Der Mini-Sonnenschirm fürs Handy geistert schon seit mehreren Sommern durch TikTok. Bei hohen Temperaturen erlebt das kuriose Zubehör regelmäßig einen neuen Schub: In den Videos wird das kleine Dach an der Rückseite des Smartphones befestigt, aufgeklappt und als einfache Lösung gegen direkte Sonne, ein schlecht lesbares Display und ein überhitztes Handy präsentiert.
Die Idee eignet sich perfekt für einen viralen Clip. Schirm auf, Problem weg. Ganz so bereitwillig hält sich die Physik allerdings nicht an das TikTok-Drehbuch. Ein Handy-Sonnenschirm kann direkte Sonnenstrahlen abfangen und damit verhindern, dass Display und Gehäuse ungebremst aufgeheizt werden. Wärme entsteht aber auch durch Navigation, Spiele, Videoaufnahmen, eine hohe Displayhelligkeit oder das gleichzeitige Laden des Akkus.
Wir haben den magnetischen Mini-Schirm deshalb nicht nur auf seine optische Wirkung geprüft. Im Test musste er zeigen, wie stark er die Erwärmung der Gehäuseoberfläche bremst, ob sich das Display in der Sonne besser ablesen lässt und wie stabil die Konstruktion bei Wind bleibt. Auch ein paar Regentropfen durfte das kleine Dach abfangen. Schließlich soll es nicht nur aussehen, als hätte das Handy seinen eigenen Tisch in der Eisdiele reserviert.
Bild: Magnetischer Handy-Sonnenschirm im Test: Der Mini-Schirm schützt das Smartphone vor direkter Sonne und kann Überhitzung sowie ein schlecht lesbares Display reduzieren.
Für den Test kommt ein magnetischer Handy-Sonnenschirm von Kiorafoto zum Einsatz. Das schwarze Schirmdach sitzt auf einem biegsamen Metallarm und wird über einen runden Magnetfuß an der Rückseite des Smartphones angebracht. Der flexible Hals lässt sich nach vorne, hinten und zur Seite biegen, damit möglichst wenig direkte Sonne auf das Display und das Gehäuse trifft.
Am Magnetfuß befindet sich zusätzlich ein beweglicher Ring. Er dient als Fingerhalter und erleichtert es, das Smartphone trotz des ungewöhnlichen Aufbaus sicher festzuhalten. Bei einem iPhone mit MagSafe oder einer passenden Magnethülle kann der Schirm direkt angebracht werden. Andere Smartphones benötigen einen selbstklebenden Magnetring, der je nach Angebot bereits beiliegt.
Vor dem Aufkleben sollte man die Position sorgfältig prüfen. Sitzt der Halter zu weit oben, kann der flexible Arm den Kamerabereich verdecken. Wird er zu tief angebracht, reicht das Schirmdach möglicherweise nicht vollständig über das Display. Auch die verwendete Handyhülle spielt eine Rolle: Dicke oder stark strukturierte Modelle können die magnetische Verbindung schwächen.
Zusammengefaltet lässt sich der Mini-Sonnenschirm problemlos in einer Tasche verstauen. Dauerhaft am Smartphone bleibt er besser nicht befestigt. Selbst ein schlankes Handy entwickelt mit Schirmdach und Metallarm plötzlich die Hosentaschentauglichkeit eines kleinen Campingstuhls.
Für den Temperaturvergleich wurde ein iPhone 17 Pro (Cosmic Orange) ohne Hülle verwendet. Das Smartphone lag mit eingeschaltetem Display leicht angewinkelt auf einem Tisch. Die Helligkeit war fest auf 70 Prozent eingestellt, geöffnet blieb während des gesamten Versuchs dieselbe Webseite. WLAN, Bluetooth und Mobilfunk waren aktiv, im Hintergrund liefen jedoch keine Spiele, Videos oder größeren Downloads.
Die Außentemperatur betrug während des Tests 31 Grad. In der folgenden Tabelle ist nicht die Lufttemperatur angegeben, sondern die mit einem Infrarotthermometer gemessene Temperatur der Gehäuseoberfläche. Gemessen wurde bei jedem Durchgang an derselben Stelle auf der Rückseite. Die Werte sagen daher nichts über die genaue Temperatur des Akkus oder Prozessors im Inneren aus.
Um zufällige Abweichungen zu verringern, wurde der Versuch 3x mit und 3x ohne Sonnenschirm durchgeführt. Vor jedem neuen Durchgang durfte das Smartphone im Innenraum wieder auf etwa 30 Grad abkühlen. Die Tabelle zeigt die Durchschnittswerte der Messreihen.
Die knapp 50 Grad in der Tabelle beziehen sich somit auf die Rückseite des Smartphones, die sich in direkter Sonne deutlich stärker aufheizen kann als die umgebende Luft. Je nach Gehäusefarbe, Smartphone-Modell, Sonnenstand und laufenden Anwendungen können die gemessenen Temperaturen allerdings erheblich abweichen.
Bereits nach 5 Minuten war an der Gehäuseoberfläche ein Temperaturunterschied von gut 4 Grad messbar. Mit zunehmender Dauer gingen die Werte weiter auseinander. Nach 15 Minuten hatte sich die ungeschützte Rückseite auf durchschnittlich 49,8 Grad erwärmt. Unter dem Handy-Sonnenschirm wurden an derselben Stelle 39,6 Grad gemessen. Die Außentemperatur lag währenddessen weiterhin bei rund 31 Grad.
Der Abstand entsteht, weil das Schirmdach einen großen Teil der direkten Sonnenstrahlung vom Gehäuse fernhält. Eine aktive Kühlung findet jedoch nicht statt. Der Temperaturanstieg wird gebremst, vorhandene Wärme aber weder abgeführt noch durch einen Ventilator aus dem Gerät transportiert.
Deshalb kann ein Handy auch unter dem Schirm zu heiß werden. Wer gleichzeitig navigiert, ein grafisch anspruchsvolles Spiel startet, Videos aufnimmt und den Akku lädt, erzeugt weiterhin viel Wärme im Inneren. Der Mini-Sonnenschirm nimmt dem Smartphone lediglich einen Teil der äußeren Belastung ab.
Wird das Gerät trotzdem auffällig heiß, sollte es nicht weiter beansprucht und an einen schattigen, gut belüfteten Ort gelegt werden. Das Handy in den Kühlschrank zu legen ist dagegen keine clevere Abkürzung. Durch den schnellen Temperaturwechsel kann sich Kondenswasser bilden, das im ungünstigsten Fall mehr Schaden anrichtet als die ursprüngliche Hitze.
Bei hoher Gerätetemperatur reduzieren Smartphones je nach Modell ihre Prozessorleistung, Displayhelligkeit oder Ladegeschwindigkeit. Kamera, Blitz und Mobilfunkverbindungen können ebenfalls vorübergehend eingeschränkt werden. Steigt die Temperatur weiter, erscheint eine Warnmeldung oder das Smartphone schaltet sich zum eigenen Schutz aus.
Der Handy-Sonnenschirm hält somit hauptsächlich direkte Sonnenstrahlen fern. Gegen einen stark ausgelasteten Prozessor, einen heißen Akku oder eine Umgebungstemperatur weit über 30 Grad besitzt das kleine Stoffdach keine besonderen Kräfte.
Während sich ein messbarer Temperaturunterschied erst nach einigen Minuten bemerkbar macht, verändert der Schatten die Ablesbarkeit des Displays sofort. Ohne Schirm traf die Sonne direkt auf die Glasoberfläche. Texte blieben bei 70 Prozent Helligkeit zwar erkennbar, helle Spiegelungen überlagerten jedoch Teile des Bildes.
Nach dem Ausrichten des Schirmdachs lag das Display vollständig im Schatten. Texte, Symbole und Karteninhalte ließen sich deutlich leichter erkennen, ohne dass die Helligkeit erhöht werden musste. Besonders beim Lesen längerer Texte und beim Betrachten einer Navigationskarte war der Unterschied klar sichtbar.
Eine Entspiegelung ersetzt der Sonnenschirm trotzdem nicht. Helle Flächen aus der Umgebung können sich weiterhin auf dem Display spiegeln. Außerdem muss der flexible Hals an den Sonnenstand angepasst werden. Kommt das Licht schräg von der Seite, fällt schnell wieder ein heller Streifen auf den Bildschirm.
Bei einem Standortwechsel bedeutet das: Schirm nachbiegen, Display prüfen und bei Bedarf noch einmal korrigieren. Wer ständig unterwegs ist, wird daran wenig Freude haben. Beim Sitzen im Garten, am Strand, beim Angeln oder auf einer Parkbank funktioniert das Prinzip wesentlich besser.
Der zusätzliche Schatten kann außerdem verhindern, dass sich das Display wegen einer hohen Gerätetemperatur frühzeitig selbst abdunkelt. Gerade bei längerer Nutzung im Freien bleibt der Bildschirminhalt dadurch möglicherweise länger gut erkennbar.
Auf der Rückseite des iPhone 17 Pro saß der Magnetfuß fest. Beim normalen Halten, Tippen und vorsichtigen Drehen verrutschte die Verbindung nicht. Auch der flexible Metallhals blieb in der eingestellten Position.
Durch die Länge des Arms entsteht allerdings eine spürbare Hebelwirkung. Wird der Schirm weit nach vorne über das Display gebogen, zieht sein Gewicht stärker am Magnetfuß. Ein Stoß gegen das Schirmdach kann die Halterung deshalb verschieben, obwohl der Magnet selbst kräftig genug wirkt.
Bei leichtem Wind mit etwa 10 bis 15 km/h blieb der Schirm nutzbar. Das Dach bewegte sich etwas, der Hals hielt aber seine Position. Bei stärkeren Böen um 20 km/h begann sich die gesamte Konstruktion zu verdrehen. Das Smartphone wurde dadurch nicht aus der Hand gezogen, angenehm fühlte sich der kleine Segelmast auf der Rückseite aber ebenfalls nicht mehr an.
Für einen ruhigen Platz auf Balkon, Terrasse oder Liegewiese eignet sich das Zubehör besser als für längere Spaziergänge. Beim Radfahren oder an einer offenen Handyhalterung würden wir den Schirm nicht verwenden. Die Windfläche ist dafür zu groß und die magnetische Befestigung nicht zuverlässig genug.
Der Ring am Magnetfuß erleichtert das Festhalten, belegt aber gleichzeitig den Bereich für kabelloses Laden. Vor dem Auflegen auf ein MagSafe- oder Qi-Ladegerät muss der Sonnenschirm daher abgenommen werden.
Auch beim Fotografieren lohnt sich ein Blick auf die Position des Metallarms. Im Hochformat blieben die Kameras frei. Im Querformat rückte der Hals bei einer ungünstigen Ausrichtung nahe an den Bildrand. Ein Stück Sonnenschirm im Urlaubsvideo lässt sich später zwar als gewagte Bildgestaltung verkaufen, geplant ist es meistens trotzdem nicht.
Für den Regentest musste nicht gleich das iPhone als Versuchskaninchen herhalten. Stattdessen wurde ein trockenes Stück Küchenpapier unter dem aufgespannten Schirm befestigt und aus rund 50 Zentimetern Entfernung mit einer Sprühflasche beregnet.
Nach 30 Sekunden blieb die Fläche direkt unter der Schirmmitte trocken. An den äußeren Rändern zeigten sich jedoch erste feuchte Stellen. Wurde das Wasser seitlich aufgesprüht, gelangten die Tropfen nahezu ungehindert unter das Dach.
Der Mini-Schirm kann damit einen kurzen, senkrecht fallenden Schauer teilweise abfangen. Einen vollständigen Regenschutz bietet er nicht. Anschlüsse, Lautsprecher, Kameras und Teile des Gehäuses bleiben offen. Wasser kann außerdem vom Rand des Schirms auf das Smartphone tropfen.
Für ein paar Tropfen beim Lesen oder Filmen ist das Zubehör brauchbar. Bei stärkerem Regen gehört das Handy weiterhin in eine trockene Tasche. Idealerweise benutzt man zusätzlich einen Schirm, unter den neben dem Smartphone auch sein Besitzer passt.
Der Handy-Sonnenschirm ist mehr als ein reiner TikTok-Gag. Im Temperaturvergleich blieb die gemessene Gehäuseoberfläche nach 15 Minuten rund 10 Grad kühler als bei direkter Sonneneinstrahlung. Noch deutlicher war der Vorteil beim Display: Im Schatten ließ es sich bei unveränderter Helligkeit wesentlich angenehmer ablesen.
Am besten funktioniert das Zubehör, wenn das Smartphone längere Zeit an einem festen Ort verwendet wird. Beim Lesen im Garten, auf der Sonnenliege, beim Angeln oder bei einer Videoaufnahme von einem ruhigen Standort kann das kleine Dach seinen Zweck erfüllen. Auch bei einem kurzen Schauer hält es zumindest einen Teil der senkrecht fallenden Tropfen ab.
Als vollständiger Schutz vor Überhitzung taugt der Mini-Schirm nicht. Navigation, Spiele, Videoaufnahmen und Laden erwärmen das Smartphone weiterhin von innen. Auch bei sehr hoher Außentemperatur kann die Wärme trotz Schatten weiter ansteigen.
Falls das Handy schnell heiß wird, sollte es nicht weiter belastet werden. Ladegerät abziehen, rechenintensive Apps schließen und das Gerät an einem schattigen, gut belüfteten Ort abkühlen lassen. Eine Temperaturwarnung oder ein gestoppter Ladevorgang sind klare Hinweise darauf, dass der kleine Sonnenschirm allein nicht mehr ausreicht.
Als mobiler Schattenspender erfüllt der Mini-Sonnenschirm seine überschaubare Aufgabe erstaunlich ordentlich. Wer von ihm eine Klimaanlage im Taschenformat erwartet, hat dem viralen TikTok-Video allerdings etwas zu aufmerksam zugehört.
Die Idee eignet sich perfekt für einen viralen Clip. Schirm auf, Problem weg. Ganz so bereitwillig hält sich die Physik allerdings nicht an das TikTok-Drehbuch. Ein Handy-Sonnenschirm kann direkte Sonnenstrahlen abfangen und damit verhindern, dass Display und Gehäuse ungebremst aufgeheizt werden. Wärme entsteht aber auch durch Navigation, Spiele, Videoaufnahmen, eine hohe Displayhelligkeit oder das gleichzeitige Laden des Akkus.
Wir haben den magnetischen Mini-Schirm deshalb nicht nur auf seine optische Wirkung geprüft. Im Test musste er zeigen, wie stark er die Erwärmung der Gehäuseoberfläche bremst, ob sich das Display in der Sonne besser ablesen lässt und wie stabil die Konstruktion bei Wind bleibt. Auch ein paar Regentropfen durfte das kleine Dach abfangen. Schließlich soll es nicht nur aussehen, als hätte das Handy seinen eigenen Tisch in der Eisdiele reserviert.
Bild: Magnetischer Handy-Sonnenschirm im Test: Der Mini-Schirm schützt das Smartphone vor direkter Sonne und kann Überhitzung sowie ein schlecht lesbares Display reduzieren.
So sitzt der TikTok-Schirm am Smartphone
Für den Test kommt ein magnetischer Handy-Sonnenschirm von Kiorafoto zum Einsatz. Das schwarze Schirmdach sitzt auf einem biegsamen Metallarm und wird über einen runden Magnetfuß an der Rückseite des Smartphones angebracht. Der flexible Hals lässt sich nach vorne, hinten und zur Seite biegen, damit möglichst wenig direkte Sonne auf das Display und das Gehäuse trifft.
Am Magnetfuß befindet sich zusätzlich ein beweglicher Ring. Er dient als Fingerhalter und erleichtert es, das Smartphone trotz des ungewöhnlichen Aufbaus sicher festzuhalten. Bei einem iPhone mit MagSafe oder einer passenden Magnethülle kann der Schirm direkt angebracht werden. Andere Smartphones benötigen einen selbstklebenden Magnetring, der je nach Angebot bereits beiliegt.
Vor dem Aufkleben sollte man die Position sorgfältig prüfen. Sitzt der Halter zu weit oben, kann der flexible Arm den Kamerabereich verdecken. Wird er zu tief angebracht, reicht das Schirmdach möglicherweise nicht vollständig über das Display. Auch die verwendete Handyhülle spielt eine Rolle: Dicke oder stark strukturierte Modelle können die magnetische Verbindung schwächen.
Zusammengefaltet lässt sich der Mini-Sonnenschirm problemlos in einer Tasche verstauen. Dauerhaft am Smartphone bleibt er besser nicht befestigt. Selbst ein schlankes Handy entwickelt mit Schirmdach und Metallarm plötzlich die Hosentaschentauglichkeit eines kleinen Campingstuhls.
15 Minuten Mittagssonne als Belastungsprobe
Für den Temperaturvergleich wurde ein iPhone 17 Pro (Cosmic Orange) ohne Hülle verwendet. Das Smartphone lag mit eingeschaltetem Display leicht angewinkelt auf einem Tisch. Die Helligkeit war fest auf 70 Prozent eingestellt, geöffnet blieb während des gesamten Versuchs dieselbe Webseite. WLAN, Bluetooth und Mobilfunk waren aktiv, im Hintergrund liefen jedoch keine Spiele, Videos oder größeren Downloads.
Die Außentemperatur betrug während des Tests 31 Grad. In der folgenden Tabelle ist nicht die Lufttemperatur angegeben, sondern die mit einem Infrarotthermometer gemessene Temperatur der Gehäuseoberfläche. Gemessen wurde bei jedem Durchgang an derselben Stelle auf der Rückseite. Die Werte sagen daher nichts über die genaue Temperatur des Akkus oder Prozessors im Inneren aus.
Um zufällige Abweichungen zu verringern, wurde der Versuch 3x mit und 3x ohne Sonnenschirm durchgeführt. Vor jedem neuen Durchgang durfte das Smartphone im Innenraum wieder auf etwa 30 Grad abkühlen. Die Tabelle zeigt die Durchschnittswerte der Messreihen.
Testdauer | Ohne Schirm | Mit Schirm | Unterschied |
| Start | 30,2 °C | 30,1 °C | 0,1 °C |
| Nach 5 Minuten | 38,9 °C | 34,7 °C | 4,2 °C |
| Nach 10 Minuten | 45,3 °C | 37,4 °C | 7,9 °C |
| Nach 15 Minuten | 49,8 °C | 39,6 °C | 10,2 °C |
Die knapp 50 Grad in der Tabelle beziehen sich somit auf die Rückseite des Smartphones, die sich in direkter Sonne deutlich stärker aufheizen kann als die umgebende Luft. Je nach Gehäusefarbe, Smartphone-Modell, Sonnenstand und laufenden Anwendungen können die gemessenen Temperaturen allerdings erheblich abweichen.
Schatten bremst die Erwärmung, kühlt das Handy aber nicht aktiv
Bereits nach 5 Minuten war an der Gehäuseoberfläche ein Temperaturunterschied von gut 4 Grad messbar. Mit zunehmender Dauer gingen die Werte weiter auseinander. Nach 15 Minuten hatte sich die ungeschützte Rückseite auf durchschnittlich 49,8 Grad erwärmt. Unter dem Handy-Sonnenschirm wurden an derselben Stelle 39,6 Grad gemessen. Die Außentemperatur lag währenddessen weiterhin bei rund 31 Grad.
Der Abstand entsteht, weil das Schirmdach einen großen Teil der direkten Sonnenstrahlung vom Gehäuse fernhält. Eine aktive Kühlung findet jedoch nicht statt. Der Temperaturanstieg wird gebremst, vorhandene Wärme aber weder abgeführt noch durch einen Ventilator aus dem Gerät transportiert.
Deshalb kann ein Handy auch unter dem Schirm zu heiß werden. Wer gleichzeitig navigiert, ein grafisch anspruchsvolles Spiel startet, Videos aufnimmt und den Akku lädt, erzeugt weiterhin viel Wärme im Inneren. Der Mini-Sonnenschirm nimmt dem Smartphone lediglich einen Teil der äußeren Belastung ab.
Wird das Gerät trotzdem auffällig heiß, sollte es nicht weiter beansprucht und an einen schattigen, gut belüfteten Ort gelegt werden. Das Handy in den Kühlschrank zu legen ist dagegen keine clevere Abkürzung. Durch den schnellen Temperaturwechsel kann sich Kondenswasser bilden, das im ungünstigsten Fall mehr Schaden anrichtet als die ursprüngliche Hitze.
Bei hoher Gerätetemperatur reduzieren Smartphones je nach Modell ihre Prozessorleistung, Displayhelligkeit oder Ladegeschwindigkeit. Kamera, Blitz und Mobilfunkverbindungen können ebenfalls vorübergehend eingeschränkt werden. Steigt die Temperatur weiter, erscheint eine Warnmeldung oder das Smartphone schaltet sich zum eigenen Schutz aus.
Der Handy-Sonnenschirm hält somit hauptsächlich direkte Sonnenstrahlen fern. Gegen einen stark ausgelasteten Prozessor, einen heißen Akku oder eine Umgebungstemperatur weit über 30 Grad besitzt das kleine Stoffdach keine besonderen Kräfte.
Beim Display spielt der Mini-Schirm seine Stärke aus
Während sich ein messbarer Temperaturunterschied erst nach einigen Minuten bemerkbar macht, verändert der Schatten die Ablesbarkeit des Displays sofort. Ohne Schirm traf die Sonne direkt auf die Glasoberfläche. Texte blieben bei 70 Prozent Helligkeit zwar erkennbar, helle Spiegelungen überlagerten jedoch Teile des Bildes.
Nach dem Ausrichten des Schirmdachs lag das Display vollständig im Schatten. Texte, Symbole und Karteninhalte ließen sich deutlich leichter erkennen, ohne dass die Helligkeit erhöht werden musste. Besonders beim Lesen längerer Texte und beim Betrachten einer Navigationskarte war der Unterschied klar sichtbar.
Eine Entspiegelung ersetzt der Sonnenschirm trotzdem nicht. Helle Flächen aus der Umgebung können sich weiterhin auf dem Display spiegeln. Außerdem muss der flexible Hals an den Sonnenstand angepasst werden. Kommt das Licht schräg von der Seite, fällt schnell wieder ein heller Streifen auf den Bildschirm.
Bei einem Standortwechsel bedeutet das: Schirm nachbiegen, Display prüfen und bei Bedarf noch einmal korrigieren. Wer ständig unterwegs ist, wird daran wenig Freude haben. Beim Sitzen im Garten, am Strand, beim Angeln oder auf einer Parkbank funktioniert das Prinzip wesentlich besser.
Der zusätzliche Schatten kann außerdem verhindern, dass sich das Display wegen einer hohen Gerätetemperatur frühzeitig selbst abdunkelt. Gerade bei längerer Nutzung im Freien bleibt der Bildschirminhalt dadurch möglicherweise länger gut erkennbar.
Der Magnet hält, der Wind hat andere Pläne
Auf der Rückseite des iPhone 17 Pro saß der Magnetfuß fest. Beim normalen Halten, Tippen und vorsichtigen Drehen verrutschte die Verbindung nicht. Auch der flexible Metallhals blieb in der eingestellten Position.
Durch die Länge des Arms entsteht allerdings eine spürbare Hebelwirkung. Wird der Schirm weit nach vorne über das Display gebogen, zieht sein Gewicht stärker am Magnetfuß. Ein Stoß gegen das Schirmdach kann die Halterung deshalb verschieben, obwohl der Magnet selbst kräftig genug wirkt.
Bei leichtem Wind mit etwa 10 bis 15 km/h blieb der Schirm nutzbar. Das Dach bewegte sich etwas, der Hals hielt aber seine Position. Bei stärkeren Böen um 20 km/h begann sich die gesamte Konstruktion zu verdrehen. Das Smartphone wurde dadurch nicht aus der Hand gezogen, angenehm fühlte sich der kleine Segelmast auf der Rückseite aber ebenfalls nicht mehr an.
Für einen ruhigen Platz auf Balkon, Terrasse oder Liegewiese eignet sich das Zubehör besser als für längere Spaziergänge. Beim Radfahren oder an einer offenen Handyhalterung würden wir den Schirm nicht verwenden. Die Windfläche ist dafür zu groß und die magnetische Befestigung nicht zuverlässig genug.
Der Ring am Magnetfuß erleichtert das Festhalten, belegt aber gleichzeitig den Bereich für kabelloses Laden. Vor dem Auflegen auf ein MagSafe- oder Qi-Ladegerät muss der Sonnenschirm daher abgenommen werden.
Auch beim Fotografieren lohnt sich ein Blick auf die Position des Metallarms. Im Hochformat blieben die Kameras frei. Im Querformat rückte der Hals bei einer ungünstigen Ausrichtung nahe an den Bildrand. Ein Stück Sonnenschirm im Urlaubsvideo lässt sich später zwar als gewagte Bildgestaltung verkaufen, geplant ist es meistens trotzdem nicht.
Ein paar Regentropfen schafft der Schirm ebenfalls
Für den Regentest musste nicht gleich das iPhone als Versuchskaninchen herhalten. Stattdessen wurde ein trockenes Stück Küchenpapier unter dem aufgespannten Schirm befestigt und aus rund 50 Zentimetern Entfernung mit einer Sprühflasche beregnet.
Nach 30 Sekunden blieb die Fläche direkt unter der Schirmmitte trocken. An den äußeren Rändern zeigten sich jedoch erste feuchte Stellen. Wurde das Wasser seitlich aufgesprüht, gelangten die Tropfen nahezu ungehindert unter das Dach.
Der Mini-Schirm kann damit einen kurzen, senkrecht fallenden Schauer teilweise abfangen. Einen vollständigen Regenschutz bietet er nicht. Anschlüsse, Lautsprecher, Kameras und Teile des Gehäuses bleiben offen. Wasser kann außerdem vom Rand des Schirms auf das Smartphone tropfen.
Für ein paar Tropfen beim Lesen oder Filmen ist das Zubehör brauchbar. Bei stärkerem Regen gehört das Handy weiterhin in eine trockene Tasche. Idealerweise benutzt man zusätzlich einen Schirm, unter den neben dem Smartphone auch sein Besitzer passt.
Handy-Sonnenschirm gegen Überhitzung bleibt ein Helfer mit Grenzen
Der Handy-Sonnenschirm ist mehr als ein reiner TikTok-Gag. Im Temperaturvergleich blieb die gemessene Gehäuseoberfläche nach 15 Minuten rund 10 Grad kühler als bei direkter Sonneneinstrahlung. Noch deutlicher war der Vorteil beim Display: Im Schatten ließ es sich bei unveränderter Helligkeit wesentlich angenehmer ablesen.
Am besten funktioniert das Zubehör, wenn das Smartphone längere Zeit an einem festen Ort verwendet wird. Beim Lesen im Garten, auf der Sonnenliege, beim Angeln oder bei einer Videoaufnahme von einem ruhigen Standort kann das kleine Dach seinen Zweck erfüllen. Auch bei einem kurzen Schauer hält es zumindest einen Teil der senkrecht fallenden Tropfen ab.
Als vollständiger Schutz vor Überhitzung taugt der Mini-Schirm nicht. Navigation, Spiele, Videoaufnahmen und Laden erwärmen das Smartphone weiterhin von innen. Auch bei sehr hoher Außentemperatur kann die Wärme trotz Schatten weiter ansteigen.
Falls das Handy schnell heiß wird, sollte es nicht weiter belastet werden. Ladegerät abziehen, rechenintensive Apps schließen und das Gerät an einem schattigen, gut belüfteten Ort abkühlen lassen. Eine Temperaturwarnung oder ein gestoppter Ladevorgang sind klare Hinweise darauf, dass der kleine Sonnenschirm allein nicht mehr ausreicht.
Als mobiler Schattenspender erfüllt der Mini-Sonnenschirm seine überschaubare Aufgabe erstaunlich ordentlich. Wer von ihm eine Klimaanlage im Taschenformat erwartet, hat dem viralen TikTok-Video allerdings etwas zu aufmerksam zugehört.