Ja, BlackBerry gibt es noch. Das kanadische Unternehmen baut jedoch keine Smartphones mehr und hat sich aus dem Handygeschäft zurückgezogen. Heute entwickelt BlackBerry vor allem Software für sichere Kommunikation sowie das Betriebssystem QNX, das unter anderem in Fahrzeugen und anderen eingebetteten Systemen eingesetzt wird.
Das war einmal völlig anders. In seiner erfolgreichsten Zeit stand BlackBerry für mobile E-Mails, sichere Nachrichten und die charakteristische Tastatur unter dem Display. Die Geräte wirkten ein wenig wie Taschenrechner mit abgeschlossenem BWL-Studium, waren für viele Geschäftsleute aber das wichtigste Arbeitsgerät in der Jackentasche.
Bild: BlackBerry scheiterte mit seiner Handy-Sparte am Smartphone-Wandel; Modelle wie das BlackBerry Bold 9900 lohnen sich inzwischen vor allem als Sammlerstücke.
BlackBerry ist nicht als gesamtes Unternehmen verschwunden. Beendet wurde lediglich die Smartphone-Sparte, mit der die Marke einst bekannt geworden war. Nach eigenen Angaben konzentriert sich BlackBerry heute auf sichere Kommunikation und QNX. Die Softwareplattform QNX kommt laut Hersteller inzwischen in mehr als 275 Millionen Fahrzeugen zum Einsatz.
Vom ehemaligen Handyhersteller zum Softwareunternehmen führte allerdings kein sauber vorbereiteter Karrierewechsel. BlackBerry verlor über mehrere Jahre hinweg Marktanteile, stellte die eigene Geräteentwicklung ein und überließ die Smartphone-Marke anschließend verschiedenen Lizenzpartnern.
Neue Smartphones mit BlackBerry-Logo werden seitdem nicht mehr produziert. Geräte im Handel sind entweder Restbestände, gebrauchte Modelle oder Smartphones anderer Hersteller, die das frühere Tastaturkonzept aufgreifen.
Der Niedergang lässt sich nicht allein auf das iPhone, die Tastatur oder einen einzelnen misslungenen Gerätetyp reduzieren. Mehrere Probleme verstärkten sich gegenseitig, während Apple und die zahlreichen Android-Hersteller immer schneller neue Nutzer gewannen.
Als Apple 2007 das iPhone vorstellte, sah BlackBerry den Touchscreen zunächst nicht als grundlegenden Wandel des gesamten Smartphone-Markts. Das Unternehmen hatte seine Geräte über Jahre erfolgreich für E-Mails, Termine und sichere Geschäftskommunikation entwickelt. Für diese Aufgaben funktionierten die Tastatur und das bisherige Bedienkonzept hervorragend.
Smartphones wurden jedoch zunehmend als mobile Computer für Webseiten, Fotos, Videos, Spiele und soziale Netzwerke genutzt. Große berührungsempfindliche Displays passten besser zu diesen Anwendungen als die kleinen Bildschirme der klassischen BlackBerry-Handys.
BlackBerry reagierte zwar mit Geräten wie dem Storm auf den neuen Trend. Die Software, die Bedienung und das App-Angebot konnten mit iPhone und Android aber nicht mithalten. Nicht die Tastatur selbst war das Problem, sondern das zu lange Festhalten an einem Smartphone-Verständnis, das sich bereits deutlich verändert hatte.
Mit dem App Store und Google Play entstanden zwei Plattformen, auf denen Entwickler sehr viele potenzielle Kunden erreichten. Je mehr Nutzer zu iPhone und Android wechselten, desto interessanter wurden diese Systeme für neue Apps. Und je mehr Apps dort erschienen, desto schwerer wurde es für BlackBerry, verlorene Kunden zurückzugewinnen.
Die BlackBerry App World bot deutlich weniger Anwendungen. Beliebte Dienste erschienen verspätet, nur mit eingeschränkten Funktionen oder gar nicht. Für Entwickler lohnte sich der zusätzliche Aufwand immer seltener.
Auch der BlackBerry Messenger verlor seinen Vorsprung. BBM war schnell, sicher und lange ein wichtiges Kaufargument, blieb aber zu lange an BlackBerry-Geräte gebunden. Als der Messenger auch für Android und iOS geöffnet wurde, hatten WhatsApp und andere Dienste bereits einen großen Teil des Marktes erobert.
BlackBerry 10 war ein moderner Neuanfang mit Gestensteuerung, BlackBerry Hub und einer übersichtlichen Verwaltung von Nachrichten. Das Betriebssystem hatte interessante Funktionen und war technisch besser, als sein späterer Marktanteil vermuten lässt.
Es erschien jedoch erst 2013. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Millionen Nutzer bereits an iOS oder Android gewöhnt, Apps gekauft und ihre Kontakte auf anderen Plattformen aufgebaut. Unternehmen erlaubten ihren Mitarbeitern zudem zunehmend, private iPhones und Android-Smartphones beruflich zu verwenden.
BlackBerry 10 betrat damit eine Party, auf der die Gäste längst ihre Gruppenfotos gemacht und den Veranstaltungsort gewechselt hatten. Ein gutes Betriebssystem allein reichte nicht mehr aus, um Nutzer, Entwickler und Mobilfunkanbieter zurückzuholen.
Mit dem BlackBerry Priv wechselte das Unternehmen 2015 schließlich zu Android. Das Gerät kombinierte einen Touchscreen mit einer ausziehbaren Tastatur und bot Zugriff auf den Google Play Store. Ein Jahr später beendete BlackBerry die eigene Hardwareentwicklung.
Danach fertigte vor allem der chinesische Hersteller TCL neue Geräte unter dem bekannten Markennamen. KEYone, Motion, KEY2 und KEY2 LE brachten Android, Sicherheitsfunktionen und teilweise weiterhin eine physische Tastatur zusammen.
Diese Modelle fanden ihre Käufer, blieben aber Nischenprodukte. Sie waren vergleichsweise teuer, technisch nicht immer auf dem Niveau ähnlich kostspieliger Smartphones und erschienen in einem Markt, der längst von Apple, Samsung und weiteren Android-Herstellern beherrscht wurde. Die Marke hatte noch treue Fans, aber nicht mehr genügend neue Kunden.
Die Antwort hängt davon ab, ob ein von BlackBerry selbst entwickeltes Gerät oder ein Smartphone eines Lizenzpartners gemeint ist.
Das Priv aus dem Jahr 2015 gehörte zur letzten Phase der eigenen Smartphone-Entwicklung und war zugleich das erste BlackBerry mit Android. Danach übernahmen Lizenzpartner die Herstellung neuer Geräte.
Das KEY2 war 2018 das letzte höherwertige BlackBerry-Smartphone mit physischer Tastatur. Etwas später erschien das günstigere KEY2 LE. Für Deutschland und den internationalen Markt gilt deshalb das BlackBerry KEY2 LE als letztes breit angebotenes BlackBerry-Handy.
Ein angekündigter Nachfolger schaffte es nicht mehr in den Handel. Das US-Unternehmen OnwardMobility plante ein neues BlackBerry-Smartphone mit 5G, Android und physischer Tastatur. Das Projekt wurde mehrfach verschoben und 2022 vollständig eingestellt. Das große Comeback endete damit dort, wo viele Technikrevolutionen beginnen: in einer Pressemitteilung.
Einige BlackBerry-Handys lassen sich noch einschalten und eingeschränkt verwenden. Als vollwertiges Hauptgerät sind sie jedoch kaum noch empfehlenswert. Dabei muss zwischen Android-Modellen und Geräten mit BlackBerry 10 oder dem älteren BlackBerry OS unterschieden werden.
Am 4. Januar 2022 beendete BlackBerry seine Infrastruktur für Geräte mit BlackBerry 7.1 OS und älteren Versionen, BlackBerry 10 sowie PlayBook OS. Nach der offiziellen Supportinformation von BlackBerry können bei diesen Geräten selbst grundlegende Funktionen wie Telefonie, SMS und mobile Daten nicht mehr zuverlässig arbeiten.
Die Android-Modelle waren von dieser speziellen Abschaltung nicht direkt betroffen. Trotzdem erhalten auch sie seit langer Zeit keine aktuellen Sicherheitsupdates mehr. Hinzu kommen alternde Akkus und Apps, deren neue Versionen ältere Android-Systeme nicht mehr unterstützen.
Für Onlinebanking, Passwortverwaltung, wichtige Zwei-Faktor-Anmeldungen, geschäftliche E-Mails oder andere sensible Daten sollte deshalb kein altes BlackBerry mehr eingesetzt werden. Als Schreibgerät ohne wichtige Konten, für technische Experimente oder als Teil einer Handysammlung können die Geräte weiterhin interessant sein.
Wer ein altes BlackBerry kaufen möchte, sollte nicht nur auf ein makelloses Gehäuse schauen. Ein Gerät kann auf Bildern hervorragend aussehen und trotzdem einen Akku besitzen, dessen Ausdauer inzwischen ungefähr bis zum nächsten Raum reicht.
Prüfe vor dem Kauf möglichst diese Punkte:
Hohe Sammlerpreise sind nicht automatisch ein Zeichen für gute technische Nutzbarkeit. Bezahlt wird häufig die Seltenheit eines Modells und nicht seine Eignung als modernes Smartphone.
Einen offiziellen BlackBerry-Nachfolger gibt es nicht. Mehrere Hersteller greifen die Idee eines Smartphones mit physischer Volltastatur jedoch wieder auf und verbinden sie mit aktuellen Android-Versionen, 5G und modernen Apps.
Der Unihertz Titan 2 erinnert mit seinem quadratischen Display und der darunterliegenden Tastatur besonders stark an das BlackBerry Passport. Er bietet moderne Hardware, aktuelle Mobilfunktechnik und programmierbare Tasten, ist aber deutlich größer und schwerer als gewöhnliche Smartphones.
Kompakter fällt der Clicks Communicator aus. Er richtet sich an Nutzer, die viele Nachrichten, E-Mails und Notizen schreiben und dafür ein handlicheres Tastatur-Smartphone suchen. Das Gerät ist stärker auf Kommunikation als auf ein möglichst großes Display ausgelegt.
Bei beiden Konzepten sollten Käufer aus Deutschland das Tastaturlayout genau prüfen. Viele neue Tastatur-Handys verwenden QWERTY statt des hier üblichen QWERTZ-Layouts. Umlaute lassen sich häufig über die Software eingeben, die Beschriftung und Anordnung der Buchstaben bleibt aber ungewohnt.
Wer hauptsächlich das Tippgefühl eines BlackBerry vermisst, fährt mit einem modernen Tastatur-Smartphone besser als mit einem gebrauchten KEY2. Aktuelle Software, Sicherheitsupdates und eine zuverlässige App-Unterstützung sind wertvoller als das richtige Logo über dem Display.
BlackBerry ist als Unternehmen weiterhin aktiv, hat mit neuen Smartphones aber nichts mehr zu tun. Die Handy-Sparte scheiterte an der verspäteten Reaktion auf Touchscreens, einem zu kleinen App-Ökosystem, dem späten Start von BlackBerry 10 und einem Android-Wechsel, der den verlorenen Vorsprung nicht mehr zurückholen konnte.
KEY2 und KEY2 LE sind die interessantesten alten Modelle für Sammler und Fans der Marke. Für die tägliche Nutzung mit wichtigen persönlichen Daten sind sie aufgrund fehlender Sicherheitsupdates keine gute Wahl mehr. Wer wieder auf echten Tasten schreiben möchte, findet inzwischen moderne Alternativen, die den BlackBerry-Gedanken ohne dessen veraltete Software fortsetzen.
Das war einmal völlig anders. In seiner erfolgreichsten Zeit stand BlackBerry für mobile E-Mails, sichere Nachrichten und die charakteristische Tastatur unter dem Display. Die Geräte wirkten ein wenig wie Taschenrechner mit abgeschlossenem BWL-Studium, waren für viele Geschäftsleute aber das wichtigste Arbeitsgerät in der Jackentasche.
Bild: BlackBerry scheiterte mit seiner Handy-Sparte am Smartphone-Wandel; Modelle wie das BlackBerry Bold 9900 lohnen sich inzwischen vor allem als Sammlerstücke.
BlackBerry heute: Die Firma lebt, neue Handys gibt es nicht
BlackBerry ist nicht als gesamtes Unternehmen verschwunden. Beendet wurde lediglich die Smartphone-Sparte, mit der die Marke einst bekannt geworden war. Nach eigenen Angaben konzentriert sich BlackBerry heute auf sichere Kommunikation und QNX. Die Softwareplattform QNX kommt laut Hersteller inzwischen in mehr als 275 Millionen Fahrzeugen zum Einsatz.
Vom ehemaligen Handyhersteller zum Softwareunternehmen führte allerdings kein sauber vorbereiteter Karrierewechsel. BlackBerry verlor über mehrere Jahre hinweg Marktanteile, stellte die eigene Geräteentwicklung ein und überließ die Smartphone-Marke anschließend verschiedenen Lizenzpartnern.
Jahr | Entwicklung |
| 2007 | Das erste iPhone verändert die Erwartungen an Smartphones und mobile Software. |
| 2013 | BlackBerry 10 erscheint nach mehreren Verzögerungen. |
| 2015 | Mit dem Priv bringt BlackBerry sein erstes Android-Smartphone auf den Markt. |
| 2016 | BlackBerry beendet die eigene Hardwareentwicklung und setzt auf Lizenzpartner. |
| 2018 | TCL veröffentlicht KEY2 und KEY2 LE als letzte große BlackBerry-Modelle. |
| 2020 | Die Zusammenarbeit zwischen BlackBerry und TCL endet. |
| 2022 | Die alten BlackBerry-Dienste werden abgeschaltet und das geplante Comeback von OnwardMobility wird aufgegeben. |
Neue Smartphones mit BlackBerry-Logo werden seitdem nicht mehr produziert. Geräte im Handel sind entweder Restbestände, gebrauchte Modelle oder Smartphones anderer Hersteller, die das frühere Tastaturkonzept aufgreifen.
Warum ist BlackBerry als Handyhersteller gescheitert?
Der Niedergang lässt sich nicht allein auf das iPhone, die Tastatur oder einen einzelnen misslungenen Gerätetyp reduzieren. Mehrere Probleme verstärkten sich gegenseitig, während Apple und die zahlreichen Android-Hersteller immer schneller neue Nutzer gewannen.
Touchscreens veränderten mehr als nur die Bedienung
Als Apple 2007 das iPhone vorstellte, sah BlackBerry den Touchscreen zunächst nicht als grundlegenden Wandel des gesamten Smartphone-Markts. Das Unternehmen hatte seine Geräte über Jahre erfolgreich für E-Mails, Termine und sichere Geschäftskommunikation entwickelt. Für diese Aufgaben funktionierten die Tastatur und das bisherige Bedienkonzept hervorragend.
Smartphones wurden jedoch zunehmend als mobile Computer für Webseiten, Fotos, Videos, Spiele und soziale Netzwerke genutzt. Große berührungsempfindliche Displays passten besser zu diesen Anwendungen als die kleinen Bildschirme der klassischen BlackBerry-Handys.
BlackBerry reagierte zwar mit Geräten wie dem Storm auf den neuen Trend. Die Software, die Bedienung und das App-Angebot konnten mit iPhone und Android aber nicht mithalten. Nicht die Tastatur selbst war das Problem, sondern das zu lange Festhalten an einem Smartphone-Verständnis, das sich bereits deutlich verändert hatte.
Das schwache App-Angebot vertrieb Nutzer und Entwickler
Mit dem App Store und Google Play entstanden zwei Plattformen, auf denen Entwickler sehr viele potenzielle Kunden erreichten. Je mehr Nutzer zu iPhone und Android wechselten, desto interessanter wurden diese Systeme für neue Apps. Und je mehr Apps dort erschienen, desto schwerer wurde es für BlackBerry, verlorene Kunden zurückzugewinnen.
Die BlackBerry App World bot deutlich weniger Anwendungen. Beliebte Dienste erschienen verspätet, nur mit eingeschränkten Funktionen oder gar nicht. Für Entwickler lohnte sich der zusätzliche Aufwand immer seltener.
Auch der BlackBerry Messenger verlor seinen Vorsprung. BBM war schnell, sicher und lange ein wichtiges Kaufargument, blieb aber zu lange an BlackBerry-Geräte gebunden. Als der Messenger auch für Android und iOS geöffnet wurde, hatten WhatsApp und andere Dienste bereits einen großen Teil des Marktes erobert.
BlackBerry 10 kam zu spät
BlackBerry 10 war ein moderner Neuanfang mit Gestensteuerung, BlackBerry Hub und einer übersichtlichen Verwaltung von Nachrichten. Das Betriebssystem hatte interessante Funktionen und war technisch besser, als sein späterer Marktanteil vermuten lässt.
Es erschien jedoch erst 2013. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Millionen Nutzer bereits an iOS oder Android gewöhnt, Apps gekauft und ihre Kontakte auf anderen Plattformen aufgebaut. Unternehmen erlaubten ihren Mitarbeitern zudem zunehmend, private iPhones und Android-Smartphones beruflich zu verwenden.
BlackBerry 10 betrat damit eine Party, auf der die Gäste längst ihre Gruppenfotos gemacht und den Veranstaltungsort gewechselt hatten. Ein gutes Betriebssystem allein reichte nicht mehr aus, um Nutzer, Entwickler und Mobilfunkanbieter zurückzuholen.
Android und Lizenzpartner kamen ebenfalls zu spät
Mit dem BlackBerry Priv wechselte das Unternehmen 2015 schließlich zu Android. Das Gerät kombinierte einen Touchscreen mit einer ausziehbaren Tastatur und bot Zugriff auf den Google Play Store. Ein Jahr später beendete BlackBerry die eigene Hardwareentwicklung.
Danach fertigte vor allem der chinesische Hersteller TCL neue Geräte unter dem bekannten Markennamen. KEYone, Motion, KEY2 und KEY2 LE brachten Android, Sicherheitsfunktionen und teilweise weiterhin eine physische Tastatur zusammen.
Diese Modelle fanden ihre Käufer, blieben aber Nischenprodukte. Sie waren vergleichsweise teuer, technisch nicht immer auf dem Niveau ähnlich kostspieliger Smartphones und erschienen in einem Markt, der längst von Apple, Samsung und weiteren Android-Herstellern beherrscht wurde. Die Marke hatte noch treue Fans, aber nicht mehr genügend neue Kunden.
Welches war das letzte BlackBerry-Handy?
Die Antwort hängt davon ab, ob ein von BlackBerry selbst entwickeltes Gerät oder ein Smartphone eines Lizenzpartners gemeint ist.
Das Priv aus dem Jahr 2015 gehörte zur letzten Phase der eigenen Smartphone-Entwicklung und war zugleich das erste BlackBerry mit Android. Danach übernahmen Lizenzpartner die Herstellung neuer Geräte.
Das KEY2 war 2018 das letzte höherwertige BlackBerry-Smartphone mit physischer Tastatur. Etwas später erschien das günstigere KEY2 LE. Für Deutschland und den internationalen Markt gilt deshalb das BlackBerry KEY2 LE als letztes breit angebotenes BlackBerry-Handy.
Ein angekündigter Nachfolger schaffte es nicht mehr in den Handel. Das US-Unternehmen OnwardMobility plante ein neues BlackBerry-Smartphone mit 5G, Android und physischer Tastatur. Das Projekt wurde mehrfach verschoben und 2022 vollständig eingestellt. Das große Comeback endete damit dort, wo viele Technikrevolutionen beginnen: in einer Pressemitteilung.
Kann man ein BlackBerry heute noch benutzen?
Einige BlackBerry-Handys lassen sich noch einschalten und eingeschränkt verwenden. Als vollwertiges Hauptgerät sind sie jedoch kaum noch empfehlenswert. Dabei muss zwischen Android-Modellen und Geräten mit BlackBerry 10 oder dem älteren BlackBerry OS unterschieden werden.
Modelle | Heutige Nutzbarkeit | Empfehlung |
| KEY2 und KEY2 LE | Telefonie, WLAN und einige Android-Apps können noch funktionieren | Sammler- oder Zweitgerät |
| KEYone und Motion | Android ist stark veraltet, Apps können Unterstützung verlieren | Nur bei niedrigen Erwartungen |
| Priv, DTEK50 und DTEK60 | Sehr alte Android-Versionen und keine aktuellen Sicherheitsupdates | Für sensible Konten ungeeignet |
| Passport, Classic, Q10 und Z-Serie | BlackBerry 10 und wichtige Dienste werden nicht mehr unterstützt | Vor allem für Sammler |
| Bold, Curve und Torch | Alte BlackBerry-Dienste funktionieren nicht mehr zuverlässig | Nostalgie- oder Ausstellungsstück |
Am 4. Januar 2022 beendete BlackBerry seine Infrastruktur für Geräte mit BlackBerry 7.1 OS und älteren Versionen, BlackBerry 10 sowie PlayBook OS. Nach der offiziellen Supportinformation von BlackBerry können bei diesen Geräten selbst grundlegende Funktionen wie Telefonie, SMS und mobile Daten nicht mehr zuverlässig arbeiten.
Die Android-Modelle waren von dieser speziellen Abschaltung nicht direkt betroffen. Trotzdem erhalten auch sie seit langer Zeit keine aktuellen Sicherheitsupdates mehr. Hinzu kommen alternde Akkus und Apps, deren neue Versionen ältere Android-Systeme nicht mehr unterstützen.
Für Onlinebanking, Passwortverwaltung, wichtige Zwei-Faktor-Anmeldungen, geschäftliche E-Mails oder andere sensible Daten sollte deshalb kein altes BlackBerry mehr eingesetzt werden. Als Schreibgerät ohne wichtige Konten, für technische Experimente oder als Teil einer Handysammlung können die Geräte weiterhin interessant sein.
Darauf solltest du beim Gebrauchtkauf achten
Wer ein altes BlackBerry kaufen möchte, sollte nicht nur auf ein makelloses Gehäuse schauen. Ein Gerät kann auf Bildern hervorragend aussehen und trotzdem einen Akku besitzen, dessen Ausdauer inzwischen ungefähr bis zum nächsten Raum reicht.
Prüfe vor dem Kauf möglichst diese Punkte:
- Funktionieren Tastatur, Trackpad und seitliche Tasten ohne Aussetzer?
- Lässt sich der Akku noch ausreichend laden und hält er die Spannung?
- Wurde das Gerät vollständig aus dem Google- oder BlackBerry-Konto des Vorbesitzers entfernt?
- Passen Mobilfunkfrequenzen und Telefoniefunktionen zum eigenen Anbieter?
- Ist eine Rückgabe möglich, falls Apps oder Netzverbindungen nicht funktionieren?
Hohe Sammlerpreise sind nicht automatisch ein Zeichen für gute technische Nutzbarkeit. Bezahlt wird häufig die Seltenheit eines Modells und nicht seine Eignung als modernes Smartphone.
Welche BlackBerry-Nachfolger gibt es?
Einen offiziellen BlackBerry-Nachfolger gibt es nicht. Mehrere Hersteller greifen die Idee eines Smartphones mit physischer Volltastatur jedoch wieder auf und verbinden sie mit aktuellen Android-Versionen, 5G und modernen Apps.
Der Unihertz Titan 2 erinnert mit seinem quadratischen Display und der darunterliegenden Tastatur besonders stark an das BlackBerry Passport. Er bietet moderne Hardware, aktuelle Mobilfunktechnik und programmierbare Tasten, ist aber deutlich größer und schwerer als gewöhnliche Smartphones.
Kompakter fällt der Clicks Communicator aus. Er richtet sich an Nutzer, die viele Nachrichten, E-Mails und Notizen schreiben und dafür ein handlicheres Tastatur-Smartphone suchen. Das Gerät ist stärker auf Kommunikation als auf ein möglichst großes Display ausgelegt.
Bei beiden Konzepten sollten Käufer aus Deutschland das Tastaturlayout genau prüfen. Viele neue Tastatur-Handys verwenden QWERTY statt des hier üblichen QWERTZ-Layouts. Umlaute lassen sich häufig über die Software eingeben, die Beschriftung und Anordnung der Buchstaben bleibt aber ungewohnt.
Wer hauptsächlich das Tippgefühl eines BlackBerry vermisst, fährt mit einem modernen Tastatur-Smartphone besser als mit einem gebrauchten KEY2. Aktuelle Software, Sicherheitsupdates und eine zuverlässige App-Unterstützung sind wertvoller als das richtige Logo über dem Display.
BlackBerry-Handys sind Geschichte, Tastatur-Smartphones nicht
BlackBerry ist als Unternehmen weiterhin aktiv, hat mit neuen Smartphones aber nichts mehr zu tun. Die Handy-Sparte scheiterte an der verspäteten Reaktion auf Touchscreens, einem zu kleinen App-Ökosystem, dem späten Start von BlackBerry 10 und einem Android-Wechsel, der den verlorenen Vorsprung nicht mehr zurückholen konnte.
KEY2 und KEY2 LE sind die interessantesten alten Modelle für Sammler und Fans der Marke. Für die tägliche Nutzung mit wichtigen persönlichen Daten sind sie aufgrund fehlender Sicherheitsupdates keine gute Wahl mehr. Wer wieder auf echten Tasten schreiben möchte, findet inzwischen moderne Alternativen, die den BlackBerry-Gedanken ohne dessen veraltete Software fortsetzen.