Wem moderne Smartphones zu groß, zu schwer oder schlicht zu normal sind, dem könnte das Unihertz Jelly gefallen – ein Gerät, das so winzig ist, dass selbst Kinderhände beim Tippen nachbessern müssen. Doch wie alltagstauglich ist ein Android-Handy, das kleiner als ein Schokoriegel ist? Und: Ist „klein“ hier gleichbedeutend mit „praktisch“ – oder doch eher mit „niedlich, aber nutzlos“?

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Bild: Das angeblich kleinste Android-Smartphone auf der ganzen Welt, das Unihertz Jelly Star. / Bildquelle: unihertz.com

Mini-Smartphone – große Fragen: Lohnt sich so ein Winzling?

Wer „das kleinste Smartphone der Welt“ googelt, meint meist nicht nur das kleinste – sondern auch ein Gerät, das trotz seiner Größe brauchbar bleibt. Und genau hier kommt das Unihertz Jelly Star ins Spiel. Es ist ein vollwertiges Android-13-Smartphone mit allem Drum und Dran – nur eben in der Größe einer alten Zigarettenschachtel.

Doch was kann dieser Mikro-Androide wirklich? Ist er ein praktischer Begleiter für Minimalisten – oder doch eher ein Gag für Technikmessen? Und warum hat es Unihertz überhaupt für eine gute Idee gehalten, ein Android-Handy im Hosentaschenformat zu bauen?

Unihertz Jelly Star im Überblick: Das steckt drin

Kleines Format, große Ausstattung – zumindest auf dem Papier. Die technischen Daten des Jelly Star lesen sich wie die eines Mittelklasse-Handys von 2021, verpackt in ein Gehäuse, das auch in ein Tic-Tac-Döschen passen würde:

Technisches Merkmal
Unihertz Jelly Star
Display3,0 Zoll LCD, 480 × 854 Pixel
Maße & Gewicht95,1 × 49,6 × 18,7 mm, 116 g
ProzessorMediaTek Helio G99, Octa-Core
BetriebssystemAndroid 13
Arbeitsspeicher & Speicher8 GB RAM, 256 GB UFS 2.2
Akku2.000 mAh, 10 W Ladeleistung
Kamera48 MP Rückkamera, 8 MP Frontkamera
SIM & SpeicherDual Nano-SIM + Hybrid-Slot (SIM/microSD)
Konnektivität4G, WLAN ac, Bluetooth 5.3, NFC
ExtrasFingerabdrucksensor, Gesichtserkennung, FM-Radio, IR-Blaster

Praxistest: Alltag mit dem Mini-Smartphone

1. Telefonieren & Nachrichten
Ja, man kann mit dem Jelly telefonieren – auch wenn man dabei unweigerlich aussieht wie jemand, der aus Versehen seine Powerbank ans Ohr hält. Die Sprachqualität geht in Ordnung, die Empfangsstärke ist solide. SMS-Tipper brauchen allerdings Adleraugen und eine ruhige Hand.​
2. Bedienung & Apps
Mit Android 13 läuft das System erstaunlich flüssig. Standard-Apps wie WhatsApp, Spotify oder Google Maps lassen sich nutzen – allerdings mit eingeschränktem Sehkomfort. Das Tippen auf der Mini-Tastatur fühlt sich an wie Chirurgie mit Boxhandschuhen.​
3. Akkulaufzeit
Der 2.000-mAh-Akku klingt nicht nach viel – ist aber auf die Größe gerechnet erstaunlich langlebig. Bei moderater Nutzung hält das Gerät locker einen Tag durch. Power-User? Eher nicht das Zielpublikum.​
4. Kamera & Medien
Die 48-MP-Kamera überrascht positiv – zumindest bei Tageslicht. Videos und Fotos wirken zwar nicht wie aus einem Pixel 8, aber für Schnappschüsse reicht es allemal. Musik, Podcasts und YouTube laufen ebenfalls flüssig – vorausgesetzt, man akzeptiert ein Display so groß wie eine Briefmarke.​

Für wen lohnt sich das kleinste Smartphone der Welt?

  • Minimalisten: Wer nur telefonieren, Musik hören und gelegentlich Nachrichten checken will, bekommt ein technisch solides Gerät.
  • Zweit-Handy-Fans: Ideal fürs Festival, Fitnessstudio oder die Jackentasche im Anzug.
  • Neugierige Technik-Nerds: Weil’s einfach cool ist, ein Android-Smartphone im Matchbox-Format zu besitzen.

Unterschätzter Zwerg mit Android-Herz

Das Unihertz Jelly Star ist ganz sicher kein Handy für jeden – aber für manche eben genau das richtige. Es kombiniert erstaunlich viel Technik auf sehr wenig Raum und funktioniert dabei zuverlässiger als manch übergroßes China-Phone. Wer bereit ist, einige Komfort-Abstriche hinzunehmen, wird mit einem handlichen, ungewöhnlichen Begleiter belohnt.

Für Puristen, die sich fragen, ob es noch kleiner als ein NanoPhone geht: Ja, geht es – aber ohne Android. Mehr dazu in unserem Beitrag über das kleinste Handy der Welt.