Ein Schuhkarton, eine Lupe und dein Smartphone reichen aus, um einen einfachen Handy-Beamer selber zu bauen. Der Karton bekommt damit eine anspruchsvollere Aufgabe, als alte Ladekabel bis zur nächsten Aufräumaktion verschwinden zu lassen. Mit einer passenden Linse und etwas Geduld kannst du Fotos oder Videos vergrößert an eine Wand werfen.

Die folgende Anleitung führt dich durch den Aufbau und die Einstellungen am Handy. Dabei lohnt es sich, die Linse vor dem ersten Schnitt auszuprobieren: Nicht jede Lupe passt zu jedem Karton.

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Bild: Handy-Beamer selber bauen: Mit Schuhkarton, Lupe und Smartphone entsteht ein einfacher DIY-Projektor, der in gut abgedunkelten Räumen Bilder an die Wand wirft.

Was kann ein selbst gebauter Handy-Beamer tatsächlich?​


Ein Handy-Beamer aus einem Schuhkarton erzeugt eine einfache, lichtschwache Projektion. Dein Smartphone liefert das Bild und das Licht. Die Lupe bildet den Displayinhalt auf der Wand ab, während der geschlossene Karton störendes Licht abschirmt. Dass sich damit ein anschauliches Optikexperiment bauen lässt, zeigt auch eine entsprechende Anleitung der Western University.

Für erste Versuche eignen sich helle Fotos mit kräftigen Farben und klaren Konturen. Kleine Schrift, feine Details und dunkle Filmszenen sind deutlich schwieriger zu erkennen. Außerdem brauchst du einen möglichst dunklen Raum.

Ein vollwertiges Heimkino entsteht dadurch nicht. Das Smartphone-Display liefert nur begrenzt Licht, und eine einfache Lupe erreicht nicht die Abbildungsqualität eines Projektorobjektivs. Der Reiz liegt darin, mit wenigen Bauteilen selbst ein sichtbares Ergebnis hinzubekommen und zu verstehen, wie die Projektion funktioniert.

Diese Materialien brauchst du für den Handy-Beamer​


Lege dir vor dem Basteln folgende Dinge bereit:

  • Einen stabilen Schuhkarton mit Deckel
  • Eine Lupe mit Sammellinse, also einer nach außen gewölbten Vergrößerungslinse. Falls dir diese noch fehlt, kannst du bei Amazon ein Lupenglas für deinen Handy-Beamer auswählen.
  • Schwarzes, möglichst mattes Papier
  • Feste Pappe für die Handy-Halterung
  • Klebeband und Papierkleber
  • Bleistift und Lineal
  • Schere oder Cutter mit geeigneter Schneidunterlage
  • Dein Smartphone

Der Karton muss hoch genug für das aufgestellte Handy sein. Zusätzlich brauchst du Platz, um das Gerät darin vor- und zurückzuschieben. Das Display zeigt später zur Lupe.

Bei der Linsenwahl zählt nicht allein die aufgedruckte Vergrößerung. Eine kleine, stark vergrößernde Schmucklupe ist nicht automatisch besser geeignet als eine breite Leselupe. Auch die Brennweite beeinflusst, bei welchem Abstand sich das Display scharf auf der Wand abbilden lässt. Passt dieser Abstand nicht in deinen Karton, brauchst du ein anderes Gehäuse oder eine andere Linse.

Sind Karton, Pappe und Klebeband bereits vorhanden, bleibt die Lupe meist die einzige größere Anschaffung. Einen festen Gesamtpreis gibt es deshalb nicht.

Handy-Beamer aus Schuhkarton und Lupe bauen​


Arbeite zunächst ohne eingesetztes Smartphone, sobald du schneidest oder klebst. Wenn Kinder mitbauen, übernimmt ein Erwachsener die Arbeiten mit dem Cutter.

1. Linse und Abstand ausprobieren​
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Öffne ein helles Foto auf dem Handy und erhöhe die Displayhelligkeit. Halte die Lupe in einem abgedunkelten Raum zwischen Display und heller Wand. Das Display muss zur Linse zeigen. Verändere den Abstand zwischen Handy und Lupe, bis du auf der Wand ein erkennbares Bild erhältst. Prüfe, ob sich dieser Abstand später im Karton einstellen lässt.​
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2. Öffnung für die Lupe anzeichnen​
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Plane die Halterung so, dass die Mitte des Displays ungefähr auf Höhe der Linsenmitte liegt. Zeichne die Öffnung auf einer kurzen Kartonseite an. Schneide sie etwas kleiner als den äußeren Rand der Lupe aus, damit diese Halt findet.​
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3. Karton abdunkeln und Linse befestigen​
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Kleide den Innenraum mit mattem schwarzem Papier aus. Befestige die Lupe gerade vor der Öffnung und verschließe seitliche Lücken mit Klebeband. Die nutzbare Glasfläche bleibt frei. Hat die Lupe einen Griff, kannst du dessen Platz beim Einbau berücksichtigen, statt ihn unbedingt abzusägen. Auch bei der Bauanleitung von OBI gehören eine fest sitzende Linse und das Schließen störender Lichtspalten zum Aufbau.​
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4. Verschiebbare Handy-Halterung bauen​
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Schneide eine Grundplatte aus fester Pappe zurecht. Klebe darauf eine senkrechte Rückwand, die du hinten mit zwei dreieckigen Pappstücken abstützt. Eine niedrige Kante vor dem Handy verhindert, dass es nach vorne wegrutscht. Sie darf das Display nicht verdecken. Die gesamte Halterung bleibt lose im Karton, damit du sie verschieben kannst.​
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5. Aufbau kontrollieren​
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Setze das Smartphone ein. Display und Linse sollten möglichst parallel stehen, das Handy darf nicht seitlich wegrutschen. Prüfe anschließend, ob sich der Deckel schließen lässt, ohne Gerät oder Lupe zu berühren.​

Weitere Anregungen findest du in unseren Ideen zum Smartphone-Ständer selber bauen. Für den Projektor brauchst du allerdings eine möglichst aufrechte Halterung: Ein stark nach hinten geneigtes Handy erschwert eine gleichmäßig scharfe Abbildung.

Bild richtig drehen und die Projektion einstellen​


Das Handybild richtig herum anzeigen​


Die Sammellinse dreht das projizierte Bild um 180 Grad. Deshalb muss das Motiv im Karton bereits auf dem Kopf stehen, damit es an der Wand richtig herum erscheint. Bei diesem Aufbau ohne zusätzlichen Spiegel ist keine weitere horizontale Spiegelung nötig.

Du kannst das Handy umdrehen, sofern die verwendete App ihre Bildausrichtung dabei beibehält. Richtet die automatische Drehung das Motiv sofort wieder auf, bearbeitest du für den ersten Versuch am einfachsten eine Kopie deines Fotos:

  • Android mit Google Fotos: Öffne das Foto und wähle Bearbeiten → Zuschneiden. Tippe zweimal auf das Drehsymbol, sodass das Motiv um 180 Grad gedreht wird, und speichere die Änderung. Die Werkzeuge beschreibt Google in seiner Anleitung zum Drehen von Fotos.
  • iPhone: Öffne die Aufnahme in Fotos, tippe auf Bearbeiten und anschließend auf Zuschneiden. Betätige das Drehsymbol zweimal und bestätige mit Fertig. Das funktioniert auch mit eigenen Videos, wie Apples Hilfe zum Drehen von Fotos und Videos erläutert.

Öffne danach die bearbeitete Aufnahme bildschirmfüllend. Kontrolliere in der vorgesehenen Position, ob das Motiv auf dem Display tatsächlich kopfüber steht. Blende die Bedienelemente aus und verlängere bei Bedarf die Zeit bis zur automatischen Bildschirmsperre.

Das Bearbeiten einer eigenen Aufnahme verändert nur diese Datei. Die Oberfläche anderer Apps oder ein laufender Streaming-Film werden dadurch nicht gedreht.

Abstand zur Linse und Bildschärfe einstellen​


Stelle den Karton auf eine feste Unterlage und richte ihn möglichst gerade auf eine glatte, helle Wand. Schließe zum Beurteilen der Projektion den Deckel.

Verschiebe die Handy-Halterung in kleinen Schritten zur Linse hin oder von ihr weg. Öffne den Deckel zum Nachjustieren und schließe ihn anschließend wieder. Sobald Konturen erkennbar werden, reichen oft kleine Bewegungen für die weitere Scharfstellung.

Eine feste Idealentfernung zur Wand gibt es nicht. Sie hängt von deiner Linse und dem Abstand zum Display ab. Bewegst du den gesamten Karton, musst du deshalb erneut fokussieren.

Bleibt das Bild überall unscharf, kann der nötige Abstand außerhalb des Kartons liegen. Ist dagegen eine Seite deutlich unschärfer als die andere, kontrolliere zuerst, ob Handy, Linse und Wand gerade zueinander ausgerichtet sind. Leichte Randunschärfe lässt sich mit einer einfachen Lupe allerdings nicht immer beseitigen.

Wenn das Bild zu dunkel bleibt​


Prüfe zunächst die naheliegenden Ursachen:

  • Dunkle den Raum stärker ab und schalte Lampen aus.
  • Erhöhe die Displayhelligkeit und kontrolliere, ob die automatische Helligkeitsregelung sie wieder absenkt.
  • Verkleinere das Wandbild, indem du den Karton näher an die Wand stellst und anschließend neu fokussierst.
  • Verwende ein helles Testmotiv und eine möglichst weiße, glatte Projektionsfläche.

Je größer du das Bild aufziehst, desto mehr Fläche muss das vorhandene Licht ausleuchten. Eine kleinere Projektion ist deshalb häufig besser erkennbar. Bei einer ohnehin düsteren Filmszene bekommt dein Kartonkino sonst unfreiwillig Hörspielqualitäten.

Eine zusätzliche Taschenlampe im Karton macht den Displayinhalt nicht entsprechend heller und kann störendes Streulicht verursachen. Kontrolliere bei längeren Versuchen außerdem die Temperatur des Smartphones. Wird es deutlich warm, unterbrich den Versuch und lass es außerhalb des Kartons abkühlen.

Handy-Beamer ohne Lupe bauen: Funktioniert das mit einem Glas?​


Ohne klassische Handlupe kann dieser Aufbau funktionieren, wenn du stattdessen eine geeignete Sammellinse verwendest. Ohne passende Optik lässt sich die beschriebene Projektion jedoch nicht herstellen.

Ein beliebiges Trinkglas oder ein umgedrehtes Weinglas ersetzt die Linse nicht zuverlässig. Gekrümmtes Glas und Wasser können Licht zwar brechen, daraus ergibt sich aber noch keine brauchbare Abbildung des gesamten Handybildschirms. Für eine nachvollziehbare Bauanleitung ist eine richtige Linse die bessere Grundlage.

Auch eine Chipsdose löst das optische Problem nicht. Sie wäre lediglich ein anderes Gehäuse, in das Smartphone, Halterung und der notwendige Abstand zur Linse erst einmal hineinpassen müssten.

Falls du eine Lösung ganz ohne Bastelmaterial suchst, erklärt unsere Diskussion über das Handy als Projektor und vermeintliche Beamer-Apps, weshalb Software allein die fehlende Projektionstechnik nicht ersetzt.

Deinen selbst gebauten Handy-Beamer gezielt verbessern​


Markiere auf dem Kartonboden die Position, an der dein Testbild am schärfsten erscheint. Notiere dazu den Abstand zur Wand. So findest du eine brauchbare Einstellung beim nächsten Versuch schneller wieder.

Verändere anschließend immer nur eine Sache, etwa den Wandabstand oder die Ausrichtung der Halterung. Fotografiere die Ergebnisse bei gleichbleibenden Kameraeinstellungen, wenn du sie vergleichen möchtest. Das zeigt dir eher, ob eine Änderung hilft, als mehrere Umbauten auf einmal.

Ein aufwendigeres Holzgehäuse lohnt sich erst, wenn der einfache Aufbau funktioniert und du eine stabilere Konstruktion möchtest. Für den Anfang bringen eine sauber befestigte Linse und eine präzise verschiebbare Halterung mehr als eine besonders hübsche Verpackung.