Wer hätte gedacht, dass ein Bart zum Schicksalsfaktor werden kann? Für manche Männer ist er ein Statement, für andere eher ein Schutzschild gegen schlechte Selfies. Doch spätestens seit TikTok mit seinen Bart-Filtern das Internet flutet, stellen sich Millionen die Frage: Wie sehe ich eigentlich mit oder ohne Bart aus – ohne gleich den Rasierer ansetzen zu müssen? Zum Glück gibt es Apps, die genau diese existenzielle Krise lösen.

Bart digital weg – oder drauf?

Ob Vollbart, Dreitagebart oder glatt wie ein frisch geputzter Billardtisch: Die Entscheidung für oder gegen Gesichtsbehaarung ist nicht immer leicht. Viele Bartträger trauen sich seit Jahren nicht mehr an ein komplett glattes Gesicht heran – man könnte ja plötzlich das Ebenbild eines 16-jährigen Praktikanten sein. Umgekehrt fragen sich glattrasierte Männer oft, ob ein Bart ihnen das gewisse „Alpha-Upgrade“ verleihen würde.

Hier kommen sogenannte Bart-ab-Apps ins Spiel. Mit nur einem Klick zeigen sie, wie man mit Bart oder ohne aussieht – ohne dass der eigene Spiegel danach traumatisiert werden muss. Doch welche Apps taugen wirklich etwas und bei welchen sollte man sich besser den Download sparen? Wir haben uns die bekanntesten Kandidaten angesehen.

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Bild: Mit Bart oder ohne Bart? Bart-ab-Apps zeigen den direkten Vorher-Nachher-Vergleich auf dem Smartphone.

Was sind Bart-ab-Apps überhaupt?

Kurz gesagt: Es sind KI-gestützte Bildbearbeitungsprogramme, die dein Gesicht analysieren und dir virtuell einen Bart weg- oder hinzufügen. Der technische Zauber läuft über Gesichtserkennung und KI-Filter, ähnlich wie man es von Snapchat oder TikTok kennt – nur eben fokussiert auf das, was Männer so sehr lieben oder hassen: ihre Gesichtsbehaarung.

Der Clou: Man kann nicht nur verschiedene Bartstile ausprobieren, sondern auch sehen, ob man sich nach einer echten Rasur in Zukunft lieber nur noch im Dunkeln zeigen sollte.

Die 3 besten Bart-ab-Apps im Vergleich

1. FaceApp – der Klassiker für alle Gesichter

Wenn es um virtuelle Veränderungen des Gesichts geht, führt kaum ein Weg an FaceApp vorbei. Die App hat sich in den letzten Jahren zum Standard entwickelt, wenn man mal eben digital altern, ein Lächeln hinzufügen oder eben einen Bart weg- oder dazuschummeln möchte. Besonders beeindruckend ist, wie realistisch die Ergebnisse wirken – kein plumper Filter, sondern eine detailgenaue Anpassung an Hautstruktur und Konturen.

Im Test fiel auf, dass FaceApp nicht nur den Bart selbst berechnet, sondern auch die Übergänge an Kiefer und Wangenknochen natürlich wirken lässt. Dadurch entsteht tatsächlich der Eindruck, als hätte man die Rasierklinge (oder den Barber) schon angesetzt. Als ich das Ergebnis meiner Freundin zeigte, kam sofort der Kommentar: „Wow, du siehst ja zehn Jahre jünger aus“.

Wichtig zu wissen:

  • Basisversion ist kostenlos nutzbar
  • Premium-Version bietet mehr Filter, kostet aber extra
  • Verfügbar für Android und iOS

2. YouCam Makeup – eigentlich für Lippenstift, aber auch für Bärte

Zugegeben: YouCam Makeup klingt nicht unbedingt nach einer App, die Männer auf ihren Smartphones haben. Tatsächlich hat sie sich aber als erstaunlich vielseitig herausgestellt. Ursprünglich entwickelt, um Make-up-Looks auszuprobieren, bietet sie inzwischen auch solide Funktionen für Bärte. Damit lassen sich sowohl verschiedene Stile hinzufügen als auch vorhandene abrasiert darstellen.

Der größte Unterschied zu FaceApp ist die Art der Darstellung. YouCam arbeitet sehr weichzeichnend, was für Selfies auf Instagram oder TikTok perfekt ist, aber manchmal etwas zu „gefiltert“ wirkt, wenn man eine realistische Entscheidungshilfe für oder gegen den Rasierer sucht. Wer allerdings ohnehin Lust hat, gleichzeitig noch eine neue Frisur oder Augenbrauenform auszuprobieren, bekommt hier ein All-in-one-Paket.

Besonderheiten:

  • Für Social-Media-Bilder ideal dank Beauty-Filter
  • Große Auswahl an virtuellen Looks
  • Erhältlich für Android und iOS

3. Bart Foto-Editor – spezialisiert und schlicht

Der Beard Photo-Editor verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Statt KI-basierter Berechnungen setzt die App darauf, verschiedene Barttypen wie Sticker über das Gesicht zu legen. Das klingt zunächst simpel – und ist es auch. Die Ergebnisse sind nicht so realistisch wie bei FaceApp, dafür hat die App einen charmanten „Quick-and-Dirty“-Charakter, der für spontane Gags oder kurze TikTok-Clips bestens geeignet ist.

Wer also einfach mal in Sekunden testen will, wie er mit Ziegenbart, Vollbart oder Schnauzer aussieht, wird hier fündig. Für ernsthafte Styling-Entscheidungen reicht es dagegen nicht aus – die Filter wirken zu künstlich und passen sich nicht perfekt an die Gesichtsform an.

Kurzfazit:

  • Leicht zu bedienen, ideal für schnelle Spaß-Bilder
  • Ergebnisse eher im „Meme-Style“ als realistisch
  • Nur für Android verfügbar

Vorsicht vor Scam-Apps und Kostenfallen

Wo ein Trend ist, da ist der App-Store voller Trittbrettfahrer. Viele „Bart-Ab-Apps“ versprechen das ultimative Vorher-Nachher-Erlebnis, verlangen aber schon beim ersten Klick teure Abos oder liefern Ergebnisse, die aussehen, als hätte man einen Bart mit Paint aufgemalt.

Unser Tipp:

  • Nur bekannte Apps wie FaceApp oder YouCam verwenden
  • Bewertungen im Store lesen, bevor man auf „Installieren“ klickt
  • Finger weg von Apps, die sofort Kreditkartendaten wollen

Für wen lohnt sich eine Bart-ab-App?

  • Bartträger: Wer seit Jahren nur trimmt, kann gefahrlos testen, ob er glatt rasiert überhaupt noch wiederzuerkennen ist.
  • Glattrasierte: Ein digitaler Vollbart gibt Aufschluss, ob man den Movember vielleicht doch zum Dauerprojekt machen sollte.
  • TikTok-Fans: Für den nächsten viralen Clip sind die Filter ohnehin Gold wert.
  • Unentschlossene: Jeder, der den Rasierer in der Hand hält und denkt: „Was, wenn ich danach aussehe wie mein kleiner Bruder?“

Besser erst die Bart-ab-App, dann der Rasierer

Bart-ab-Apps sind kein Ersatz für eine echte Rasur – aber sie ersparen so manchen Griff zum Kleenex, wenn das Ergebnis im Spiegel nicht überzeugt. FaceApp liefert die realistischsten Ergebnisse, YouCam Makeup ist ideal für Social Media, und der Bart Foto-Editor taugt für schnelle Gags.

Bevor man also sein jahrelang gezüchtetes Prachtstück abrasiert oder sich wochenlang einen hippen Vollbart wachsen lässt: Lieber erst digital testen. Und wenn’s dann doch schiefgeht – na ja, Haare wachsen ja bekanntlich nach.