halbjahr 2026, teilweise mit Ziel „bis Ende Q2 2026“
Wer also bestellt, kauft kein Lagergerät, sondern unterstützt ein Projekt, das erst noch in Serie geht – mit entsprechendem Vorlauf, aber auch der Chance, eines der ersten Geräte dieser neuen Generation in der Hand zu halten.
Jolla Phone als Linux Smartphone für Datenschutzbewusste Nutzer
Das neue Jolla Phone ist kein weiteres 08/15-Gerät, das man nach zwei Jahren zusammen mit dem Ladegerät in der Schublade vergisst. Es ist ein Statement gegen den Datenhunger der großen Plattformen und eine der spannendsten Alternativen für alle, die ihr Smartphone eher als Werkzeug denn als Überwachungsgerät verstehen.
Was das Paket auszeichnet:
- Sailfish OS 5 als eigenständiges, Linux-basiertes Betriebssystem mit Android-App-Support
- Physischer Privacy-Schalter, wechselbarer Akku, microSD – Funktionen, die bei vielen Herstellern aus der Mode gekommen sind
- Europäisches Ökosystem mit klarem Fokus auf Datenschutz und langfristiger Softwareunterstützung
Dafür nimmt man bewusst in Kauf, dass nicht jede App sofort läuft, manche Komfortfunktionen fehlen und das System ein wenig Einarbeitung erfordert. Wer aber bereit ist, diesen Schritt zu gehen, bekommt eines der aktuell konsequentesten Privacy-Smartphones – und unterstützt gleichzeitig ein Projekt, das zeigt, dass der Smartphone-Markt mehr sein kann als nur eine Frage zwischen Android und iOS.
Für Leser von All4Phones.de, die seit Jahren mit dem Gedanken spielen, ein echtes Linux-Smartphone auszuprobieren, ist das Jolla Phone mit Sailfish OS 5 genau das Gerät, das man jetzt genauer beobachten – und gegebenenfalls frühzeitig reservieren – sollte.