Ein Waldspaziergang ist meistens angenehm unkompliziert. Bis jemand stürzt, umknickt, sich verletzt oder plötzlich merkt, dass der eigene Standort viel schwerer zu beschreiben ist, als man vorher dachte. Spätestens dann reicht ein „wir sind irgendwo beim Forstweg“ ungefähr so weit wie ein Papierschirm im Gewitter. Genau für solche Situationen gibt es die Hilfe im Wald App. Sie soll keine Abenteuer-App für Freizeitromantik sein, sondern dabei helfen, Rettungspunkte im Wald schnell auf der Karte zu finden und im Ernstfall präzisere Angaben zu machen.

Die App ist kostenlos für Android und iPhone erhältlich und greift auf zehntausende Rettungspunkte in fast allen Bundesländern zu. Ihr Nutzen liegt nicht in irgendwelchen Spielereien, sondern in einer sehr einfachen Frage: Wie komme ich im Notfall möglichst schnell zu einem Punkt, den auch Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei sauber zuordnen können?

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Bild 1: Die Hilfe im Wald App zeigt Rettungspunkte auf der Karte an und hilft mit Offline-Karten sowie Standortangaben dabei, im Notfall schneller den richtigen Treffpunkt zu finden.

Die Hilfe im Wald App kurz erklärt

Die Hilfe im Wald App ist kein klassisches Outdoor-Navi und auch kein Ersatz für eine vollwertige Wander-App. Ihr Kernzweck ist deutlich enger gefasst. Sie zeigt forstliche Rettungspunkte an, also definierte Treffpunkte, die bei Unfällen oder medizinischen Notfällen im Wald die Standortbeschreibung erleichtern sollen.

Das ist auch der Grund, warum die App auf Anhieb sinnvoller wirkt als viele andere Spezial-Apps, die nach 3 Minuten schon wieder auf dem Handy verstauben. Wer im Wald schnell einen klar benennbaren Anlaufpunkt braucht, bekommt hier ein Werkzeug mit sehr eindeutigem Einsatzzweck statt einer überladenen Oberfläche mit hundert Funktionen, von denen am Ende neunundneunzig im Ernstfall niemandem helfen.

So lassen sich Rettungspunkte in der App finden

Die Bedienung ist angenehm direkt. Nach dem Start zeigt die App die eigene Position auf der Karte an. In der Umgebung sichtbare Rettungspunkte werden als Symbole eingeblendet und lassen sich antippen. Danach erscheint die Kennung des gewählten Punktes. Wer eine Rettungspunkt-Bezeichnung bereits kennt, kann sie auch gezielt suchen. Zusätzlich zeigt die App die Entfernung und die Richtung zum ausgewählten Rettungspunkt an.

Hilfreich ist außerdem die Kompass-Funktion oben rechts. Nach dem Antippen zeigt die App die eigene Ausrichtung direkt auf der Karte an und dreht sich passend mit. Gerade wenn man sich im Wald neu orientieren oder die Richtung zum Rettungspunkt besser einschätzen will, ist das deutlich nützlicher als bloß auf einen statischen Kartenausschnitt zu starren.

Gerade dieser Aufbau macht im Notfall Sinn. Es geht nicht darum, stundenlang mit Menüs zu spielen, sondern so schnell wie möglich von der eigenen Position zu einem identifizierbaren Rettungspunkt zu kommen. Wenn man gegenüber der Leitstelle eine konkrete Kennung nennen kann, wird aus ungenauer Waldbeschreibung plötzlich eine verwertbare Ortsangabe. Genau dafür sind diese Rettungspunkte gedacht.

Warum die Karte vor dem Waldbesuch vorbereitet sein sollte

Einer der wichtigsten Punkte an der ganzen App ist gleichzeitig der unspektakulärste: Die Hilfe im Wald App bietet Offline-Karten beziehungsweise offline speicherbare Kartenausschnitte. Das bedeutet, dass du das Gebiet, in dem du unterwegs bist, am besten schon vorab aufrufst, passend zoomst und auf dem Handy speicherst. Wer erst im Wald damit anfängt, wenn das Netz schwankt und die Lage ohnehin stressig wird, hat dafür den denkbar schlechtesten Moment gewählt.

Genau deshalb lebt die App von ein paar Sekunden Vorbereitung. Wenn der Kartenausschnitt bereits offline geladen ist, kann die Rettungspunkt-Karte auch dort noch helfen, wo mobile Daten eher als höfliche Vermutung durchgehen. Das ist kein kleines Extra, sondern einer der wichtigsten Gründe, warum die App im Ernstfall überhaupt sinnvoll sein kann.

Sinnvoll ist vor jeder Tour durch größere Waldgebiete deshalb ein kurzer Check:

  • Kartenausschnitt zu Hause im WLAN öffnen und offline speichern
  • GPS am Handy prüfen
  • App einmal kurz starten, bevor es losgeht

Das klingt banal, ist aber genau die Art von Vorbereitung, die man erst dann schätzt, wenn man sie nicht mehr in Ruhe nachholen kann.

Welche Angaben der Rettungspunkt für den Notruf liefert

Wenn ein Rettungspunkt angetippt wurde, liefert die App nicht bloß ein Symbol auf der Karte, sondern konkrete Informationen, die im Notruf helfen. Dazu gehören die Bezeichnung des ausgewählten Rettungspunktes, die Entfernung, die Richtung sowie die eigene Position. Praktisch ist auch der Direktlink zur Telefon-App: Die Notrufnummer 112 ist bereits hinterlegt, sodass man im Ernstfall nicht erst zwischen Apps wechseln oder hektisch die Nummer zusammensuchen muss.

Genau hier trennt sich nützliche Notfallhilfe von dekorativem App-Füllmaterial. Ein Rettungspunkt bringt nur dann etwas, wenn die Informationen daraus schnell weitergegeben werden können. Die Hilfe im Wald App ist also dann stark, wenn sie nüchtern als präzises Hilfsmittel verstanden wird und nicht als digitales Allheilmittel für jede Lage zwischen Fichtennadel und Funkloch.

Für welche Wege und Touren die App sinnvoll ist

Die Hilfe im Wald App richtet sich nicht nur an Forstprofis. Sie eignet sich auch für Spaziergänger, Wanderer, Jogger, Mountainbiker, Reiter, Geocacher, Familien mit Kindern und andere Waldbesucher. Das ist plausibel, weil man keinen Motorsägenkurs absolviert haben muss, um im Wald auf einmal sehr froh über eine saubere Standortangabe zu sein.

Besonders nützlich ist die App überall dort, wo Wege zwar vorhanden sind, der genaue Aufenthaltsort aber trotzdem schwer zu erklären bleibt. Auf bekannten Wanderparkplätzen braucht man sie oft nicht sofort. Auf längeren Strecken durch Waldgebiete, bei abgelegeneren Runden mit Hund, beim Joggen oder Radfahren auf Forstwegen sieht das schon anders aus. Dann ist eine Rettungspunkt-Karte auf dem Handy kein überflüssiger Ballast, sondern eine kleine Sicherheitsreserve, die im richtigen Moment deutlich mehr wert sein kann als die siebte Wetter-App oder ein weiterer Bildschirmhintergrund mit Bergpanorama.


Gerade bei längeren Touren zeigt sich schnell, dass das Smartphone im Wald mehr kann als nur Schrittzähler und Musikplayer. Neben Rettungspunkten lassen sich damit auch Pflanzen bestimmen oder Pilze identifizieren – was nicht nur praktisch, sondern manchmal auch überraschend unterhaltsam sein kann.

Wer sich dafür interessiert, findet hier passende Ergänzungen:



Rettungspunkte helfen bei der Orientierung, aber sie lösen nicht alles

So nützlich die App ist, sie sollte nicht größer gemacht werden, als sie ist. Rettungspunkte sind definierte Treffpunkte für die Rettungskette im Wald. Das macht sie im Notfall sehr hilfreich, aber eben nicht allmächtig. Der Rettungspunkt ist ein wichtiges Ziel für die Anfahrt, aber nicht automatisch identisch mit dem exakten Unfallort.

Die Hilfe im Wald App ersetzt daher weder Orientierung noch Vorbereitung. Ohne GPS keine Positionsanzeige, ohne geladene Offline-Karte weniger Hilfe, ohne klare Kommunikation zur Leitstelle auch kein Wunder. Gerade weil die App so spezialisiert ist, erfüllt sie ihren Zweck am besten, wenn sie vorher eingerichtet wurde und dann im Ernstfall ruhig und präzise genutzt wird. Das klingt unspektakulär, ist aber meistens genau die Art von Technik, die man auf dem Handy lieber hat, bevor man sie braucht.

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Bild 2: Die Hilfe im Wald App zeigt Rettungspunkte direkt in der Karten- und Satellitenansicht an und hilft mit Kompass-Funktion, Entfernung und Standortbezug bei der schnellen Orientierung im Notfall.

Hilfe im Wald App und Rettungspunkte auf der Karte sinnvoll nutzen

Die Hilfe im Wald App ist kostenlos, klar auf ihren Zweck zugeschnitten und dort stark, wo schnelle Orientierung im Wald zählt. Sie zeigt Rettungspunkte auf der Karte, unterstützt bei der Standortbeschreibung und bietet mit Offline-Karten, Richtungsanzeige, Kompass-Funktion und direkter 112-Wahl genau die Funktionen, die in so einer Lage nützlich sind. Sie will kein Universalwerkzeug für jede Outdoor-Frage sein, und genau das ist eher ein Vorteil als ein Mangel.

Wer regelmäßig im Wald unterwegs ist, sollte die App nicht erst in der Stressminute installieren, sondern vorher einrichten und den passenden Kartenausschnitt offline speichern. Dann wird aus einer eher unscheinbaren Anwendung ein Hilfsmittel mit klarem Nutzen. Nicht spektakulär, nicht hip, nicht geschniegelt auf Social-Media-Look getrimmt, aber im Zweifel deutlich wertvoller als vieles, was sonst so auf dem Handy herumliegt. Wer zusätzlich noch eine klassische Orientierungshilfe fürs Smartphone sucht, findet in unserem Vergleich der besten Kompass-Apps passende Alternativen für Android und iPhone.

Hilfe im Wald App herunterladen

Die Hilfe im Wald App ist kostenlos für Android und iPhone verfügbar. Vor dem Einsatz sollte der passende Kartenausschnitt am besten schon zu Hause geladen werden.