Ein Smartphone kann Videos in beeindruckender Qualität aufnehmen. Beim Ton reichen etwas Abstand, Wind oder eine kahle Wand, und die Stimme klingt plötzlich, als wäre sie in einer Brotdose eingesprochen worden. Ein kabelloses Mikrofon fürs Handy sitzt näher am Sprecher und überträgt den Ton direkt an die Kamera-App.

In diesem Vergleich treten das DJI Mic Mini 2, RØDE Wireless Micro, Hollyland LARK A1 und DJI Mic 3 gegeneinander an. Das DJI Mic Mini 2 landet knapp auf Platz 1. Es ist leicht, ausdauernd und lässt sich sowohl mit einem kleinen Funkempfänger als auch direkt über Bluetooth verwenden. Die anderen 3 Modelle setzen eigene Schwerpunkte: besonders einfache Bedienung bei RØDE, viel Ausstattung zum niedrigeren Preis bei Hollyland und eine doppelt gesicherte Tonaufnahme beim DJI Mic 3.

Bluetooth ist dabei nicht immer der hauptsächliche Übertragungsweg. Meist funkt der Sender über ein eigenes 2,4-GHz-System zum Empfänger, der im USB-C- oder Lightning-Anschluss des Handys steckt. Diese Verbindung wird von Kamera-Apps häufig zuverlässiger erkannt und unterstützt bei Interviews auch 2 Sender gleichzeitig.

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Bild: Bluetooth-Mikrofone fürs Handy im Test: Das DJI Mic Mini 2 ermöglicht kabellose Tonaufnahmen mit Android und iPhone für Videos, Reels und Interviews.

4 Funkmikrofone mit unterschiedlichen Stärken​


Alle 4 Systeme übertragen den Ton kabellos zum Smartphone, unterscheiden sich aber deutlich bei Bedienung und Aufnahmesicherheit. Das DJI Mic Mini 2 hält besonders lange durch, RØDE setzt auf einen möglichst schnellen Start, Hollyland bietet viele Einstellmöglichkeiten und das DJI Mic 3 speichert den Ton zusätzlich direkt im Sender.

Vergleichspunkt
DJI Mic Mini 2
RØDE Wireless Micro
Hollyland LARK A1
DJI Mic 3
Besonders geeignet fürvielseitige Handy-Aufnahmenspontane Clips und InterviewsVlogs mit eigener Klangabstimmunganspruchsvolle Produktionen
Größte Stärkeleicht und ausdauerndsofort aufnahmebereitviele Klangoptioneninterne 32-Bit-Float-Aufnahme
Schutz vor ÜbersteuerungAuto-LimiterGainAssistAuto-LimitAdaptive Gain
Praktischer Vorteilbis zu 48 Stunden mit LadecaseEmpfänger sitzt direkt am HandyHandy beim Filmen aufladen32 GB Speicher je Sender
Zu beachtenLightning-Adapter separatBluetooth nur per iPhone-Appkeine interne Aufnahmeteurer und umfangreicher
Unsere Empfehlungbester Allrounderam einfachsten zu bedienenfür kreative Klanggestaltungfür maximale Tonsicherheit

Bei der Funkstrecke liegen alle Modelle weit über den Entfernungen, die bei normalen Smartphone-Videos benötigt werden. RØDE nennt bis zu 100 Meter, Hollyland 200 Meter, das DJI Mic Mini 2 mit Mobile Receiver 300 Meter und das DJI Mic 3 maximal 400 Meter. Diese Werte gelten bei freier Sicht ohne starke Funkstörungen. In Gebäuden oder zwischen vielen WLAN-Geräten fällt die Reichweite geringer aus.

Wichtiger ist der Lieferumfang. Einige Angebote enthalten nur einen Sender oder einen Empfänger für Kameras. Für ein Interview mit 2 Personen wird ein Set mit 2 Sendern und einem passenden Smartphone-Empfänger benötigt.

DJI Mic Mini 2 gewinnt mit Ausdauer und wenig Gewicht​


Das DJI Mic Mini 2 macht nicht mit der längsten Funktionsliste auf sich aufmerksam. Seine Stärke liegt darin, dass die wichtigen Eigenschaften gut zusammenpassen. Der Sender ist klein genug für dünne Kleidung, der Mobile Receiver belastet den Handyanschluss kaum und der Akku hält länger als bei den anderen 3 Modellen.

Diese Punkte bringen das DJI auf Platz 1:

  • Der Sender wiegt etwa 11 Gramm und lässt sich per Clip oder Magnet befestigen.
  • Eine Ladung reicht laut DJI für bis zu 11,5 Stunden.
  • Der Mobile Receiver wiegt rund 6,5 Gramm und steckt direkt im USB-C-Anschluss.
  • Das Set mit 2 Sendern und Ladecase erreicht bis zu 48 Stunden Gesamtbetrieb.
  • Ein Limiter senkt plötzlich auftretende Pegelspitzen automatisch ab.
  • 3 Klangprofile und 2 Stufen der Geräuschreduzierung stehen zur Auswahl.

Die Klangprofile verändern die Abstimmung der Stimme. Regular bleibt weitgehend neutral, Rich betont tiefere Anteile und Bright hebt die Höhen etwas an. Dadurch kann eine dunkle Stimme klarer oder eine dünnere Stimme etwas voller wirken. Die passende Einstellung hängt stärker vom Sprecher als vom Aufnahmethema ab.

Bei der Geräuschreduzierung eignet sich die schwächere Stufe für Lüfter, Klimaanlagen und leise Hintergrundgeräusche. Strong greift deutlicher ein und kann an einer Straße hilfreich sein. In einem ruhigen Raum besteht jedoch kein Grund, die Stimme vorsorglich durch den stärksten Filter zu schicken.

Der Mobile Receiver arbeitet mit bis zu 2 Sendern und erreicht laut Hersteller unter freien Bedingungen maximal 300 Meter. Für ältere iPhones wird ein separat erhältlicher Lightning-Adapter benötigt. Alternativ kann sich ein einzelner Sender direkt über Bluetooth mit dem Handy verbinden. Dabei steht jedoch nur die starke Geräuschreduzierung zur Verfügung und ein zweiter Sender lässt sich nicht gleichzeitig nutzen.

Der wichtigste Nachteil bleibt die fehlende interne Aufnahme. Wird die Verbindung unterbrochen oder beendet das Smartphone die Videoaufnahme, befindet sich keine zusätzliche Audiodatei auf dem Sender. Bei geplanten Interviews sollte deshalb vor dem ersten Gespräch eine kurze Kontrollaufnahme gemacht werden.

Die vollständigen Herstellerangaben zu Akku, Empfängern und Funkstrecke stehen auf der offiziellen Seite des DJI Mic Mini 2.

RØDE Wireless Micro ist startklar, bevor die Kamera läuft​


Beim RØDE Wireless Micro dauert die Vorbereitung nur wenige Augenblicke:

  1. Ladecase öffnen und die beiden Sender herausnehmen.
  2. Einen Sender per Clip oder Magnet an der Kleidung befestigen.
  3. Empfänger in das Smartphone stecken und die Kamera-App starten.

Sender und Empfänger sind bereits gekoppelt. Ein Display gibt es nicht, und vor der ersten Aufnahme muss auch kein Menü studiert werden, das aussieht wie die Abschlussprüfung einer Tontechnik-Ausbildung.

Die automatische GainAssist-Funktion übernimmt die Pegelsteuerung. Spricht jemand plötzlich lauter, reduziert das System die Verstärkung. Bei einer leiseren Stimme wird der Pegel entsprechend angehoben. Das ist praktisch, wenn das Smartphone während der Aufnahme mehrere Meter entfernt steht und niemand die Lautstärke kontrolliert.

RØDE bietet außerdem eine Rauschminderung in 2 Stufen. Low ist für gleichmäßige Geräusche wie Computerlüfter, Klimaanlagen oder entferntes Verkehrsrauschen vorgesehen. High greift kräftiger ein und eignet sich eher für Aufnahmen draußen. Einzelne laute Geräusche wie Hupen oder eine zufallende Tür kann der Filter nicht aus der Tonspur zaubern.

Die Mikrofonkapsel sitzt in einer kleinen akustischen Kammer, die Windgeräusche bereits durch ihre Bauform abschwächen soll. Bei stärkerem Wind werden zusätzlich die mitgelieferten Fellwindschützer aufgedreht. Sie halten sicherer als einfache Schaumstoffkappen und verschwinden nicht bei der ersten kräftigen Böe im Gebüsch.

Eine Akkuladung reicht für bis zu 7 Stunden. Das Ladecase ermöglicht 2 weitere Ladungen und erhöht die gesamte Betriebsdauer auf maximal 21 Stunden. Die angegebene Reichweite beträgt 100 Meter.

RØDE verkauft eine USB-C- und eine Lightning-Version. Der Anschluss gehört fest zum Empfänger und kann nicht ausgetauscht werden. Wer später von einem älteren Lightning-iPhone zu einem aktuellen USB-C-Modell wechselt, benötigt daher einen passenden Adapter oder einen anderen Empfänger.

Über RØDE Capture kann ein Sender direkt per Bluetooth mit einem kompatiblen iPhone verbunden werden. Diese Funktion ist praktisch für spontane Aufnahmen ohne Empfänger, bleibt aber auf die RØDE-App und iOS beschränkt.

Der Verzicht auf Display, internen Speicher und manuelle Regler ist bewusst gewählt. Das Wireless Micro eignet sich hervorragend, wenn möglichst wenig eingestellt werden soll. Für Aufnahmen, bei denen eine zusätzliche Tonkopie unverzichtbar ist, reicht seine Ausstattung nicht aus.

Mehr Details zu GainAssist und der direkten iPhone-Verbindung bietet die Herstellerseite des RØDE Wireless Micro.

Hollyland LARK A1 bietet erstaunlich viele Stellschrauben​


Beim Hollyland LARK A1 fällt zuerst der Preis auf, danach die Ausstattung. Die Sender wiegen nur 8 Gramm, zeichnen mit 48 kHz bei 24 Bit auf und lassen sich per Clip oder Magnet befestigen. Hollyland bietet eine USB-C-Version, eine Lightning-Ausführung und ein Combo-Set mit beiden Empfängern an.

Interessanter als die reinen Zahlen sind die Einstellungen in der LarkSound-App. Dort lässt sich der Pegel in 6 Stufen anpassen. Zusätzlich stehen 3 Klangprofile zur Verfügung:

  • Balance verändert die Stimme nur zurückhaltend.
  • Low hebt tiefere Frequenzen an und gibt dünneren Stimmen mehr Körper.
  • Bright betont die Höhen und verbessert bei manchen Sprechern die Verständlichkeit.

Auch die Geräuschreduzierung besitzt 3 Stufen. Weak passt zu ruhigen Räumen mit einem leichten Lüfter- oder Klimageräusch. Medium eignet sich für belebtere Innenräume und moderaten Straßenlärm. Strong unterdrückt die Umgebung am stärksten, greift aber auch hörbarer in die Stimme ein.

Die höchste Stufe ist deshalb nicht automatisch die beste. Wenn Wörter unnatürlich abreißen oder die Stimme dünn wird, sollte der Filter reduziert werden. Hollyland bietet außerdem verschiedene Halleffekte an. Für Interviews bleiben sie besser ausgeschaltet, sofern der Gesprächspartner nicht absichtlich wie eine Bahnhofsansage klingen soll.

Auto-Limit schützt vor plötzlichen Pegelspitzen. Ein seitlicher USB-C-Anschluss am Empfänger erlaubt es, das Smartphone während der Aufnahme zu laden. Videos können anschließend über den Handylautsprecher abgespielt werden, ohne den Empfänger abzuziehen. Gerade bei mehreren Aufnahmen hintereinander ist das angenehmer, als ständig Zubehör aus der Ladebuchse zu ziehen.

Die Laufzeit hängt von der Geräuschreduzierung ab. Ohne Filter erreicht ein Sender bis zu 9 Stunden, mit aktivierter Rauschminderung etwa 6,5 Stunden. Das Ladecase erhöht die verfügbare Zeit deutlich; die beworbenen 54 Stunden entstehen allerdings durch das abwechselnde Verwenden und Nachladen beider Sender.

Unter freien Bedingungen nennt Hollyland eine Reichweite von bis zu 200 Metern. Eine lokale Sicherheitsaufnahme bietet das LARK A1 nicht. Die Tonspur landet ausschließlich auf dem Smartphone, weshalb eine stabile Kamera-App und eine kurze Probe vor wichtigen Gesprächen sinnvoll bleiben.

Das LARK A1 ist kein abgespecktes Billigmikrofon. Seine Schwäche liegt eher darin, dass die vielen Filter zunächst passend eingestellt werden müssen. Mit Balance, einer moderaten Geräuschreduzierung und einem sauber gewählten Pegel lässt sich jedoch schnell eine natürliche Sprachaufnahme erreichen.

DJI Mic 3 nimmt den Ton lieber gleich zweimal auf​


Beim DJI Mic 3 steht nicht die bequemste Bedienung im Vordergrund, sondern der Schutz einer wichtigen Aufnahme. Jeder Sender besitzt 32 GB Speicher und kann den Ton unabhängig vom Smartphone sichern. Ein Funkabbruch zerstört dadurch nicht automatisch das gesamte Interview.

Besonders interessant ist die Dual-File-Funktion:

Datei
Was gespeichert wird
OriginalUnbearbeiteter Ton ohne Rauschminderung, Klangprofil oder automatische Pegelkorrektur
BearbeitetZweite Version mit den zuvor gewählten Filtern und Anpassungen

Klingt die bearbeitete Datei später zu künstlich, bleibt das unveränderte Original erhalten. Im 32-Bit-Float-Modus passen bis zu 43 Stunden auf einen Sender. Bei gleichzeitiger Speicherung von Original und bearbeiteter Version sind es immer noch rund 21,5 Stunden.

32-Bit-Float bietet große Reserven bei wechselnder Lautstärke. Sehr leise Passagen lassen sich stärker anheben, während laute Stellen seltener dauerhaft übersteuern. Zusätzlich besitzt das Mic 3 eine adaptive Pegelsteuerung:

  • Automatic fängt starke Lautstärkesprünge ab.
  • Dynamic gleicht leisere und lautere Passagen stärker an.

Hinzu kommen 3 Klangprofile, 2 Stufen der Geräuschreduzierung und ein Tiefenfilter gegen Rumpeln. Der Empfänger zeigt die Pegel auf einem Display an und erlaubt eine direkte Kontrolle per Kopfhörer. Bis zu 4 Sender lassen sich verbinden, für normale Handy-Interviews reichen meist 2.

Die Funkübertragung nutzt 2,4 und 5 GHz. Bei Störungen kann das System zwischen beiden Bereichen wechseln. DJI nennt bis zu 400 Meter unter freien Bedingungen und etwa 80 Meter in einer Umgebung mit starken Funkstörungen. Dieser zweite Wert ist für Veranstaltungen, Innenstädte und volle WLAN-Netze deutlich aussagekräftiger.

Ein Sender läuft bis zu 8 Stunden, der Empfänger bis zu 10 Stunden. Im Ladecase erreichen beide innerhalb von 18 Minuten ungefähr 80 Prozent. Während der Aufnahme können Smartphone und Empfänger gemeinsam über den seitlichen USB-C-Anschluss geladen werden.

Direktes Bluetooth funktioniert ebenfalls. Das Handy kann dabei nur einen Sender nutzen, behält aber Zugriff auf 32-Bit-Float, Dual-File, Geräuschreduzierung und adaptive Pegelsteuerung. Die umfangreicheren Funktionen müssen zuvor über DJI Mimo oder den Empfänger eingerichtet werden.

Das Mic 3 ist technisch das stärkste Modell im Vergleich. Für gewöhnliche Reels und kurze Videos ist es jedoch unnötig aufwendig und deutlich teurer. Seine Ausstattung lohnt sich vor allem dann, wenn ein verlorener Ton nicht durch eine zweite Aufnahme ersetzt werden kann.

Warum das DJI Mic Mini 2 den Bluetooth-Mikrofon-Test gewinnt​


Das DJI Mic Mini 2 landet knapp auf Platz 1, weil es die wichtigsten Eigenschaften eines Handy-Mikrofons am ausgewogensten verbindet. Der Sender ist klein, der Mobile Receiver belastet den Anschluss kaum und die Akkulaufzeit übertrifft die 3 Konkurrenten. Limiter, Klangprofile und eine zweistufige Geräuschreduzierung decken die meisten Aufnahmesituationen ab, ohne die Bedienung unnötig kompliziert zu machen.

RØDE folgt mit der einfachsten Handhabung. Hollyland bietet besonders viel Kontrolle für einen niedrigeren Preis. Das DJI Mic 3 besitzt mit Abstand die beste Aufnahmesicherung, verlangt dafür aber einen höheren Preis und mehr Einarbeitung.

Ein Funkmikrofon ist nicht für jede Aufnahme die beste Lösung. Lässt sich an der Tonquelle kein Sender befestigen oder sollen mehrere Geräusche vor der Kamera aufgenommen werden, kann ein Richtmikrofon fürs Handy besser passen.

Vor der Bestellung sollte der vollständige Name des Sets geprüft werden. Die Zahl der Sender, der Smartphone-Empfänger und das Ladecase unterscheiden sich je nach Angebot. Besonders bei Lightning-iPhones kann ein fehlender Adapter aus einem hochwertigen Mikrofon ein ausgesprochen stilles Stück Technik machen.