Wenn draußen Blitz und Donner unterwegs sind, taucht bei vielen sofort dieselbe Frage auf: Darf man das Handy bei Gewitter benutzen oder sollte man es lieber ausschalten, weglegen und sicherheitshalber noch in Alufolie wickeln? Letzteres bitte nicht. Das Smartphone selbst ist normalerweise nicht das Problem. Kritisch wird es vor allem dann, wenn es mit der Steckdose verbunden ist oder wenn man sich draußen an einem ungünstigen Ort aufhält.

In diesem Ratgeber klären wir, ob du dein Handy bei Gewitter laden darfst, ob Telefonieren gefährlich ist, ob der Flugmodus etwas bringt und wann Ausschalten sinnvoll sein kann. Außerdem geht es um Powerbanks, Bluetooth-Kopfhörer, WLAN und die Frage, warum das eigentliche Risiko oft nicht in der Hand liegt, sondern über dem Kopf hängt.

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Bild: Handy bei Gewitter sicher nutzen: Was beim Laden, Telefonieren und Ausschalten des Smartphones wirklich wichtig ist.

Die sichere Grundregel: Handy im Akkubetrieb ja, Ladekabel lieber raus

Ein Smartphone darfst du bei Gewitter grundsätzlich benutzen, solange es nicht am Stromnetz hängt. Das Handy zieht keine Blitze an und wird auch nicht plötzlich zum Taschenformat-Blitzableiter, nur weil du eine Nachricht schreibst oder durch deine Galerie scrollst.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Verbindung zur Außenwelt. Ein Handy im Akkubetrieb ist ein kleines, mobiles Gerät. Ein Handy am Ladegerät hängt dagegen über Netzteil und Steckdose am Stromnetz. Und genau dort können bei Gewitter Überspannungen auftreten, wenn ein Blitz in der Nähe einschlägt oder Leitungen betroffen sind.

Deshalb gilt als einfache Regel: Benutzen ist in geschlossenen Räumen in der Regel unproblematisch. Laden über die Steckdose sollte man bei starkem oder nahem Gewitter besser vermeiden.

Situation
Empfehlung
Warum
Handy im Haus im Akkubetrieb nutzenunproblematischkeine Verbindung zum Stromnetz
Handy bei Gewitter ladenbesser vermeidenögliches Risiko durch Überspannung
Handy mit Powerbank ladengute Alternativekeine direkte Verbindung zur Steckdose
Handy draußen bei Gewitter benutzenvermeidender Standort ist gefährlich, nicht das Handy
Handy ausschaltenmeist unnötigAusschalten schützt nicht vor Überspannung, wenn es weiter eingesteckt ist

Warum das Ladekabel bei Gewitter der entscheidende Punkt ist

Beim Laden hängt dein Smartphone nicht einfach nur harmlos am Kabel. Es ist über das Ladegerät mit der Hausinstallation verbunden. Kommt es bei einem Gewitter zu einer Überspannung im Stromnetz, kann diese elektrische Geräte beschädigen. Das betrifft nicht nur Smartphones, sondern auch Router, Fernseher, Computer, Spielekonsolen und andere Geräte, die dauerhaft an Strom-, Internet- oder Antennenleitungen hängen.

Ein direkter Blitzeinschlag ins Haus ist nicht der einzige Fall, an den man denken muss. Auch Einschläge in der Nähe können Spannungsspitzen verursachen. Genau deshalb empfehlen Fachstellen bei Gewitter ohne ausreichenden Überspannungsschutz, empfindliche Elektronik vom Netz zu trennen.

Für dein Handy heißt das: Wenn es gerade lädt und das Gewitter nah ist, zieh das Netzteil aus der Steckdose. Nicht nur das Kabel vom Handy abziehen, sondern wirklich den Stecker aus der Wand. Ein Ladegerät, das weiterhin in der Steckdose steckt, hat seine berufliche Beziehung zum Stromnetz nämlich noch nicht beendet.

Eine Powerbank ist in dieser Situation deutlich entspannter. Sie lädt dein Smartphone ohne direkte Verbindung zur Steckdose. Voraussetzung ist natürlich, dass die Powerbank vorher geladen wurde. Wer sie erst während des Gewitters an die Steckdose hängt, hat das Prinzip ungefähr so elegant verstanden wie jemand, der bei Regen die Wäsche nach draußen stellt.

Darf man bei Gewitter mit dem Handy telefonieren?

Telefonieren mit dem Handy ist bei Gewitter in geschlossenen Räumen normalerweise sicher. Mobiltelefone nutzen Funkverbindungen und keine festen Telefonleitungen, über die ein Blitz ins Gerät gelangen könnte. Das unterscheidet sie deutlich von klassischen kabelgebundenen Festnetztelefonen.

Die alte Warnung vor dem Telefonieren bei Gewitter stammt aus einer Zeit, in der viele Menschen noch mit kabelgebundenen Telefonen telefoniert haben. Dort war Vorsicht sinnvoll, weil Leitungen elektrische Spannung weiterleiten können. Beim Smartphone im Akkubetrieb ist diese Gefahr nicht vergleichbar.

Wichtig ist aber der Ort. Wer gemütlich im Wohnzimmer sitzt und telefoniert, hat ein anderes Risiko als jemand, der bei Gewitter auf einem Feld steht, unter einem einzelnen Baum Schutz sucht oder am offenen Fenster das nächste dramatische Wettervideo aufnehmen will. Das Handy ist dann nicht der Bösewicht. Es ist eher der stille Zeuge einer fragwürdigen Entscheidung.

Muss man das Handy bei Gewitter ausschalten?

Nein, normalerweise musst du dein Handy bei Gewitter nicht ausschalten. Ein eingeschaltetes Smartphone zieht keine Blitze an. Ein ausgeschaltetes Smartphone wird dadurch auch nicht magisch blitzsicher.

Entscheidend ist wieder die Stromverbindung. Wenn das Handy am Ladegerät hängt, bringt Ausschalten allein wenig. Es bleibt weiterhin mit dem Stromnetz verbunden. Sicherer ist es, den Stecker zu ziehen und das Gerät im Akkubetrieb weiter zu verwenden.

Ausschalten kann trotzdem sinnvoll sein, wenn du Akku sparen willst oder das Gerät ohnehin nicht brauchst. Als Blitzschutzmaßnahme ist es aber nicht der zentrale Punkt. Wer sein Handy ausschaltet, aber das Netzteil in der Steckdose lässt, schützt ungefähr so konsequent wie jemand, der bei offenem Fenster die Heizung abdreht und sich über die frische Brise freut.

Flugmodus, WLAN und Bluetooth: Was davon bei Gewitter eine Rolle spielt

Der Flugmodus schützt dein Handy nicht vor Blitzschlag. Er trennt Mobilfunk, WLAN und Bluetooth je nach Einstellung, aber Blitze interessieren sich nicht für deine Netzwerkeinstellungen. Der Flugmodus spart Akku und reduziert Funkverbindungen. Mehr nicht.

Auch WLAN, mobile Daten und Bluetooth-Kopfhörer machen dein Smartphone bei Gewitter nicht gefährlicher. Funkwellen ziehen keine Blitze an. Du musst also nicht panisch deine Bluetooth-Kopfhörer aus den Ohren reißen, nur weil es draußen donnert.

Relevant sind leitende Verbindungen, also vor allem Kabel, Steckdosen, Stromleitungen, Netzteile, Antennenkabel, Telefonleitungen und ähnliche Anschlüsse. Ein kabelloser Kopfhörer oder eine Smartwatch im Akkubetrieb fällt nicht in dieselbe Risikokategorie wie ein Laptop, der am Netzteil hängt.

Handy draußen bei Gewitter benutzen: Der Standort ist das Problem

Draußen sieht die Sache anders aus. Nicht, weil das Handy gefährlich wäre, sondern weil du selbst bei Gewitter gefährdet sein kannst. Besonders riskant sind offene Flächen, Anhöhen, Wasser, einzelne Bäume, Metallzäune, Masten und alles, was dich exponiert wirken lässt.

Wenn du draußen vom Gewitter überrascht wirst, sollte die Priorität nicht sein, noch schnell ein Video für Social Media aufzunehmen. Suche Schutz in einem festen Gebäude oder im Auto. Ein Balkon, ein offenes Fenster oder die Terrasse sind keine sicheren Logenplätze für eine kostenlose Lichtshow.

Das Smartphone kann draußen sogar wichtig sein, etwa um Hilfe zu rufen oder Wetterwarnungen zu prüfen. Nur sollte man es nicht als Grund nehmen, länger im Freien zu bleiben. Ein Handy in der Hand macht dich nicht automatisch zum Blitzopfer. Aber ein schlechter Standort kann gefährlich werden, ganz ohne technische Unterstützung.

Was du bei Gewitter mit deinem Handy tun solltest

Die wichtigsten Regeln sind einfach und müssen nicht komplizierter gemacht werden, als sie sind:

Zieh das Ladegerät aus der Steckdose, wenn das Gewitter nah ist. Nutze dein Handy im Haus ruhig weiter, solange es im Akkubetrieb läuft. Lade bei Bedarf über eine Powerbank. Lass das Smartphone nicht am Fenster liegen, wenn dort Regen oder Feuchtigkeit eindringen kann. Und wenn du draußen bist, suche Schutz, statt das Gewitter zu filmen.

Bei empfindlicher Technik im Haus lohnt sich außerdem ein Blick über das Smartphone hinaus. Router, Fernseher, PC, Spielekonsole und Ladegeräte sind oft deutlich stärker gefährdet, weil sie dauerhaft mit Leitungen verbunden sind. Wer in einer Region mit häufigen Gewittern wohnt, sollte über einen vernünftigen Überspannungsschutz nachdenken. Der ersetzt zwar keine komplette Blitzschutzanlage, ist aber deutlich sinnvoller als das Handy bei jedem Donnergrollen beleidigt auszuschalten.

Handy bei Gewitter sicher nutzen: Kabel trennen, Akku nutzen, draußen Schutz suchen

Ein Handy ist bei Gewitter nicht automatisch gefährlich. Im Haus kannst du es im Akkubetrieb normalerweise weiter benutzen, damit telefonieren, Nachrichten schreiben oder Musik hören. Ausschalten ist nicht nötig, und auch Flugmodus, WLAN oder Bluetooth haben mit Blitzschutz wenig zu tun.

Vorsicht ist vor allem beim Laden über die Steckdose angebracht. Wenn das Gewitter nah ist, sollte das Ladegerät aus der Steckdose. Eine Powerbank ist die bessere Lösung, wenn der Akku gerade Richtung null Prozent fällt und das Smartphone noch gebraucht wird.

Draußen zählt dagegen vor allem dein Standort. Wer bei Blitz und Donner auf freier Fläche steht, unter einem Baum wartet oder am Fenster das perfekte Sturmvideo drehen möchte, hat ein echtes Risiko. Das liegt aber nicht am Handy, sondern an der Situation. Die beste Kombination lautet deshalb: Smartphone vom Strom trennen, drinnen bleiben und das Gewitter lieber aus sicherer Entfernung beobachten.

Quellen und weiterführende Informationen:

Für die fachliche Einordnung wurden die Sicherheitshinweise der CDC zu Handys bei Gewitter berücksichtigt. Die Behörde weist darauf hin, dass Mobiltelefone und schnurlose Telefone bei Gewitter sicher genutzt werden können, solange sie nicht über ein Ladegerät mit der Steckdose verbunden sind. Kabelgebundene Telefone und elektrische Geräte an der Steckdose sollten dagegen gemieden werden.