Wenn du dein Handy verloren hast, zählt vor allem die richtige Reihenfolge. Rufe zuerst deine eigene Nummer an, starte anschließend die Ortung und sperre das Gerät aus der Ferne. Erst danach solltest du die SIM-Karte und wichtige Benutzerkonten absichern. Lösche das Smartphone nicht vorschnell, weil dadurch weitere Möglichkeiten zur Ortung verloren gehen können.
Ob du dein Handy nur verlegt hast oder von einem Diebstahl ausgehen musst, macht dabei einen großen Unterschied. Liegt es noch im Restaurant, hilft ein Klingelton meist mehr als eine Strafanzeige. Bewegt sich der Standort dagegen durch eine fremde Stadt, hat sich das Smartphone vermutlich nicht spontan für ein unabhängiges Leben entschieden.
Bild: Handy verloren: So kannst du das Smartphone orten, sperren, die SIM-Karte blockieren und persönliche Daten vor fremdem Zugriff schützen.
Mit diesen 5 Schritten verschaffst du dir schnell Klarheit und schützt gleichzeitig deine Daten:
Beginne mit dem Anruf, solange das Gerät noch eingeschaltet sein könnte. Ein ehrlicher Finder kann den Anruf entgegennehmen oder anhand der Nummer zurückrufen. Befindet sich das Smartphone vermutlich in der Nähe, lässt es sich über den Ortungsdienst auch dann klingeln, wenn es lautlos gestellt wurde.
Denke anschließend die letzten Stationen rückwärts durch. Kontaktiere das Restaurant, Hotel, Taxiunternehmen oder Verkehrsunternehmen, bei dem du das Handy möglicherweise liegen gelassen hast. Je genauer du Ort und Zeitraum eingrenzen kannst, desto leichter lässt sich der Verlust nachvollziehen.
Zeigt die Ortung eine unbekannte Adresse oder bewegt sich das Gerät weiter, solltest du es nicht selbst zurückholen. Notiere den Standort, fertige einen Screenshot an und überlasse das weitere Vorgehen der Polizei.
Android-Smartphones und iPhones besitzen bereits eigene kostenlose Ortungsfunktionen. Eine zusätzliche App ist normalerweise nicht erforderlich. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gerät mit dem entsprechenden Google-, Samsung- oder Apple-Konto verbunden war und die benötigten Funktionen nicht vorher deaktiviert wurden.
Für ein verlorenes Android-Handy öffnest du auf einem Computer, Tablet oder zweiten Smartphone Google Mein Gerät finden. Google führt den Dienst je nach Oberfläche auch unter der Bezeichnung Find Hub.
Melde dich mit dem Google-Konto an, das auf dem verschwundenen Smartphone eingerichtet ist. Besitzt du mehrere Android-Geräte, wählst du das verlorene Modell aus der Liste aus. Anschließend versucht Google, den aktuellen oder zuletzt verfügbaren Standort anzuzeigen.
Je nach Verbindung und Geräteeinstellungen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
Der Ton funktioniert auch dann, wenn das Android-Handy auf lautlos oder Vibration gestellt wurde. Das ist besonders hilfreich, wenn es unter einem Autositz, zwischen Sofakissen oder in einer Tasche steckt.
Bei aktivierter 2-Faktor-Authentifizierung kann die Anmeldung schwieriger werden, wenn ausgerechnet das verlorene Handy den benötigten Bestätigungscode empfangen soll. Prüfe deshalb, ob du bereits in einem Browser mit deinem Google-Konto angemeldet bist oder einen hinterlegten Backupcode verwenden kannst.
Ein Samsung Galaxy lässt sich ebenfalls über Googles Ortungsdienst finden. Das ist meist der schnellste Weg, weil Android und das Google-Konto ohnehin auf dem Gerät eingerichtet sind.
Zusätzlich bietet Samsung den Dienst Samsung Find an. War das Galaxy-Smartphone mit deinem Samsung-Konto verbunden und die Ortungsfunktion aktiviert, kannst du den letzten Standort anzeigen, einen Klingelton auslösen oder dich bei einem neuen Fundort benachrichtigen lassen.
Samsung Find ist damit eine sinnvolle zweite Möglichkeit, wenn Google keinen aktuellen Standort liefert. Eine nachträgliche Aktivierung auf dem verschwundenen Gerät ist allerdings nicht möglich. Das gilt auch für andere Ortungsdienste: Sie müssen vorbereitet worden sein, bevor sich das Handy verabschiedet.
Ein verlorenes iPhone kannst du über die App Wo ist? auf einem anderen Apple-Gerät oder über iCloud.com/find suchen.
Melde dich mit dem Apple Account an, der auf dem iPhone verwendet wird. Für die Anmeldung auf der Ortungsseite ist kein Bestätigungscode erforderlich. Du kannst deshalb auch dann auf die Funktion zugreifen, wenn das verschwundene iPhone dein einziges vertrauenswürdiges Apple-Gerät war.
Wähle das iPhone aus der Geräteliste. Danach kannst du:
Der Modus Verloren sperrt das iPhone mit dem vorhandenen Gerätecode. Zusätzlich kannst du eine Nachricht und eine alternative Telefonnummer anzeigen lassen, damit ein Finder dich erreichen kann.
Entferne das iPhone nicht aus der App Wo ist? oder aus der zugehörigen Geräteliste. Dadurch könnte die Aktivierungssperre aufgehoben werden, was einen Weiterverkauf für einen Dieb erheblich erleichtert.
Ein ausgeschaltetes Handy lässt sich nicht immer live verfolgen. Trotzdem bedeutet ein leerer Akku oder eine fehlende Internetverbindung nicht automatisch, dass sämtliche Ortungsmöglichkeiten verschwunden sind.
Google und Apple können häufig den letzten Standort anzeigen, den das Smartphone vor dem Verbindungsabbruch übermittelt hat. War die Offline-Suche aktiviert, können andere Geräte in der Umgebung verschlüsselte Bluetooth-Signale erfassen und den Standort an das Ortungsnetzwerk weitergeben.
Bei einigen neueren Smartphones funktioniert diese Ortung sogar noch eine begrenzte Zeit nach dem Ausschalten. Das hängt vom Modell, vom Betriebssystem und von den zuvor gewählten Einstellungen ab. Eine aktuelle Position lässt sich daher nicht garantieren.
Befehle zum Sperren, Klingeln oder Löschen bleiben bei einem offline befindlichen Gerät normalerweise vorgemerkt. Sie werden ausgeführt, sobald das Smartphone wieder eine Verbindung über Mobilfunk oder WLAN herstellt.
Sei vorsichtig bei Webseiten, die versprechen, ein ausgeschaltetes Handy allein anhand der Telefonnummer zu orten. Eine seriöse öffentliche Nummernsuche kann das nicht. Seiten, die dafür sofort Kreditkarten- oder Kontodaten verlangen, orten erfahrungsgemäß vor allem den direkten Weg zu deinem Geldbeutel.
Falls das Smartphone nicht schnell wieder auftaucht, solltest du den Zugriff auf das Gerät, die Rufnummer und wichtige Benutzerkonten absichern. Die Displaysperre, die SIM-Sperre und der Schutz der Konten erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben.
Markiere das Android-Handy oder iPhone über den jeweiligen Ortungsdienst als verloren. Dadurch wird das Gerät aus der Ferne gesperrt. Auf dem Sperrbildschirm kannst du eine Nachricht sowie eine alternative Telefonnummer anzeigen lassen.
Verwende eine Nummer, unter der du ohne das verlorene Smartphone erreichbar bist. Deine Privatadresse gehört nicht auf den Sperrbildschirm.
Wenn das Handy vermutlich nur liegen geblieben ist, erleichtert eine Kontaktmöglichkeit die Rückgabe. Bei einem offensichtlichen Diebstahl solltest du mit persönlichen Angaben zurückhaltend sein. Telefonnummern und Nachrichten können für gefälschte Fundmeldungen, Phishing-SMS oder angebliche Supportanrufe missbraucht werden.
Apple, Google oder Samsung werden dich nicht überraschend nach deinem Gerätecode, Passwort oder einem Bestätigungscode fragen. Erhältst du nach dem Verlust eine Nachricht mit einem Anmeldelink, öffne die Ortungsseite lieber selbst im Browser.
Sende nach Möglichkeit zuerst den Befehl zur Fernsperre an das Smartphone. Sperrst du die SIM vorher, verliert das Gerät seine mobile Datenverbindung und kann Fernbefehle nur noch über ein bekanntes WLAN empfangen.
Danach solltest du die SIM-Karte beziehungsweise eSIM über deinen Mobilfunkanbieter sperren. Bemerkst du bereits unbekannte Anrufe, SMS oder andere verdächtige Aktivitäten, wartest du damit natürlich nicht.
Bei den großen deutschen Mobilfunkanbietern stehen dafür folgende Wege zur Verfügung:
Die SIM-Sperre verhindert, dass jemand über deine Rufnummer telefoniert, SMS empfängt oder mobile Daten nutzt. Sie sperrt jedoch nicht automatisch das Smartphone und schützt auch keine lokal gespeicherten Fotos, Nachrichten oder Dokumente.
Bei einer eSIM gilt dasselbe Prinzip. Der Anbieter deaktiviert das bisherige Profil und stellt anschließend eine neue eSIM für das Ersatzgerät bereit.
Wie dringend du deine Passwörter ändern musst, hängt von der Gerätesicherung ab. War das Smartphone mit einer sicheren PIN oder einem langen Passwort gesperrt und gibt es keine verdächtigen Zugriffe, kannst du zunächst die verbundenen Konten kontrollieren.
Hatte das Handy keine Displaysperre oder könnte jemand den Code kennen, solltest du sofort handeln. Beginne mit den Konten, über die sich weitere Zugänge zurücksetzen lassen:
Das E-Mail-Konto besitzt dabei höchste Priorität. Wer darauf zugreifen kann, erhält über die Funktion Passwort vergessen häufig auch Zugang zu zahlreichen anderen Diensten. Aus einem kleinen Hilfeknopf wird sonst schnell der persönliche Zimmerservice des neuen Handybesitzers.
Prüfe außerdem die angemeldeten Geräte und aktiven Sitzungen deiner wichtigsten Konten. Unbekannte Sitzungen solltest du beenden. Bei verdächtigen Zahlungen kontaktierst du zusätzlich die Bank oder den jeweiligen Zahlungsanbieter.
Nicht jedes verlorene Smartphone erfordert sofort eine Anzeige. Entscheidend ist, ob das Handy wahrscheinlich nur verlegt wurde oder konkrete Hinweise auf einen Diebstahl bestehen.
Ist das Smartphone an einem bekannten Ort verschwunden, wendest du dich zuerst an die dort zuständige Stelle. Das kann je nach Situation sein:
Nenne das ungefähre Modell, die Gehäusefarbe, eine auffällige Hülle und den Zeitraum des Verlusts. Teile deinen Gerätecode nicht mit. Für die Identifikation reichen äußerlich erkennbare Merkmale und gegebenenfalls Informationen, die nur der Eigentümer kennen kann.
Meldet sich ein unbekannter Finder, vereinbare die Übergabe an einem öffentlichen Ort und nimm nach Möglichkeit eine weitere Person mit. Geld solltest du nicht im Voraus überweisen.
Eine Anzeige bei der Polizei ist sinnvoll, wenn das Handy gestohlen wurde, sich der Standort auffällig bewegt oder an einer unbekannten Adresse auftaucht. Bei einem Raub oder einer akuten Bedrohung verständigst du sofort die Polizei und bringst dich nicht selbst in Gefahr.
Für die Anzeige sind folgende Angaben hilfreich:
Die IMEI identifiziert das Gerät eindeutig. Sie steht häufig auf der Originalverpackung, der Rechnung oder in deinem Google-Konto. Weitere Möglichkeiten findest du in unserem Ratgeber IMEI-Nummer herausfinden: So einfach geht es sogar ohne Handy.
Eine IMEI ist allerdings kein privater Peilsender. Du kannst damit nicht selbst den Standort des Smartphones auf einer Karte verfolgen. Sie hilft Polizei, Versicherung und Mobilfunkanbieter dabei, das Gerät eindeutig zuzuordnen.
Bleibt das Smartphone verschwunden, kannst du die darauf gespeicherten Daten aus der Ferne löschen. Dieser Schritt sollte erst erfolgen, wenn Ortung, Klingeln, Sperrung und Nachfragen bei möglichen Fundstellen erfolglos geblieben sind.
Bei Android endet nach dem Zurücksetzen normalerweise die weitere Ortung über Google. Der Löschbefehl wird bei einem offline befindlichen Gerät ausgeführt, sobald es wieder eine Internetverbindung herstellt.
Auch ein iPhone lässt sich aus der Ferne löschen. Entferne es danach trotzdem nicht aus Wo ist?, damit die Aktivierungssperre bestehen bleibt. Neuere iPhones können abhängig von Modell und Einstellungen teilweise auch nach der Löschung weiterhin im Ortungsnetzwerk erscheinen.
Bestelle anschließend beim Mobilfunkanbieter eine Ersatz-SIM oder ein neues eSIM-Profil. Deine bisherige Rufnummer kannst du dabei normalerweise behalten. Wie das ohne Zugriff auf das alte Gerät funktioniert, erklären wir im Ratgeber eSIM ohne altes Handy übertragen.
Stelle auf dem Ersatzgerät ein vorhandenes Cloud-Backup wieder her und kontrolliere danach diese Punkte:
Ein Backup wirkt vor einem Verlust ungefähr so spannend wie das Sortieren von Versicherungsunterlagen. Sobald Fotos, Kontakte und Nachrichten fehlen, gewinnt es allerdings schlagartig an Unterhaltungswert.
Weitere Einstellungen zum Schutz des neuen oder wiedergefundenen Smartphones findest du in unserem Artikel Datenschutz auf dem Handy: Die 12 wichtigsten Einstellungen.
Wenn du dein Handy verloren hast, solltest du deshalb immer in derselben Reihenfolge vorgehen: orten, klingeln lassen, sperren, Standort dokumentieren, SIM und Konten schützen und einen Diebstahl melden. Die Fernlöschung bleibt der letzte Schritt. So bewahrst du die besten Chancen auf eine Rückgabe, ohne persönliche Daten unnötig lange ungeschützt zu lassen.
Ob du dein Handy nur verlegt hast oder von einem Diebstahl ausgehen musst, macht dabei einen großen Unterschied. Liegt es noch im Restaurant, hilft ein Klingelton meist mehr als eine Strafanzeige. Bewegt sich der Standort dagegen durch eine fremde Stadt, hat sich das Smartphone vermutlich nicht spontan für ein unabhängiges Leben entschieden.
Bild: Handy verloren: So kannst du das Smartphone orten, sperren, die SIM-Karte blockieren und persönliche Daten vor fremdem Zugriff schützen.
Handy verloren: Das solltest du sofort tun
Mit diesen 5 Schritten verschaffst du dir schnell Klarheit und schützt gleichzeitig deine Daten:
- Rufe deine eigene Handynummer von einem anderen Telefon an.
- Kontrolliere Taschen, Auto und die zuletzt besuchten Orte.
- Öffne den Ortungsdienst von Google, Samsung oder Apple.
- Lass das Handy klingeln und sperre es aus der Ferne.
- Sichere den angezeigten Standort mit Uhrzeit als Screenshot.
Beginne mit dem Anruf, solange das Gerät noch eingeschaltet sein könnte. Ein ehrlicher Finder kann den Anruf entgegennehmen oder anhand der Nummer zurückrufen. Befindet sich das Smartphone vermutlich in der Nähe, lässt es sich über den Ortungsdienst auch dann klingeln, wenn es lautlos gestellt wurde.
Denke anschließend die letzten Stationen rückwärts durch. Kontaktiere das Restaurant, Hotel, Taxiunternehmen oder Verkehrsunternehmen, bei dem du das Handy möglicherweise liegen gelassen hast. Je genauer du Ort und Zeitraum eingrenzen kannst, desto leichter lässt sich der Verlust nachvollziehen.
Zeigt die Ortung eine unbekannte Adresse oder bewegt sich das Gerät weiter, solltest du es nicht selbst zurückholen. Notiere den Standort, fertige einen Screenshot an und überlasse das weitere Vorgehen der Polizei.
Handy kostenlos orten: Android, Samsung und iPhone
Android-Smartphones und iPhones besitzen bereits eigene kostenlose Ortungsfunktionen. Eine zusätzliche App ist normalerweise nicht erforderlich. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gerät mit dem entsprechenden Google-, Samsung- oder Apple-Konto verbunden war und die benötigten Funktionen nicht vorher deaktiviert wurden.
Android-Handy mit Google orten
Für ein verlorenes Android-Handy öffnest du auf einem Computer, Tablet oder zweiten Smartphone Google Mein Gerät finden. Google führt den Dienst je nach Oberfläche auch unter der Bezeichnung Find Hub.
Melde dich mit dem Google-Konto an, das auf dem verschwundenen Smartphone eingerichtet ist. Besitzt du mehrere Android-Geräte, wählst du das verlorene Modell aus der Liste aus. Anschließend versucht Google, den aktuellen oder zuletzt verfügbaren Standort anzuzeigen.
Je nach Verbindung und Geräteeinstellungen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
- Standort auf einer Karte anzeigen
- 5 Minuten lang einen Ton in voller Lautstärke abspielen
- Smartphone aus der Ferne sperren
- Nachricht und alternative Telefonnummer einblenden
- Gerät als verloren markieren
- gespeicherte Daten aus der Ferne löschen
Der Ton funktioniert auch dann, wenn das Android-Handy auf lautlos oder Vibration gestellt wurde. Das ist besonders hilfreich, wenn es unter einem Autositz, zwischen Sofakissen oder in einer Tasche steckt.
Bei aktivierter 2-Faktor-Authentifizierung kann die Anmeldung schwieriger werden, wenn ausgerechnet das verlorene Handy den benötigten Bestätigungscode empfangen soll. Prüfe deshalb, ob du bereits in einem Browser mit deinem Google-Konto angemeldet bist oder einen hinterlegten Backupcode verwenden kannst.
Samsung-Handy mit Google und Samsung Find suchen
Ein Samsung Galaxy lässt sich ebenfalls über Googles Ortungsdienst finden. Das ist meist der schnellste Weg, weil Android und das Google-Konto ohnehin auf dem Gerät eingerichtet sind.
Zusätzlich bietet Samsung den Dienst Samsung Find an. War das Galaxy-Smartphone mit deinem Samsung-Konto verbunden und die Ortungsfunktion aktiviert, kannst du den letzten Standort anzeigen, einen Klingelton auslösen oder dich bei einem neuen Fundort benachrichtigen lassen.
Samsung Find ist damit eine sinnvolle zweite Möglichkeit, wenn Google keinen aktuellen Standort liefert. Eine nachträgliche Aktivierung auf dem verschwundenen Gerät ist allerdings nicht möglich. Das gilt auch für andere Ortungsdienste: Sie müssen vorbereitet worden sein, bevor sich das Handy verabschiedet.
iPhone über iCloud orten
Ein verlorenes iPhone kannst du über die App Wo ist? auf einem anderen Apple-Gerät oder über iCloud.com/find suchen.
Melde dich mit dem Apple Account an, der auf dem iPhone verwendet wird. Für die Anmeldung auf der Ortungsseite ist kein Bestätigungscode erforderlich. Du kannst deshalb auch dann auf die Funktion zugreifen, wenn das verschwundene iPhone dein einziges vertrauenswürdiges Apple-Gerät war.
Wähle das iPhone aus der Geräteliste. Danach kannst du:
- den aktuellen oder letzten bekannten Standort sehen
- einen Ton abspielen
- eine Wegbeschreibung zum Standort öffnen
- den Modus Verloren aktivieren
- das iPhone aus der Ferne löschen
Der Modus Verloren sperrt das iPhone mit dem vorhandenen Gerätecode. Zusätzlich kannst du eine Nachricht und eine alternative Telefonnummer anzeigen lassen, damit ein Finder dich erreichen kann.
Entferne das iPhone nicht aus der App Wo ist? oder aus der zugehörigen Geräteliste. Dadurch könnte die Aktivierungssperre aufgehoben werden, was einen Weiterverkauf für einen Dieb erheblich erleichtert.
Handy ausgeschaltet oder offline: Ist eine Ortung noch möglich?
Ein ausgeschaltetes Handy lässt sich nicht immer live verfolgen. Trotzdem bedeutet ein leerer Akku oder eine fehlende Internetverbindung nicht automatisch, dass sämtliche Ortungsmöglichkeiten verschwunden sind.
Google und Apple können häufig den letzten Standort anzeigen, den das Smartphone vor dem Verbindungsabbruch übermittelt hat. War die Offline-Suche aktiviert, können andere Geräte in der Umgebung verschlüsselte Bluetooth-Signale erfassen und den Standort an das Ortungsnetzwerk weitergeben.
Bei einigen neueren Smartphones funktioniert diese Ortung sogar noch eine begrenzte Zeit nach dem Ausschalten. Das hängt vom Modell, vom Betriebssystem und von den zuvor gewählten Einstellungen ab. Eine aktuelle Position lässt sich daher nicht garantieren.
Befehle zum Sperren, Klingeln oder Löschen bleiben bei einem offline befindlichen Gerät normalerweise vorgemerkt. Sie werden ausgeführt, sobald das Smartphone wieder eine Verbindung über Mobilfunk oder WLAN herstellt.
Sei vorsichtig bei Webseiten, die versprechen, ein ausgeschaltetes Handy allein anhand der Telefonnummer zu orten. Eine seriöse öffentliche Nummernsuche kann das nicht. Seiten, die dafür sofort Kreditkarten- oder Kontodaten verlangen, orten erfahrungsgemäß vor allem den direkten Weg zu deinem Geldbeutel.
Verlorenes Handy sperren und persönliche Daten schützen
Falls das Smartphone nicht schnell wieder auftaucht, solltest du den Zugriff auf das Gerät, die Rufnummer und wichtige Benutzerkonten absichern. Die Displaysperre, die SIM-Sperre und der Schutz der Konten erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben.
Gerät in den Verloren-Modus setzen
Markiere das Android-Handy oder iPhone über den jeweiligen Ortungsdienst als verloren. Dadurch wird das Gerät aus der Ferne gesperrt. Auf dem Sperrbildschirm kannst du eine Nachricht sowie eine alternative Telefonnummer anzeigen lassen.
Verwende eine Nummer, unter der du ohne das verlorene Smartphone erreichbar bist. Deine Privatadresse gehört nicht auf den Sperrbildschirm.
Wenn das Handy vermutlich nur liegen geblieben ist, erleichtert eine Kontaktmöglichkeit die Rückgabe. Bei einem offensichtlichen Diebstahl solltest du mit persönlichen Angaben zurückhaltend sein. Telefonnummern und Nachrichten können für gefälschte Fundmeldungen, Phishing-SMS oder angebliche Supportanrufe missbraucht werden.
Apple, Google oder Samsung werden dich nicht überraschend nach deinem Gerätecode, Passwort oder einem Bestätigungscode fragen. Erhältst du nach dem Verlust eine Nachricht mit einem Anmeldelink, öffne die Ortungsseite lieber selbst im Browser.
SIM-Karte oder eSIM sperren lassen
Sende nach Möglichkeit zuerst den Befehl zur Fernsperre an das Smartphone. Sperrst du die SIM vorher, verliert das Gerät seine mobile Datenverbindung und kann Fernbefehle nur noch über ein bekanntes WLAN empfangen.
Danach solltest du die SIM-Karte beziehungsweise eSIM über deinen Mobilfunkanbieter sperren. Bemerkst du bereits unbekannte Anrufe, SMS oder andere verdächtige Aktivitäten, wartest du damit natürlich nicht.
Bei den großen deutschen Mobilfunkanbietern stehen dafür folgende Wege zur Verfügung:
Anbieter | SIM-Karte sperren |
| Telekom | Kundencenter oder Kundenservice |
| Vodafone | MeinVodafone oder Kundenservice |
| O2 | Mein O2, Mein-O2-App oder Kundenservice |
| 1&1 | 1&1 Control-Center oder Kundenservice |
Die SIM-Sperre verhindert, dass jemand über deine Rufnummer telefoniert, SMS empfängt oder mobile Daten nutzt. Sie sperrt jedoch nicht automatisch das Smartphone und schützt auch keine lokal gespeicherten Fotos, Nachrichten oder Dokumente.
Bei einer eSIM gilt dasselbe Prinzip. Der Anbieter deaktiviert das bisherige Profil und stellt anschließend eine neue eSIM für das Ersatzgerät bereit.
Passwörter, Banking und Zahlungsdienste absichern
Wie dringend du deine Passwörter ändern musst, hängt von der Gerätesicherung ab. War das Smartphone mit einer sicheren PIN oder einem langen Passwort gesperrt und gibt es keine verdächtigen Zugriffe, kannst du zunächst die verbundenen Konten kontrollieren.
Hatte das Handy keine Displaysperre oder könnte jemand den Code kennen, solltest du sofort handeln. Beginne mit den Konten, über die sich weitere Zugänge zurücksetzen lassen:
- E-Mail-Konto
- Google- oder Apple-Account
- Onlinebanking und Kreditkarten
- PayPal, Wallet- und Bezahldienste
- Messenger, soziale Netzwerke und Onlineshops
Das E-Mail-Konto besitzt dabei höchste Priorität. Wer darauf zugreifen kann, erhält über die Funktion Passwort vergessen häufig auch Zugang zu zahlreichen anderen Diensten. Aus einem kleinen Hilfeknopf wird sonst schnell der persönliche Zimmerservice des neuen Handybesitzers.
Prüfe außerdem die angemeldeten Geräte und aktiven Sitzungen deiner wichtigsten Konten. Unbekannte Sitzungen solltest du beenden. Bei verdächtigen Zahlungen kontaktierst du zusätzlich die Bank oder den jeweiligen Zahlungsanbieter.
Handy verloren oder gestohlen: Fundbüro oder Polizei?
Nicht jedes verlorene Smartphone erfordert sofort eine Anzeige. Entscheidend ist, ob das Handy wahrscheinlich nur verlegt wurde oder konkrete Hinweise auf einen Diebstahl bestehen.
Bei einem Verlust Fundbüro und Fundstelle kontaktieren
Ist das Smartphone an einem bekannten Ort verschwunden, wendest du dich zuerst an die dort zuständige Stelle. Das kann je nach Situation sein:
- Fundbüro der Stadt oder Gemeinde
- Geschäft, Restaurant oder Veranstaltung
- Hotel oder Ferienunterkunft
- Verkehrsunternehmen oder Bahnhof
- Taxi- oder Mietwagenunternehmen
Nenne das ungefähre Modell, die Gehäusefarbe, eine auffällige Hülle und den Zeitraum des Verlusts. Teile deinen Gerätecode nicht mit. Für die Identifikation reichen äußerlich erkennbare Merkmale und gegebenenfalls Informationen, die nur der Eigentümer kennen kann.
Meldet sich ein unbekannter Finder, vereinbare die Übergabe an einem öffentlichen Ort und nimm nach Möglichkeit eine weitere Person mit. Geld solltest du nicht im Voraus überweisen.
Bei Diebstahl Anzeige mit IMEI erstatten
Eine Anzeige bei der Polizei ist sinnvoll, wenn das Handy gestohlen wurde, sich der Standort auffällig bewegt oder an einer unbekannten Adresse auftaucht. Bei einem Raub oder einer akuten Bedrohung verständigst du sofort die Polizei und bringst dich nicht selbst in Gefahr.
Für die Anzeige sind folgende Angaben hilfreich:
- Hersteller und Modell
- Farbe und besondere Merkmale
- Mobilfunknummer
- Kaufbeleg oder Vertragsunterlagen
- letzter bekannter Standort mit Uhrzeit
- 15-stellige IMEI-Nummer
Die IMEI identifiziert das Gerät eindeutig. Sie steht häufig auf der Originalverpackung, der Rechnung oder in deinem Google-Konto. Weitere Möglichkeiten findest du in unserem Ratgeber IMEI-Nummer herausfinden: So einfach geht es sogar ohne Handy.
Eine IMEI ist allerdings kein privater Peilsender. Du kannst damit nicht selbst den Standort des Smartphones auf einer Karte verfolgen. Sie hilft Polizei, Versicherung und Mobilfunkanbieter dabei, das Gerät eindeutig zuzuordnen.
Handy verloren und nicht gefunden: Daten löschen und Ersatz einrichten
Bleibt das Smartphone verschwunden, kannst du die darauf gespeicherten Daten aus der Ferne löschen. Dieser Schritt sollte erst erfolgen, wenn Ortung, Klingeln, Sperrung und Nachfragen bei möglichen Fundstellen erfolglos geblieben sind.
Bei Android endet nach dem Zurücksetzen normalerweise die weitere Ortung über Google. Der Löschbefehl wird bei einem offline befindlichen Gerät ausgeführt, sobald es wieder eine Internetverbindung herstellt.
Auch ein iPhone lässt sich aus der Ferne löschen. Entferne es danach trotzdem nicht aus Wo ist?, damit die Aktivierungssperre bestehen bleibt. Neuere iPhones können abhängig von Modell und Einstellungen teilweise auch nach der Löschung weiterhin im Ortungsnetzwerk erscheinen.
Bestelle anschließend beim Mobilfunkanbieter eine Ersatz-SIM oder ein neues eSIM-Profil. Deine bisherige Rufnummer kannst du dabei normalerweise behalten. Wie das ohne Zugriff auf das alte Gerät funktioniert, erklären wir im Ratgeber eSIM ohne altes Handy übertragen.
Stelle auf dem Ersatzgerät ein vorhandenes Cloud-Backup wieder her und kontrolliere danach diese Punkte:
- sichere PIN oder langes Gerätepasswort einrichten
- Google- beziehungsweise Apple-Ortung aktivieren
- Offline-Suche einschalten
- IMEI und Kaufbeleg getrennt vom Smartphone aufbewahren
- automatische Backups kontrollieren
- Backupcodes für die 2-Faktor-Authentifizierung sicher ablegen
Ein Backup wirkt vor einem Verlust ungefähr so spannend wie das Sortieren von Versicherungsunterlagen. Sobald Fotos, Kontakte und Nachrichten fehlen, gewinnt es allerdings schlagartig an Unterhaltungswert.
Weitere Einstellungen zum Schutz des neuen oder wiedergefundenen Smartphones findest du in unserem Artikel Datenschutz auf dem Handy: Die 12 wichtigsten Einstellungen.
Wenn du dein Handy verloren hast, solltest du deshalb immer in derselben Reihenfolge vorgehen: orten, klingeln lassen, sperren, Standort dokumentieren, SIM und Konten schützen und einen Diebstahl melden. Die Fernlöschung bleibt der letzte Schritt. So bewahrst du die besten Chancen auf eine Rückgabe, ohne persönliche Daten unnötig lange ungeschützt zu lassen.